Die Zeit wird knapp! Tariferhöhung?

Ich richte mich heute ausschließlich an meine Dresdner Kollegen, denn die Zeit bis zur Einführung des Mindestlohnes wird knapp und bis zur aktuellen Tariferhöhung wird sie noch knapper! Zu dieser nämlich gibt es äußerst differenzierte Meinungen. Der gegenwärtige Tarif ist demzufolge der einzige in den letzten Jahren, der von der Kundschaft akzeptiert wurde und deshalb auch etwas gebracht hat. Die kommende Tariferhöhung könnte diese Akzeptanz wieder zerstören.

Hier meine Ansicht zur Gesamtproblematik:
Normalerweise ist ein Verhältnis von 1 Taxi auf 1000 Einwohner ein gesundes Verhältnis. Dies gilt aber nur für Städte mit Einwohnern, die sich eines gesunden Einkommens erfreuen, was in Dresden (noch) nicht der Fall ist. Da wir nun leider den Leuten ihr Einkommen nicht erhöhen können, müssen wir zwangsläufig die Anzahl bzw. Verfügbarkeit der Taxen reduzieren. Das ist auch im Gespräch, indem angedacht wurde, die Fahrzeuge nicht mehr 2- bis 2,5fach zu besetzen, sondern nur einfach. Dieser eine Fahrer sollte seine Fahrzeiten so einteilen können, daß er die umsatzstarken Zeiten besetzt und damit einen Umsatz generiert, der ihm den Mindestlohn von 8,50 € garantiert. Unter diesen Voraussetzungen wären in der Summe zu jedem Zeitpunkt etwa 30 – 40% weniger Fahrzeuge auf der Straße. Nach allen Regeln der Mathematik bedeutet dies, daß sich der Gesamtumsatz deshalb auf genau diese 30 – 40% reduzierten Wagen verteilt, also jedes Fahrzeug mindestens 30% mehr Umsatz hat. Für mich z.B. bedeutet das, daß ich mit absoluter Sicherheit im mindestlohnsichernden Bereich landen würde… Und das war ja das Ziel! Wenn man nun noch eine Tariferhöhung macht, verstehe ich nicht deren Sinn. Man könnte ja vermuten, daß diese einen solchen Umsatzschub bringen soll, daß die Fahrzeuge auch weiterhin voll besetzt arbeiten können, aber das halte ich für einen gefährlichen Bumerang! Ich glaube wie gesagt nicht, daß sie im Verständnis der Kunden ankommt. Für diese Vermutung habe ich nämlich vor kurzem eine Bestätigung erhalten. Ein Freund von mir (Maler) etwa im selben Alter wie ich meinte, er könne es nicht verstehen, daß Leute, die “nur einfach so mit dem Auto herumfahren”, dasselbe Geld verdienen sollen wie andere, die erst eine langwierige Berufsausbildung hinter sich bringen mußten. Hieran sieht man, daß sich der normale Bürger eher rückwärts als vorwärts orientiert! Ich sähe es auch nicht ungern, daß Leute mit Berufsausbildung mehr verdienen als wir, aber dann bitte vorwärts! Dann muß man denen noch mehr Lohn geben! Es kann doch schließlich nicht sein, daß man das Lohngefüge aufgrund schlechter Wirtschaftsleistung – der Unternehmerschaft im Verein mit der Politik – im Keller regelt anstatt im Haus. Ganz abgesehen davon sitzen auf den Taxen neben Facharbeitern auch Leute, die studiert haben und aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Berufe nicht oder nicht mehr ausüben können. Sollen die etwa für die Unzulänglichkeit z.B. ihrer Gesundheit noch extra mit Lohnverzicht büßen?! Zum Beweis dessen muß ich gar nicht weit gehen: nur bis vor den Spiegel! Ich bin Elektriker, BMSR-Mechaniker, PC-Techniker und Technik-Informatiker und… habe eine marode Wirbelsäule, die mir die eine Hälfte und ein Alter, das mir die andere Hälfte der Berufe nimmt! Soll ich mich vielleicht erschießen, damit ich niemandem zur Last falle?!
Sei es also, wie es sei: Der Mindestlohn mußte kommen, aber die Tariferhöhung hätte man erstmal stecken lassen können.

Und nun, liebe Kollegen, bitte ich um eine rege Diskussion zu diesem Thema. Meine eigene Meinung ist da nur eine von vielleicht 2000! Denkt aber bitte daran, daß hier jeder mitlesen kann. Eine Umverlegung der Diskussion auf das Taxiforum Dresden würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch hier kann jeder anonym bleiben, der es will.
Und deshalb jetzt das Kommando:

FEUER FREI!

PS:     Wer zum ersten Mal kommentiert, den muß ich erst freischalten. Also bitte nicht unruhig werden, denn es geht nicht´s verloren.
Ich werde diesmal nur Meinungen sammeln und der Diskussion zuführen. Moderator werde ich diesmal nur in zweiter Linie sein.

Veröffentlicht unter Allgemein, Finanzen, Taxi | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Unterstützende Mittel

Ich war heute nur mal ganz kurz zum Einkaufen draußen, aber selbst in diesen paar Minuten wurde ich nicht von Skurrilem verschont.
Nachdem ich aus dem REWE in Leuben rausfuhr, wollte ich eigentlich nach links, aber leider riß die Autoschlange von rechts nicht ab, sodaß ich mich für rechts entschied, um anschließend nach links in Richtung Lilienstraße abzubiegen. Da auch jetzt der Verkehrsstrom nicht abriß, fuhr ich so weit wie möglich nach links rüber, um wenigstens meinen Nachfolgeverkehr nicht aufzuhalten. Die Fahrbahn ist dort zum Glück sehr breit, was meinem Hintermann aber bei Weitem noch nicht reichte. Im Spiegel konnte ich erkennen, daß er beidseitig schon mindestens 20cm Platz hatte und sich trotzdem nicht entschließen konnte. Ich verstehe ihn aber, denn im Auto hat man mit einem breitkrempigen Hut wirklich eine sehr schlechte Sicht. Da ja eine Sichtbehinderung auch eine Art von Behinderung ist, sollte er vielleicht bei seiner Kasse unterstützende Mittel beantragen, wie es sie für fast jede Art von Behinderung gibt. Die würde ihm zwar erst einmal anraten, den Hut abzunehmen, aber er kann ja auch angewachsen sein, wenn man ihn nie abnimmt.
…Aber mir kommt da eine Idee:

Gibt es eigentlich ausgebildete Blindenhunde speziell für Autofahrer?

Veröffentlicht unter Allgemein, Fahrkünste, Gesundheit, Privat | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Psychisch gestörter Radfahrer

Nein, nein, ich möchte hiermit nicht sagen, daß ich einen psychisch gestörten Radfahrer getroffen habe (gibt es sowas überhaupt???), sondern, daß ich einen Radfahrer traf, dessen Psyche ich gestört habe! Er fuhr friedlich vor sich hin und glaubte, allein auf der Welt zu sein, doch plötzlich… gab es mich! Wir beide fuhren auf der Dohnaer Straße stadteinwärts direkt auf die Cäcilienstraße (Hauptstr.) zu und mußten genau nebeneinander halten. Da stehen wir also Seite an Seite, so wie es auch immer aussieht, wenn ein PKW an einem Hindernis anhält und sich ein Radfahrer danebenschiebt. Quasi gleiche Konstellation war also hier. Jetzt aber dreht sich der Radfahrer mit einem beleidigten Gesicht zu mir um und erklärt in einem weinerlichen Tonfall, der zu diesem Gesicht paßte: “Muß das sein?!” Während Fensteröffnung fragte ich natürlich: “Was?” Zur Antwort kam es aber nicht mehr, da in diesem Moment die Straße frei war. Da er nun vor der Hauptstraße keine Richtungsänderung angezeigt hatte, war ich mir sicher, daß er entweder geradeaus oder nach rechts fährt, denn beides ist für Radfahrer in puncto Anzeigepflicht das Gleiche. Ich hatte Recht! Er wollte tatsächlich geradeaus! Das hinderte ihn aber nicht, den einen Meter stehenden Vorsprungs vor mir zu nutzen, um sich beim Anfahren sofort vor mich zu setzen! Hätte er nun ein Bike von oberhalb 40 PS unter dem Hintern, hätte ich auf übertriebener Sportsmann getippt, so allerdings war es in meinen Augen ´versuchter mittelbarer Suizid´. Schließlich konnte er ja nicht wissen, daß mein rechter Fuß immer schnell ist, sowohl auf dem Gas als auch auf der Bremse!
Zurück bleibt die Frage:

Hat er einen Therapeuten?!

PS: Vielleicht sollte ich anmerken, daß sich der Herr bereits weit innerhalb der Dreißiger befand?

Veröffentlicht unter Gesundheit, Natur, Radfahrer, Taxi | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

Gemüse

Im Taxigeschäft bezeichnet man eine Fahrt, die kaum der Mühe wert ist, als Gurke. Wenn man im Gemüsejargon bleibt, wäre vielleicht eine lohnende Fahrt eine… Melone? Ich glaube, das paßt! Dann muß ich also sagen: “13 Gurken enthalten auch den Saft von 6-7 Melonen! :-)
Ich hatte also heute ein ganz paar Melonen und war nicht unzufrieden. Bei einem guten Ergebnis ist es um so erfrischender, wenn noch Spaß dazukommt. Der Spaß wird dann geradezu prophetisch, wenn sich Diskussionen im Taxi zeit- und themengleich decken mit Kommentaren in meinem Blog! ;-)  : http://www.taxiblog-dresden.de/?p=2540&cpage=1#comment-1533.
Ich unterhielt mich heute mit 2 jungen Damen über meine Vorliebe, mit einem elektrisch angetriebenen Schlauchboot durch den Spreewald zu schippern, was jedoch den dortigen Vorschriften zuwiderlaufe. Begründet würde dies zumeist mit dem Wellenschlag, den Motorboote erzeugen. Ich beschwerte mich im Gespräch derart über diese Verbote, daß ich sagte, man wolle einfach nicht, daß ich mit meinem Boot, welches ja immerhin 5-8 km/h fahren kann, Wellenhöhen von 30-35 cm erzeuge, die das Ufer beeinträchtigen können. Eine der Damen stimmte mir zu, indem sie sagte, daß man in solchen Gebieten die Ufer schon schützen müsse. Das war zwar eine klare analytische Fehleinschätzung, aber… Sorry, ich kann im persönlichen Gespräch keine Smilies an meine Worte anfügen! Daß man mit einem Boot dieser Art bei dieser Geschwindigkeit nur Wellen bis vielleicht 20 mm erzeugen kann, war ihr genauso klar wie 35 cm!

Oh heilige Einfalt!

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Antworten

In meinem Beitrag vom 10.10.14 sprach ich die Dresdner Unfallforscher an, ob denn nicht endlich mal die gewonnenen Erkenntnisse in die konkrete Unfallverhütung einfließen. Gestern erhielt ich Antwort. In Teilen lautete sie, wie ich vermutet hatte, in anderen aber, wie ich es nicht gehofft hatte. Also: Die Ergebnisse der Forschungen darf jeder nutzen, der sie anfordert. Sehr wahrscheinlich wird das nicht kostenlos sein. Das Objekt arbeitet zwar nur kostendeckend, aber: hohe Kosten –> hohe Erlöse. Es kommt dabei schon was rein. Wie ist das nun mit der Unfallverhütung in Dresden(wo ja diese Studien betrieben werden!)? Hier könnte man ja schließlich direkt am “Punkt des Schmerzes” ansetzen. Ich zitiere aus der Antwort von Herrn Dipl. Ing. Uli Uhlenhof, dem Bereichsleiter Unfalldatenerhebung der besagten Studie:

Die Stadt Dresden fühlt sich durch unsere Datensammlung schlichtweg überfordert. Bisherige Versuche unsererseits, gemeinsame Vorhaben anzugehen, sind allesamt erfolglos geblieben. Die Behörde bedient sich der durch sie selbst erstellten Statistiken und hat wenig Interesse an unfallverursachenden bzw. beeinflussenden Faktoren. Somit haben wir keinen Einblick in lokale Entscheidungen.

Aha, scheinbar ist in Dresden alles in Butter: “Wir schaffen uns lieber ein paar neue Blitzer an, statt Geld für Forschungsergebnisse auszugeben, die wir sowieso besser können!”

Einen greisen Amtsschimmel holt man eben nicht mal ´eben so´ aus dem Stall.

Veröffentlicht unter Allgemein, Regionales und Lokales, Verkehr | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert

Hast du Glück, dann hast du Glück!

Nach einem terminmäßig begründeten recht späten Beginn lief der Tag für mich heute so “LaLa”, quasi keine Highlights, aber auch keine “Gurken”. Kurz vor 15°° Uhr dann stellte ich mich am Hbf an, um den Schub um 15°° Uhr mitzunehmen. Dann aber kam die Anforderung: “GRT Raum Budapester” und ich war weg: Weg mit 5 jungen russischen Erwachsenen zum Flughafen. Nun habe ich zwar 7 Jahre Russisch gelernt und hatte immer die Note “2”, aber: lang, lang ist´s her! Trotzdem schlugen die Wellen der Diskussion unterwegs(englisch) hoch. Das Thema waren Putin als Person und die Vorgänge in und um die Ukraine. Und wenn da einer glaubt, Deutschland sei das Land der Nationalisten, den hätte ich gern dabeihaben wollen!
Vom FH abfahrend kam die nächste Anforderung: GRT Liststraße. Bekommen und los: eine Reisebusheimbringung zu einem dreistelligen Festpreis! Na wenn das nichts ist. Wenn man solches Glück hat, kann man natürlich sein Heu in kürzester Zeit einfahren.

Aber auch nach dieser meiner letzten Fahrt verließ mich das Glück nicht! …ja gut, ich gebe zu, daß diese Sache etwas albern ist. Immerhin ist sie aber wahr und deshalb wird sie erwähnt:
Jeden Tag nach Dienst erledige ich in der Küche am Eßtisch meine Tagesabrechnung. Bevor ich dann meine Quittungen, Rechnungen und sonstige Daten zum Computer schleppe, mache ich mir noch den Spaß, mein Dienstportemonaie mit kühnem Schwung in die Ecke mit meinen Taxiutensilien zu befördern. Fast immer landet es punktgenau! Heute nun holte ich aus wie immer, warf und… die Mappe landete zielsicher 30 cm neben dem angestrebten Ziel auf der Ecke eines Postpaketes, wurde wieder hochgeschleudert und landete: Sanft angelehnt an meine Utensilien genau im Zielbereich! Tja, auch so geht´s. Woran man eben erkennt:

Hast du Glück, dann hast du Glück!

Veröffentlicht unter Finanzen, Geschichte, Privat, Taxi | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert

Sport ist nicht immer Mord

Ich bin zwar nun selbst nicht mehr so der Obersportler, aber trotzdem bin ich dem Sport noch sehr verbunden. Die engste Verbindung habe ich dabei mit 2 bestimmten Sportarten. Die erste davon ist die Formel 1, denn sie liegt mir außerordentlich am Herzen. Aber auch Fußball ist mir sehr, sehr nahe. Er geht mir nämlich direkt ganz knapp am Arsch vorbei. Heute war nun beides angesagt: Formel 1 in Sotschi und deutsche Nationalmannschaft gegen Polen. Weil ich tagsüber unterwegs war, hatte ich mir die F1-Quali aufgenommen und auch angesehen, während ich mir das Anschauen des Fußballspiels dann doch geschenkt habe. Ich wollte einfach noch nicht so zeitig einschlafen.
Bei der Quali der Formel 1 war allerdings ein tüchtiger Aufreger dabei. In Q2 nämlich berichtete der Kommentator, daß Louis Hamilton nur deshalb eine recht schlechte Zeit gefahren sei, weil er wahrscheinlich unterwegs Verkehr hatte…
Louis, hallo! Geht´s noch?!

Hätte das nicht auch bis nach der Arbeit warten können?!!

Veröffentlicht unter Formel 1, Privat, Verkehr | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Immer wieder freitags…

…kommt die Bestätigung – dibidibidib – dib,
die wir kriegen jedes Wochenend,
wenn der Fahrer hinter´m Lenkrad pennt
und das Auto dann abbrennt.

Entschuldigt bitte, aber ich mußte heute mal ein Lied dichten. Unterlegen muß man es natürlich mit der Musik von “Immer wieder sonntags” von Cindy& Bert. Was ist gemeint? Na klar, der allfreitägliche Wahnsinn, bei welchem ein riesiger Prozentsatz der Fahrzeugführer vergißt, was sie mal gelernt haben oder einfach die gegenwärtige Stimmung die Oberhand gewinnen läßt. Diese Stimmung ist nun aber mal an diesem Tag extrem schlecht. Der Grund ist ganz einfach. Jeder denkt: “Ich will doch in´s Wochenende und habe es eilig! Warum laßt ihr mich denn nicht fahren?! Ihr habt es doch bestimmt nicht eilig, oder?”
Woher diese freud´sche Fehlleistung kommt, weiß keiner. Genau deshalb kehrt sie immer wieder, genauso wie die Jahres- oder Tageszeiten wiederkehren… oder eben der Freitag.
An der TU Dresden gibt es eine Abteilung Verkehrsunfallforschung. Die befassen sich mit der Erfassung und Auswertung aller möglicher Daten über Verkehrsunfälle, aber ich zweifle an der Erfassung vorausgehender psychologischer Daten. Solange dies nicht geschieht, kann man die wirklichen Ursachen von Unfällen niemals ermitteln. Wahrscheinlich geht es darum aber gar nicht, sondern um Zuarbeit für die Autoindustrie, damit diese ihre Fahrzeuge sicherer machen kann. Daß man damit Geld verdienen kann, sei nur nebenbei erwähnt. Psychologische Betrachtungen würden vielleicht die Unfallzahlen mindern, bringen aber keine Rendite.
Deshalb wird es noch lange heißen:

“Fröhöliche Autos überall,
crashen auf der Straße,
dumpfer Knall”

Mein Gott, bin ich musikalisch!

 

Veröffentlicht unter Finanzen, Privat, Taxi, Verkehr | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert

Glaubenskrise

Ja tatsächlich: in einer solchen befand ich mich heute zum Feierabend! Den ganzen Tag habe ich dafür gearbeitet, die Tücken und Wirrnisse des Dresdner Straßenverkehrs zu meistern und zugleich einen vernünftigen Umsatz zu erzielen. Ausgerechnet zum Feierabend wurde ich kalt erwischt: Ich glaube nun nicht mehr an die Kraft des Geistes in puncto Logik auf unseren Straßen.
Ich möchte hier erzählerisch skizzieren, wie ich zu dieser Einschätzung komme:

Ich fuhr auf der Reisstraße unter der Bahnunterführung hindurch, um dann nach links in die ´Str. d. 17. Juni´ abzubiegen. Mir gegenüber standen 3 Fahrzeuge, die den Plan gerade-gerade-rechts hatten(reihenfolgemäßig). Dumm war nur, daß der Verkehr auf besagter (Haupt-)Straße nicht abriß. Das heißt für den Profi: “Hier muß improvisiert werden!” 5 Minuten Zeit für eine Kreuzung hat nämlich niemand. Deshalb habe ich in einer Situation, in der von mir aus rechts niemand und von links ein Rechtsabbieger kam, sofort die Kreuzung befahren und mich so aufgestellt, daß außer meinen Gegenübern niemand fahren konnte. Der erste davon war sehr flink, denn noch bevor ich meinen Aufstellungspunkt erreicht hatte, war er verschwunden: Spitze! Der Zweite war auch nicht faul und fuhr sofort auf die Kreuzung in der Form, den herannahenden Abbieger auch abbiegen zu lassen. Aber dieser…, ich meine diese war mit der Situation total überfordert: “Was macht nur dieses häßliche Taxi dort mitten auf der Straße und warum versucht der böse Mann von links, mich zu rammen?!” Mit den vereinten Kräften vieler, vieler winkender Arme konnte sie dann doch bewegt werden, die Kreuzung zu passieren. Nun aber kam das letzte Problem. Es war ein Problem, was mir gegenüber nach rechts abbiegen wollte und es hatte lange Haare. Ich weiß wirklich nicht, was in diesem Problem vorging und wo es seine Augen hatte, jedenfalls habe ich es doch tatsächlich dank Lichthupe, sonstiger Hupe und gnadenvollem Winken meiner linken Hand dazu bewegen können, das zu tun, was es tun wollte: rechts abzubiegen. Inzwischen waren natürlich auch schon wieder mehrere Fahrzeuge auf der Hauptstraße vor Ort. Deshalb muß ich an dieser Stelle einmal in folgender Weise meckern: Mit Stümpern werden wir die Anforderungen des Straßenverkehrs in dieser Zeit und den kommenden Zeiten nicht bewältigen!
Bis hierhin trifft meine Kritik eigentlich nur Privatfahrer, da Berufsfahrer mehrheitlich so denken und handeln wie ich. Das sollte sich aber innerhalb von Minuten ändern! Ich fuhr nämlich nach dem ersteren Vorfall nur etwa 100 Meter bis zur nächsten Tankstelle. Diese war in diesem Moment voll besetzt und ich stellte mich deshalb in der für mich günstigsten Spur an. Nach kurzer Zeit wurde die vordere Säule meiner Spur frei. Da aber rechts noch ein Fahrzeug stand, kam ich nicht vorbei. Das war nicht so schlimm, denn ich konnte sehen, daß die junge Frau vor mir gerade beim Bezahlen war. Gerade in dem Augenblick, als rechts frei wird, kommt von draußen ein Krankenwagen des ASB, umkurvt mich und den Wagen der jungen Frau, rangiert sich ein und zwingt dadurch diese und mich zum Zurücksetzen. Schlicht genial gemacht, Herr Kollege! Dabei war der Herr bestimmt jenseits der 40! Daß ich für seinen 5-Sekunden-Gewinn im Endeffekt nochmals 3 Minuten warten mußte, weil er viel später bezahlte und die Spur blockierte, war nur noch der Zuckerguß auf der Schwachsinnstorte.

Manchmal wünschte ich mir, ich hätte kein Hirn! Dann müßte ich mich nicht ärgern und würde es selbst so machen!

Veröffentlicht unter Fahrkünste, Gesundheit, Taxi | 6 Kommentare

Es zerreißt mir das Herz!

Gerade in dem Augenblick, als ich Feierabend machen will, kommt über Textnachricht die Anfrage: “Suche Fz in Niedersedlitz”. Da ja ein “Absacker” immer gern genommen wird, habe ich gleich auf Sprechanforderung geschaltet. Bevor diese allerdings angenommen wurde, erschien im Display: “Ecke Raum Bhf Niedersedlitz”. Dies bedeutet für den Eingeweihten: In der Gegend um den Bhf Niedersedlitz steht irgendwo ein Kunde an der Straße, der mitgenommen werden möchte. Mein sofortiges Drücken ersparte dann auch die “Erbettelung” des Auftrags.
Und nun wird´s dramatisch: Es handelte sich um den Vater eines etwa 5-jährigen Sohnes, der den ganzen Tag mit Hilfe seines Wagens verschiedene Dinge erledigte und in dem Augenblick, als er seinen Sohn aus der Kita abholen sollte, auf die Mitarbeit ebendieses Wagens verzichten mußte. Er tat im Moment das Richtige, indem er den ADAC rief, um das Fahrzeug wieder flott zu machen. Schlecht war nur, daß der ADAC manchmal viel zu tun hat, sodaß der junge Mann mit der Abholung seines Sprößlings in Terminnot geriet. Um zu retten, was zu retten ist, bestellte er ein Taxi, um mit diesem zur Kita zu fahren. Das dumme war nur, daß gerade jetzt kein freies Taxi verfügbar war und die Zeit dadurch immer kürzer wurde. Aber endlich war ich ja nun da! Er sagte mir die Adresse des Kindergartens an und ich preschte los. Irgendwann wurde er dann unruhig und meinte, das könne nicht richtig sein. Allerdings war die Beschreibung, wie er selbst sonst immer fährt, etwas hanebüchen. Da seine Adresse ein Straßenname war, der einen Vornamen darstellte, könnte es auch leicht sein, daß die richtige Straße mit diesem Vornamen beginnt und auch einen Nachnamen hat. Das konnte er aber nicht sagen. Am Ende war es tatsächlich so.
Wer keine kleinen Kinder hat, der wird nicht wissen, daß eine Kita eine normale Öffnungszeit hat(hier bis 17:00 Uhr), sowie eine definierte Notfallzeit(hier bis 18:00 Uhr) für Fälle, wenn die Kinder nicht termingerecht abgeholt werden können. Bei Erreichen des Endes der Notfallzeit werden die Kinder ´von Amts wegen´ in´s Notfall-Kinderheim gebracht.
Als ich nun nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich die richtige Adresse hatte, konnten wir den Filius dann endlich 3 Minuten vor 18 Uhr in Empfang nehmen. Dieser erwies sich dann als ein sehr spitzbübischer und aufgeweckter Junge, der wahrscheinlich die Misere gar nicht so richtig mitbekommen hat.Auf der nachfolgenden Heimfahrt wurde der junge Mann von seiner Frau/Partnerin angerufen. Da der Mann das Handy auf Lautsprecher gestellt hatte, bekam ich die fragwürdige Ehre mitzubekommen, daß die Kindesmutter den besagten Vorfall kausal als letzten ´Stolperstein´ zur Trennung erklärte.
Ich war entsetzt! Natürlich weiß ich nicht, was diese Partnerschaft bis dahin schon ausgehalten hat, aber dieser Vorfall hat die Kausalität wahrlich nicht verdient. Der Mann liebt Frau und Kind wahrscheinlich abgöttisch, war aber mit der Situation total überfordert! Man sollte an dieser Stelle auch erwähnen, daß er nicht aus Deutschland stammt. Unsere Amtsgewohnheiten sind schließlich schwer zu durchschauen.
Darum möchte ich hier meinen Appell an die Kindesmutter richten:

Was bisher vorgefallen ist, weiß ich nicht und es geht mich auch nichts an. Ich bitte dich nur, deinen Partner nicht für verantwortungslos zu halten, denn er hat sich reingehängt wie ein Tier! Er war initiativ, aber überfordert. Folge dem Rat eines fast 60jährigen: Übernimm die Regie und führe ihn zu Höchstleistungen! ;-)

Veröffentlicht unter Ethik, Taxi | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert