{"id":3516,"date":"2017-08-13T20:48:40","date_gmt":"2017-08-13T18:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.taxiblog-dresden.de\/?p=3516"},"modified":"2017-08-13T20:48:40","modified_gmt":"2017-08-13T18:48:40","slug":"weisser-muell","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.taxiblog-dresden.de\/?p=3516","title":{"rendered":"Wei\u00dfer M\u00fcll"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich so Tag f\u00fcr Tag durch die Stadt fahre, frage ich mich manchmal: &#8222;Werden wir alle bald auf einem Friedhof leben?&#8220;, denn ganz Dresden ist voll von Gedenkst\u00e4tten aller Coleur. Dabei seien Denkmale und Gedenkst\u00e4tten von offiziellem Charakter einmal ausgenommen. \u00dcbrig bleiben im \u00f6ffentlichen Raum zum Beispiel Grablampen und\/oder Kerzen, auch brennende bei Waldbrandwarnstufe 3 (Fischhausstra\u00dfe) und weitere Kostbarkeiten wie z.B. wei\u00dfe Fahrr\u00e4der. Nat\u00fcrlich sind das Erinnerungsst\u00e4tten f\u00fcr Menschen, die unschuldig starben. Aber wei\u00df denn irgendjemand, wie viele Menschen j\u00e4hrlich in Dresden unschuldig um\u00b4s Leben kommen?! Es gibt n\u00e4mlich wei\u00df Gott nicht nur tote Radfahrer. Jeder andere unschuldig Get\u00f6tete hat das gleiche Recht auf Gedenken. Das w\u00fcrde man sofort merken, wenn unsere Stadt voll ist von wei\u00dfen Schrottfahrzeugen bis hin zum LKW. Auch sollte verhindert werden, da\u00df derRichtigen gedacht wird, denn gerade an der Fischhausstra\u00dfe m\u00fc\u00dfte man sich fragen: Wenn der erste Wagen einer 100 Meter langen Schlange ein Fahrzeug aus einer Behindertenschule ausfahren l\u00e4\u00dft, in den dann ein Motorradfahrer mit mehr als 100 km\/h hineinf\u00e4hrt, ist dann der ausfahrende Kraftfahrer schuld? &#8211; Na gut ich will nicht l\u00fcgen. Es k\u00f6nnte ja sein, da\u00df sich Angeh\u00f6rige des Motorradfahrers beschweren oder sich der junge Mann posthum beleidigt f\u00fchlt durch die Aussage, er sei nur 100 gefahren. In Wirklichkeit sollen es mehr als 150 gewesen sein. Ich lasse mich nat\u00fcrlich gern von einer anderen Version \u00fcberzeugen: durch die Kopie des Unfallprotokolls.<br \/>\nUnd dann gehen wir doch mal weg vom Stra\u00dfenverkehr und st\u00fcrzen uns in die Kriminalit\u00e4t: Wieviele Ermordete gibt es denn eigentlich in Dresden j\u00e4hrlich?! Hier gilt f\u00fcr Schuld oder Unschuld genau das Gleiche. Wenn ein Drogendealer bei einem Schu\u00dfwechsel mit seinem Konkurrenten den K\u00fcrzeren zieht, fehlt mir per se das Gef\u00fchl der Unschuld. Wenn aber bei diesem Schu\u00dfwechsel ein Unbeteiligter zu Tode kommt, dann ist doch wohl mindestens so traurig wie ein t\u00f6dlicher Verkehrsunfall. Wie nun sollten wir dessen Gedenken feiern. Kerzen und ein Bild sind doch viel zu profan, schlie\u00dflich sind wir doch Menschen mit Intelligenz, oder? Ich schlage also hier auch etwas Wei\u00dfes vor, damit jeder sofort den Sinn erkennt: Wir h\u00e4ngen eine Pistole aus wei\u00dfer Schokolade an die n\u00e4chste Laterne.<br \/>\nZur\u00fcck zum Urthema: Wie also wollen wir es halten? Stellt jetzt jeder seinen individuellen Grabstein auf f\u00fcr rein subjektiv zu sehende Vorg\u00e4nge oder organisieren wir solche Dinge gesellschaftlich?<\/p>\n<p>Bisher dachte ich eigentlich nicht, da\u00df wir in einer Bananenrepublik leben.<\/p>\n<p>PS: Normalerweise ist ja das Ordnungsamt f\u00fcr die Verhinderung von M\u00fcll auf st\u00e4dtischer Flur zust\u00e4ndig, aber wei\u00dfe Fahrr\u00e4der bringen kein Geld und z\u00e4hlen auch nicht f\u00fcr die 70 &#8222;Pflichtkn\u00f6llchen pro Tag&#8220; der Mitarbeiter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich so Tag f\u00fcr Tag durch die Stadt fahre, frage ich mich manchmal: &#8222;Werden wir alle bald auf einem Friedhof leben?&#8220;, denn ganz Dresden ist voll von Gedenkst\u00e4tten aller Coleur. 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