Kindereien

Viele haben es schon praktiziert, vor allem, wenn sie gerade erst das Taxi für sich entdeckt haben und dachten, dieser Trick stamme von ihnen…
Es geht hier um die Handlungsweise, daß man sich möglichst lange vor einer lukrativen Vorbestellung nicht am THP anmeldet, um nicht schon vorher weggerufen zu werden. In Wirklichkeit müssen das schon unsere Vorväter so praktiziert haben und wer es jetzt noch tut in der Hoffnung, es merkt keiner, der sollte sich wirklich mal untersuchen lassen.

Ich stand heute mittag an der Eiche und beobachtete das Hereinkommen einer Vorbestellung um 13:05 Uhr in Weixdorf. Ich habe mich lange geziert, startete aber eine halbe Stunde vorher Richtung Weixdorf. Als ich um die Ecke bog, stand da schon ein GRT, dessen Fahrer tief in ein Buch versunken war. Als ich mich auf etwa 30m genähert hatte, schaute er plötzlich auf, sah mich, zuckte zusammen und tat irgendetwas im Wagen. Auf meine Nachfrage wurde mir bestätigt, daß er sich knapp eine Minute vor mir eingebucht hat. Danach hat er das Buch rausgeholt, aufgeschlagen und die richtige Seite gesucht, beginnt zu lesen und ist ein paar Sekunden später so gefesselt, daß er mich fast nicht bemerkt??! Very mysterious!
Ja überhaupt ist Weixdorf ein Hotspot für sich: Wenn man dort mal im Wagen ein Auge zumacht, kann man fotografiert werden, welches Bild dann der jeweilige Chef erhält.

Gegen solche (zum Glück bekannten) geistreichen Kollegen sind Zechpreller und Taximörder ein Scheißdreck!

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Stille Helden

Ein Held ist nicht dieser, der im Gefühl der Macht alles übberrennt, sondern jener, der in der Gewißheit der Unterlegenheit seinen Humor nicht verliert und den Mut findet, dem Untergang zu trotzen.

Frei nach einem bisher unbekannten Taxifahrer

 

Fenrir
Ich bin Fenrir. Meine Mami holte mich vor 2 Jahren zusammen mit meinem Freund Corax zu sich. Corax und ich waren ein gutes Team – wenn man davon absieht – daß natürlich jeder von uns beiden Chef sein wollte. 😉
Irgendwann aus einem für Mami nicht erkennbaren Grund begann ich, mir meine Federn auszureißen. Sie ist oft mit mir zum Arzt gegangen deswegen, aber nichts konnte mir helfen. Wir mußten uns beide damit abfinden. Sie hoffte, daß sich das irgendwie „auswächst“. Auch deshalb holte sie uns zwei Frauen in unsere Wohnung. Aber auch das konnte mich nicht mehr aufmuntern. Ich konnte nicht mit meiner Selbstverstümmelung aufhören. Das Fliegen war mir inzwischen unmöglich geworden, weshalb mir Mami ein Fangnetz bauen mußte, wenn ich runterfiel.
Trotzdem hatte ich Freude an meinem etwas eingeschränkteren Leben und trällerte und tanzte begeistert zu meiner Lieblingsband und habe auch laut und fröhlich meine Meinung kundgepiepst, aber ich merkte, daß meine Kraft nachläßt…
Gestern nun hat mir mein Körper gesagt, daß er nicht mehr weiterkann und daß wir in den Vogelhimmel gehen wollen – Ich habe „Ja“ gesagt, denn dann kann ich endlich wieder fliegen…

 

Nun, was bliebe ihm noch zu sagen? Vor allem eins:

Schlaf schön, du kleiner großer Held. Wir vermissen dich. 😥

 

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Gesichtsdiebstahl

Heute las ich in meiner Leib- und Magen-Zeitung einen unglaublichen Beitrag! Es war dieser hier:

Gesichtsdiebstahl

Auf den ersten Blick ist es eine alltägliche Geschichte, aber wenn man ganz genau liest, tun sich Abgründe auf…
Da steht doch tatsächlich: „Da der Radfahrer eine etwas dunklere Gesichtsfarbe habe, sei aber nicht auszuschließen, dass auch diese nicht ihm gehört, so Geithner weiter.“
Nun sieh mal einer an! Ich hätte es ja noch verstanden, wenn sich ein Mensch mit etwas dunklerer Hautfarbe eine hellere stiehlt, um integrierter zu erscheinen, aber andersherum?!
Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist der Plan eines hiesigen Bürgers, die Migranten in ein schlechtes Licht zu rücken, indem er mit einer gestohlenen Gesichtsfarbe die Polizei irreführt.Gesichtsdiebstahl hatten wir schon in der Kriminalgeschichte.

Gesichtsfarbendiebstahl allerdings ist neu.

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Offener Brief an meine liebe Judith

Liebe Judith,

heute ist Sonnabend und somit ein Tag, an dem ich nicht Taxi fahre, sondern mich zu Hause von diesem Job erhole. Logischerweise gibt es deshalb keine Geschichten zu verbloggen. Aus diesem Grunde bin ich direkt dankbar, daß du – liebe Judith – mir den Stoff dafür geliefert hast. Darum danke ich dir hiermit allerherzlichst, daß du mir diese E-Mail sandtest:

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Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern persönlich zur Verfügung.

Wir bedanken uns für Ihre Bemühungen und verbleiben

mit freundlichen Grüßen,

Judith Sprengmann
Serviceteam 03
Kundenbuchhaltung

Da du aber sicher weißt, daß unbestellte E-Mail-Werbung untersagt ist, unterstelle ich dir jetzt mal, daß du einfach nur ein Dödel bist, dem das einfach schnurz ist. Mir persönlich ist das nicht schnurz, sondern eher lästig. Ich kann nicht meine Zeit mit irgendwelchen Idioten verbringen, die einen Haufen Geld verdienen wollen, ohne einen Finger zu rühren. Also geh´bitte nach Hause und leg´dich wieder hin. Vielleicht kommt dann dein Traumprinz und überschüttet dich mit Gold.
Falls du nicht der Chef bist, dann sag diesem, daß für ihn das Gleiche gilt.

Und nun tschüß, ihr Lieben

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Dekadenz

Manche Leute saufen sich einen an, um Ärger runterzuspülen: Das ist mir aus verständlichen Gründen nicht möglich und außerdem müßte die ärgernisverursachende Angelegenheit oder Person entschieden bedeutender sein als ein glatter Ausfall von 4,50€ wegen einer dekadenten Schnepfe. Also wählte ich die Variante derer, die auf einen Berg steigen, um allein zu sein: Ich fuhr rauf zum THP Bühlau.
Es war hier nicht lange hin bis zur nächsten Vorbestellung und ich war eckig, also alles gut. Als ich dann doch vor der Zeitabgerufen wurde, wollte der böse Kummer zwar wieder aufflammen, aber das gab sich beim Lesen des Auftrags: Großräumig von Radeberg zum Zwinger!
Nun also – wieder im Frieden – muß natürlich das Ärgernis erläutert werden: Ich bekam einen Auftrag bei einer Firma für eine Abholung um eine bestimmte Zeit. Ich fuhr also hin, meldete mich an und wartete. Leider wartete ich länger, als ich dachte und startete deshalb 1 Minute nach der Bestellzeit den Taxameter. Dazu steht wörtlich in der gültigen Taxitarifverordnung:

(3) Kommt die Beförderung aus Gründen, die der Fahrgast zu vertreten hat nicht zustande, beginnt die Fahrpreisberechnung bei Soforttaxibestellung nach Kontaktaufnahme zwischen Fahrgast und Taxifahrer, bei einer zeitlich vorbestellten Taxifahrt zur Bestellzeit

Etwa 7 Minuten nach Bestellzeit kamen 3 Herrschaften aus dem Gebäude, von denen der mit Gepäck „bewaffnete“ von ganz weit oben die Worte: „Tja, ich bin ja wohl jetzt nicht für sie!“ auf mich herabtropfen ließ. Ich meldete mich daraufhin prompt in der betreffenden Firma, nachdem ich auf meinem Funk-Display das Canceling gesehen hatte(übrigens X+3min!). Oben bat ich dann um Erstattung der bereits aufgelaufenen 4,50€. Die Kollegin am Tresen wußte es scheinbar besser, daß das nicht korrekt ist(siehe obiges Zitat) und wies mich ab. Etwas Hartnäckigkeit veranlaßte sie dann doch, unsere Zentrale zu kontaktieren, wo man allerdings genauso wissend war und mich abbügelte. – Und nun, du blöder Kahl, sieh zu, wo du dein Geld herkriegst oder wie du das deinem Chef erklärst.
Nun könnte man ja denken: Na gut, solche Hinterhofbastler können es nicht besser wissen, aber das ist so nicht richtig. Diese Firma hat z.B. eine Website mit allerlei Sprachverzeigungen, allerdings keine deutsche. Wir sind quasi zu unbedeutend. Die ganze Diskussion war einfach nur eine Demonstration von „Dekadenz der Macht“. So nach dem Motto: „Wir müssen uns nicht informieren, denn wir wissen selbst, was gut und richtig ist!

Und das schlägt eben bis zum Vorzimmerdrachen durch.

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Ernährungslügen

Heute habe ich wie immer rechtschaffen mein Tagewerk erledigt(wofür Gott mich loben möge), um dann ebenso rechtschaffen meiner Frau beim Einkauf zu assistieren. Schließlich kennt sie ja mein Bier, aber was ich sonst noch aktuell an Appetitsanfällen habe, muß ich zeitnah vermitteln. Da gehen wir also die Regale auf und ab und was sehe ich: reihenweise Lug und Trug!! Früher ging man zum Regal und las: „Schweineschnitzel“, „Kalbsragout“, „Salami“ oder aber auch „Panierter Blumenkohl“, „Brechbohnen“ und vieles andere mehr. Was aber muß man heute lesen!?
So was hier: „Vegetarische Schinkenwürfel“, Vegetarische Salami“, „Vegetarische Bratwurst“ und so weiter, und so weiter, und so weiter…

Ja sagt mal, seid ihr jetzt ganz bescheuert geworden?! Das Zeug ist vegetarisch, das heißt, daß es aus was auch immer besteht, aber es ist auf keinen Fall ein Schinken, eine Salami, eine Bratwurst oder was auch immer! Wenn denn Vegetarier oder Veganer das fleischliche hassen, dann muß man sie doch auch nicht mit fleischlichen Begriffen locken, denn das würde ihnen das Essen eher verekeln! Wenn ich heute „Veganes Essen“ lese, denke ich doch nicht spontan an eine grüne Landschaft, sondern eher an einen Chemiebetrieb, so wie vielleicht diesen oder auch diesen hier.
Warb man bisher damit, daß einheimische Schlachttiere besonders gesund waren, so wirbt man jetzt mit:

„Noch nie waren unsere Reaktoren und Retorten so sauber wie gerade heute!“

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Alterssturheit

Heute – an einem geschäftlich unterirdischen Tag – hatte ich doch tatsächlich wieder mal eine Entlassung an der „Frieda“: Name und Station bekommen –> oben abholen, alles paletti also. Nun ja – oben ist aber niemand. 2 Schwestern erzählen mir, der Herr wäre schon runtergegangen. Auf den Hinweis, lieber obenzubleiben meinte er, es gäbe ja nur einen Weg. Das beweist: Mit mir hat er nicht gerechnet, denn ich kannte noch einen anderen. Die Folge davon war logisch: Ich verfehlte ihn unten, denn er war schon wieder oben –> die Schwestern, welche ich traf, fuhren mit mir im Lift runter, also hatte mich keine andere gesehen –> also neues Taxi rufen, weil altes nicht gekommen!  Herrlich, langsam müßte auch die allerletzte Schwester wissen, daß bei uns in Dresden die Taxis IMMER kommen. Sei es, wie es sei: Ein Kollege wurde praktisch für nichts hereingerufen, denn inzwischen kreuzten sich mein Weg und der des Patienten. Dem Herrn kam es überhaupt nicht in den Sinn, daß er selbst der Auslöser des Tohuwabohus war, indem er nicht am Ort verblieb. Man ist ja schließlich älter und weiß besser, wie Dinge organisiert werden.
Auf dem Weg in seinen Wohnort passierten wir Dresden-Plauen, wo ich ihm von einer demenzkranken Frau erzählte, die von Bühlau aus bis hier zum Plauenschen Grund immer steif und fest behauptete, ich hätte keine Ahnung und würde völlig falsch fahren. Erst hier erkannte sie die Richtigkeit. Wir erörterten dann die verschiedenen Erscheinungsformen der Demenz und deren Begleiterscheinungen wie z.B. Alterssturheit.
Na sieh mal einer an…

Quod erat demonstrantum!

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Müllvermeidung

Also ich persönlich bin ein ausgesprochener Freund der Müllvermeidung. Insofern hasse ich es, Dinge zu kaufen, bei denen man viel wegwerfen muß und Dinge (oder auch Lebensmittel) wegzuwerfen, die man noch verwenden kann. Es gibt aber auch Leute, die Freunde der Müllvermeidung sind, dies aber so auffassen, daß sie Müll in ihrer Einflußsphäre nicht mögen und dessen Entsorgung lieber „outsorcen“.
Heute hatte ich am Geflügelbahnhof einen Fahrgast, der erst zu meinem Vordermann ging und nach kurzer Frage zu mir kam. Der Grund dafür war die Zahlung mit Karte. Nun bieten ja manche Kollegen tatsächlich keine Kartenzahlung an, aber der Fahrgast meinte schon einmal mit betreffendem Kollegen UND Kartenzahlung gefahren zu sein.
Sei es, wie es sei, er kam jedenfalls zu mir. Von Hause aus eine positive Sache… nur die Frühstückstüten in seiner Hand erweckten meinen Argwohn…
Die Fahrt selbst verlief recht lustig und somit unterhaltsam und endete bei 28,50€. Ich bekam glatte 29 und begann mich zu fragen, welcher streng kalkulierten Tatsache ich diesen Betrag von 0,50€ (in Worten: 50 Cent) zu verdanken hätte. – Und weil ich kein Dooferle bin, habe ich es natürlich herausgefunden: Es war der Lohn für das Outsourcing! Ich durfte nämlich die Verpackungsreste seines Frühstücks fachmännisch entsorgen. Dafür war es natürlich mehr als genug, denn es waren ja bis zum Papierkorb nur 5m!
– Und nun überlege ich, ob der Kollege vor mir den Herrn wirklich schon mal gefahren hat und sich an dessen Gewohnheiten erinnerte. In diesem Falle könnte ich mir gut vorstellen, daß er plötzlich keine Kartenzahlung mehr anbot. Leider ist mein Langzeitgedächtnis nicht mehr das beste, weshalb ich wohl beim nächsten Mal ebenfalls wieder Kartenzahlung akzeptieren werde.
Wenn man aber nun einem Menschen Unrat in´s Auto legt, heißt denn das nicht per se: „Du bist Müll!“?

Und darf man dieses Kompliment zurückgeben?

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Unverständnis

Mein heutiger vorletzter Fahrgast war ein relativ junger Holländer, der zwar nicht durchgängig gut deutsch sprach, es aber gern wollte. Also haben wir uns auf Deutsch mit englischer Reserve geeinigt. Im Laufe unserer Unterhaltung, während der ich auch die Einwirkung von Dialekten beschrieb, erzählte er, daß er in einer Kleinstadt kurz hinterm Deich lebt, dessen Einwohner sich mehrheitlich von Landwirtschaft sowie anderen gebräuchlichen Branchen ernährt. Nur einen Kilometer entfernt sei ein weiterer Ort in ähnlicher Größe, dessen Ertragsschwerpunkt allerdings auf dem Fischfang liege. Das sei auch schon seit Jahrhunderten so gewesen, während denen die Fischer ihre Erfahrungen oft mit Fischern der umliegenden Nationen austauschten. Die Folge davon sei eine Art von Fischer-Esperanto geworden, welches allerdings nur in besagtem Fischerort gesprochen wird. Dieses Kauderwelsch nun können Menschen in seinem – einen Kilometer entfernten – Ort nicht verstehen. Ist das nicht verrückt?!

Abschließend gab ich ihm noch einen Rat für die wirtschaftliche Zukunft seines Ortes. Diese Lage hinter dem Deich muß ja nun nicht zwangsläufig eine Notlage darstellen, sondern kann auch die große Chance bergen:
Venedig ist doch seit jeher ein Touristenmagnet ohne Vergleich, aber – Venedig geht unter! Irgendwann ist es weg und kein Ersatz ist in Sicht. Da wäre es doch nicht schlecht, wenn man die Zeit nutzt, um auf noch trockenem Land eine Touristenstadt hochzuziehen und anschließend durch Fluten des Landes ein „Venedig 2.0“ in´s  Leben zu rufen.

Na, ist das Marketing?!

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Säufer-Lobby

Heute war es beim Einkaufen wieder mal soweit: Mein „Kompott“ war alle und ich kaufte mir eine neue Flasche „Ouzo“. Natürlich ist das keine Spirituose, mit der man sich mal eben so die Rübe zudröhnt, denn man muß sie schon mögen, um sie mit Genuß zu trinken. Bei dieser Gelegenheit habe ich mir so meine Gedanken über die deutsche Gesetzgebung gemacht:
Warum eigentlich kriegt man es hierzulande nicht auf die Reihe, eine 0,0 Promille-Grenze einzuführen?! Das hat sogar die DDR geschafft, obwohl diese im Alkohol-ProKopfVerbrauch die Weltspitze mitbestimmte! Die Bundesrepublik also schwächer als die DDR? Ja klar! Ganz einfach deshalb, weil man hier und heute keine Mittel gegen Lobbyarbeit findet. Was also können Brauereien oder andere alkoholverkaufende Firmen ins Feld führen, um 0,0 zu verhindern???
1. Arbeitsplätze im Brauereiwesen
2. Hohe Steuereinnahmen
3. Ein besoffenes Volk, das sich nicht über bescheuerte Entscheidungen der Regierung erregt
4. ???
5: ???
6: ???
Das ist doch schon mal was: Wenn heute noch oder wenigstens morgen einer deiner nächsten Angehörigen wegen eines Alkoholfahrers über die Klinge springt, dann mach dir keine Gedanken, denn so wurden wenigstens Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und bescheuerte Regierungsentscheidungen gesichert, sowie ???, ??? und ??? bedient.
Also dann nichts wie ran, Leute:

Sauft was das Zeug hält und schert euch nicht um diesen oder jenen Fußgänger!

PS: Der für mich beste Ouzo ist übrigens der vom Hundenetto. Der ist sogar weitaus besser als derjenige „fier meine gutten Freinde“ mit der „12“ im Namen.

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