Tag der Kranken

Heute war bei mir wieder mal so ein richtiger Tag der Kranken angesagt. 90% meiner heutigen Fahrten gingen auf Schein oder selbstzahlenden Privatversicherten.
Etwas von der Wolke geholt hat mich am Mittag eine Frau, die ich aus einem hiesigen Krankenhaus nach Hause brachte. Als ich mit ihr zum Wagen ging, sagte ich beim Entgegennehmen ihres Taxischeines: „So, jetzt werde ich mich mal überraschen lassen, wohin die Fahrt geht.“ Auf dem Schein las ich dann eine Adresse in einem fast 40km entfernten Ort. Als ich meiner Zufriedenheit damit Ausdruck verlieh, bekam ich allerdings sofort einen Dämpfer! Dort würde sie zwar wohnen, aber sie wolle aktuell in einen Ort namens“XYZ“. Uff! Dieser Ort ist leider ein Ortsteil von Dresden. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Entlassungsfahrten ins Dresdner Stadtgebiet hinter mir hatte, war ich in diesem Moment mit Gott und der Welt fertig. Das habe ich ihr auch – natürlich freundlich gequält lächelnd – mitgeteilt. Darauf fragte sie: „Warum denn?!“ – Und teilte mir mit, daß das ebenfalls ein Ortsteil ebendieses o.g. Ortes sei! …und bei solchen wechselnden Nachrichten soll man wohl noch nervlich und kardiologisch unversehrt bleiben, oder was?!!  😉
Meine letzte Fahrt am heutigen Tage war natürlich ebenfalls wieder – eine Krankenfahrt. Die letzte war es zwangsläufig, denn sie endete zeitlich in Umgebung meines Feierabends und auch örtlich nur 2km entfernt von diesem.
Ein Wermutstropfen war allerdings dabei: Im Zimmer des abgeholten Patienten lag noch ein – Kollege. Ich war äußerst verblüfft, denn meistens ist der Buschfunk schneller. Ich nenne ihn hier einfach mal *MeinFreund*. Ich habe zwar nicht allzuviel mit ihm zu tun, aber er ist mir sehr sympathisch. Ich möchte mich hiermit auch bei ihm entschuldigen, daß ich seinen Bettnachbarn zwar nicht ´ausgefragt´, aber schon ´befragt´ habe. Die Antworten haben mir nicht gefallen. Nach der Erzählung ist seine Erkrankung nicht das Schlimmste, aber eben auch nicht das Allerschönste, was einem widerfahren kann. Und das ausgerechnet bei jemandem, der auch anderweitig in letzter Zeit mit Rückschlägen zu kämpfen hatte. Verlier nicht die Lebenslust, *MeinFreund*, denn diese ist die beste Medizin! Ich wünsche dir alles Gute!

Kann es denn nicht mal einen treffen, den ich hasse?!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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