{"id":2821,"date":"2015-05-01T22:07:54","date_gmt":"2015-05-01T20:07:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.taxiblog-dresden.de\/?p=2821"},"modified":"2015-05-01T22:07:54","modified_gmt":"2015-05-01T20:07:54","slug":"menschlicher-praezisions-telemeter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.taxiblog-dresden.de\/?p=2821","title":{"rendered":"Menschlicher Pr\u00e4zisions-Telemeter"},"content":{"rendered":"<p>Heute am Nachmittag bekam ich einen Auftrag in der N\u00e4he des Hauptbahnhofes, dessen Tour f\u00fcr ein Paar in der j\u00fcngeren Mittelklasse in die Freitaler Gefilde f\u00fchren sollte. Zur konkreten Hausnummer waren es von der Stra\u00dfe her noch etwa 50 Meter, die aber keine Hindernisse aufwiesen. Also fuhr ich bis vor die T\u00fcr. Merkw\u00fcrdigerweise war gerade das das Einstiegsthema unserer Unterhaltung. Der Herr fragte mich, warum ich dieses letzten Meter auf mich nehme, worauf ich wahrheitsgem\u00e4\u00df antwortete, da\u00df ich das immer so durchzieh, solange keine Gr\u00fcnde dagegensprechen. Nachdem im Fond etwas ged\u00e4mpfte Kommunikation stattfand, f\u00fcgte ich noch an, da\u00df ich ja auch damit h\u00e4tte begr\u00fcnden k\u00f6nnen, da\u00df jeder Meter auf dem Z\u00e4hler zu Buche schl\u00e4gt. Als Text w\u00e4re hier nat\u00fcrlich ein Zwinkersmiley gefolgt, aber in der Realit\u00e4t sieht sowas immer aus wie ein unsittliches Angebot. Die Aussage selbst aber erregte Aufmerksamkeit in der Form, als ob man man genau dies vermutet habe. Dank meines Gesp\u00fcrs f\u00fcr solche Situationen war ich hier bereits angefressen!<br \/>\nBeim Zur\u00fccksto\u00dfen auf die Stra\u00dfe kam dann der n\u00e4chste Disput. Die Dame meinte, ich h\u00e4tte auch anders zur\u00fccksto\u00dfen k\u00f6nnen, um sofort zur *X-stra\u00dfe* hochzufahren. Ich brachte den Gag, da\u00df ich erst mal rausfahren wollte um zu sehen, wie es dann weitergeht. In Wirklichkeit hatte ich mir nat\u00fcrlich gar nichts \u00fcberlegt, sondern bin einfach rausgefahren, wie ich reingefahren bin. Nun sagte mir die Dame aber lieber gleich den folgenden Weg an, damit ich nicht noch einmal versuche, sie schamlos zu betr\u00fcgen. Ihr absolut bester Weg war der \u00fcber M\u00fcnchner Stra\u00dfe, N\u00f6thnitzer-, Altplauen und Tharandter. Mein Ratschlag \u00fcber Cosch\u00fctz und die Potschappler wurde als \u00fcberhaupt nicht in Frage kommend abgeschmettert. Die folgende Fahrt ging dann ohne weitere Probleme vonstatten&#8230;<br \/>\nwenn man davon absieht, da\u00df sich die Dame augenscheinlich in dem Wissen weidete, erfolgreich einen Abzockversuch vereitelt zu haben.<br \/>\nNun ist es ja aber nicht so, da\u00df ich es einfach so hinnehme, wenn das Ei kl\u00fcger sein will als die Henne, besonders wenn es mich betrifft. Aus diesem Grunde habe ich mir zu Hause einen Stadtplan und einen Zirkel genommen und die Sache nachvollzogen&#8230;<br \/>\nUnd was soll ich euch sagen: Sie hatte recht! Ihre Strecke war exakt 200 Meter k\u00fcrzer, womit sie erfolgreich einem Betrug \u00fcber 40 Cent entging. Welch ein wacher Geist! Fast w\u00e4re sie pleitegegangen.<br \/>\nWas mich allerdings fertigmacht ist die Tatsache, da\u00df jemand auf einer Strecke von etwa 11,5 Kilometern eine Differenz von 200 Metern derart drastisch ablehnt, als ob es 5 Kilometer w\u00e4ren. Schon allein die Feststellung einer 200 Meter-Differenz auf diese Gesamtentfernung zeugt von fast \u00fcbersinnlichen Kr\u00e4ften. Solch eine Kollegin k\u00f6nnten wir dringend gebrauchen. Ich denke, sie w\u00fcrde bestimmt auch gern zu uns wechseln, denn im Moment mu\u00df sie doch echt einen Schei\u00df-Job haben!<\/p>\n<p>Wo sie doch hinter jedem einen Betr\u00fcger vermutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute am Nachmittag bekam ich einen Auftrag in der N\u00e4he des Hauptbahnhofes, dessen Tour f\u00fcr ein Paar in der j\u00fcngeren Mittelklasse in die Freitaler Gefilde f\u00fchren sollte. 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