Herr, laß Zeit regnen!

Wenn man zuhause einen Arsch voll Arbeit hat, merkt man erst, welch ein Scheißjob das Taxifahren ist. Früh um sechs oder früher klingelt der Wecker und meist bist du auch nicht vor 18:00 Uhr wieder zurück. Da machst du dir was zu essen, tippst die Tagesdaten ein, erledigst den Abwasch vom gestrigen Tag und Ruck-Zuck ist es zu spät, um noch irgendetwas Konstruktives zu tun, geschweige denn einem netten kleinen Computerspielchen zu frönen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich es früher geschafft habe, die Krone der PGA Golftour zu erringen. Wenn ich heute was von Abschlag höre, denke ich eher: „Nanu, gibt´s den Lohn jetzt wieder in Raten?“
Wenn man dann noch Dinge erlebt wie heute, daß man sich eine Vorbestellung ergattert und vom Hinstellen bis zur Abfahrt 45 Minuten wartet und dann eine Fahrt von 500 Metern bekommt, weiß man den Faktor Zeit wieder unheimlich zu schätzen. Es waren merkwürdigerweise auch keine älteren Herrschaften, bei denen die Taxibestellung der DDR wieder durchgeschlagen hätte, sondern ein junger Mann, der zum Orthopäden mußte. Daß er in diesem Zustand nicht laufen konnte, war mir klar, aber extra Vorbestellung…? Ich habe ihm dann die Sachlage erklärt und er hat´s auch verstanden und will es auch nicht wieder tun. Haben sie das gehört, Frau Merkel: Unsere Jugend ist doch nicht zu blöd!

Ich jedenfalls vertraue den jungen Leuten… meistens. 😉

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Keiner sieht mich

Ich bin heute an einem Fahrzeuggespann vorbeigefahren, bei dem ich nicht so richtig weiß, ob es eine Kasperei oder authentisch ist: Ein T3 mit einem Bootsanhänger, auf dem ein Motorboot lag. Das besondere war die Tatsache, daß beides in „Flecktarn“ lackiert war. Es deutet also alles darauf hin, daß hier ein Military-Fan am Werke ist.
Nun bin ich zwar nach wie vor stolz darauf, daß mich mein Zugführer bei meinem Wehrdienst als „die größte militärische Schlampe, die mir während meiner bisherigen Dienstzeit unter die Augen gekommen ist“, bezeichnet hat, nichtsdestoweniger glaube ich aber, daß hier etwas nicht stimmt. Flecktarnung dürfte in buschbestandener Ebene recht effektiv sein, auf dem Wasser aber habe ich heftige Bedenken.

Ich als Jagdbomberpilot würde bei einem mit mehreren Knoten über das Wasser jagenden Gebüsch erstmal vorsorglich draufhalten!

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Abrüstung

Ich habe an dieser Stelle schon viel quergeschossen, mich über jeden Mißstand und jede Schrulle von Mitbürgern ereifert, aber ich muß jetzt auch einmal sagen: „Die Mehrheit der Mitfahrer sind ganz normale, verträgliche Menschen. Natürlich haben sie ihre Eigenheiten, aber wer hat die nicht!“ 😉 Ihr braucht nur mal diesen Blog durchforsten, dann kennt ihr meine. :-)
Was ich sagen will ist:

„Ja, ich fühle mich wohl in meiner Stadt und möchte, daß das immer so bleibt.“

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Spargelzeit

Herrlich, es gibt wieder frischen Spargel! Der Beelitzer soll ja der beste sein, deshalb gibt es von ihm auch so viel… Ja, wenn ich es recht bedenke, gibt es eigentlich ZU viel. Man hat das Gefühl, daß die vom Beelitzer Spargelangebot hochgerechnete Anbaufläche etwas größer ist als die ganz Brandenburgs! Aber solche Diskrepanzen machen uns ja nichts aus. Hauptsache ist die Frische! Und was kann schließlich frischer sein als ein Verkauf direkt vom Feld?! Da stört es nicht weiter, wenn dies ein Rapsfeld ist oder ein abgewelktes Dahlienbeet oder gar eine Blaubeerplantage und ob der Verkaufskiosk eine stilisierte Riesenerdbeere ist oder bei Bedarf auch ein Scheißhaus.

Frischer Spargel schmeckt jedenfalls am besten!

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Dynamo ist zweitklassig

Eigentlich klingt das wie eine Geringschätzung oder sogar Beleidigung, aber jeder Dynamo-Kenner weiß, daß damit aktuell der Aufstieg in die zweite deutsche Spielklasse gemeint ist. Nun bin ich aber nicht der Mensch, den der Fußball nachhaltig berührt. Auch Dynamo-Fan war ich in meiner Jugend mehr aus Lokalpatriotismus. Das legte sich dann allerdings, als die Spieler weggingen, die einst den „Dresdner Kreisel“ bildeten. Es waren diese Spieler, die DDR-Meister wurden:

Dynamo1976Ich glaube, damals hat man noch richtig „gearbeitet“. Heutzutage spielt man für die Galerie und die Karriere, möglichst ohne Arbeit. Es gibt noch mehr Dinge, die mir nicht gefallen, aber ich will es dabei bewenden lassen.
Der Grund für diesen Artikel ist nämlich ein ganz anderer: Anläßlich des Wiederaufstiegs in die 2. Liga habe ich mich entschlossen, 2 Dinge zu versteigern, die ich schon seit vielen Jahren im Schrank aufbewahre, mir aber bisher weder Nutzen noch Besitzerstolz gebracht haben.
Da wäre zuerst ein DDR-Oberliga-Wimpel, der anläßlich der Berufung der DDR-Olympiamannschaft im Jahre 1988 signiert wurde. Dazu gehört noch ein A4-Blatt mit einer Kopie der Rückseite des Wimpels, auf die man mir beim Dynamo-Stammtisch in Wimpel hintenWimpel vornDruckschrift die Namen aller zu erratenden oder zu entziffernden Beteiligten schrieb. Der Wimpel ist in einem 1a Zustand, auch wenn er auf dem Bild „abgehackt“ erscheint. Er hat tatsächlich keine Spitze und ist ringsum von der Aufhängekordel eingefaßt.

 

Das wahrscheinlich wesentlich interessantere Angebot dürfte allerdings dieses hier sein:

DynamoTrikot hintenDynamoTrikot vornDies ist ein Original-Spielertrikot aus der Saison 1982/83. Die Richtigkeit der Jahreszahl kann man natürlich exakt am weiter unten eingefügten Foto feststellen, in etwa schätzen kann man sie allerdings auch schon beim Anfassen und Fühlen des Stoffes. – Diese Trikots bestanden aus einer synthetischen Faser, die den Träger bereits nach dem Anziehen in Schweiß ausbrechen ließ.

Dynamo82

Bundesarchiv Bild 183-1982-1008-309          Mannschaftsfoto SG Dynamo Dresden

ChampiEingefleischte Fans wissen natürlich, wer es getragen hat:
Es war natürlich Hans-Uwe Pilz, genannt Champi. Ich habe mir seine Zusage erbettelt, daß sich der potentielle Käufer nachträglich aussuchen kann, ob und wie er das Trikot signiert haben möchte. Diese Option wird also inklusive sein.

 

 

Die Auktion wird allerdings nicht auf einer allseits bekannten Plattform stattfinden, sondern auf HOOD. Hier wird mir das Geld nicht gleich wieder aus der Tasche gezogen. Ihren Start werde ich auf die Zeit nach Saisonende legen. Ich werde das rechtzeitig ankündigen, damit es niemand verpaßt. Die Artikel stehen dann unter:
Sammeln & Seltenes › Fan-Memorabilia › Sport › Fußball › Trikots
bzw.
Sammeln & Seltenes › Fan-Memorabilia › Sport › Fußball › Fahnen & Wimpel.

Alsdann: Unbedingt immer mal wieder reinsehen!

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Wortkünstler

Morgen nun kann ich endlich wieder in´s  Tagesgeschäft einsteigen, nachdem ich eine Woche krank war. In dieser Woche habe ich natürlich auch viel Zeit gehabt für Dinge, die mich ansonsten nicht tangieren und nur aus Langeweile genommen werden, wie z.B. das Fernsehen. Bei dieser Gelegenheit bin ich sogar beim Fußball gelandet. Das Spiel und der Ligabetrieb haben mich zwar nicht so interessiert, aber ich bin auf etwas Erstaunliches gestoßen: Wenn es darum geht, persönlichen Schaden zu vermeiden, indem man massive Beleidigungen in eine kreative Sprache hüllt, dann sind Fußballspieler ganz vorne dran. Und schließlich ist es seit jeher die deutsche Sprache, deren unterschiedlichste Facetten für mich das Salz in der Suppe sind.
Nehmen wir mal ein Beispiel: – Der Reporter fragt einen „Gelbe Karte-Sünder“: „Herr Sowieso, denken sie nicht, daß ihr mit der „Gelben“ bestraftes Foul die Qualität einer „Blutgrätsche“ hatte, für die sie eigentlich hätten Rot sehen müssen?“
Jetzt die Antwort im Hirn… – sagen wir „Kopf“ des Spielers: „Jetz´hör mir ma zu, du Sackratte! Wie kommst du auf diese bescheuerte Rot-Idee?! Das war doch gar nichts! Jede U12 spielt härter! Normalerweise müßtest du paar in die Fresse kriegen, du Hobbyjournalist! Paß bloß auf, daß ich dich nicht mal in meiner Stamm-Nachtbar erwische, dann bist du Mode!“
Und weil aber Kamera und Mikro offen sind, sagt er nur:

„Ja gut , ich mein´:“

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Zookinder

Normalerweise habe ich im Auto niemals das Radio an, es sei denn mit einer MP3-CD. Da das Radio im Taxi aber irgendwelche Probleme mit CDs hat, bleibt halt dort das Radio stumm bis zum jüngsten Gericht. Daß ich gerade heute früh selbiges einschaltete, muß Loki, der Gott des Schabernacks eingefädelt haben. Es kam nämlich gerade eine Werbung für nachösterliche Sonderveranstaltungen im Zoo Leipzig, wenn ich mich nicht irre. Sei es, wie es sei: Auf jeden Fall erzählte die Dame im Radio fast wörtlich folgendes: „Außerdem gibt es viele verschiedene Überraschungen für Kinder, die im Vorfeld dort versteckt wurden.“

Und nun überlege ich verzweifelt, warum in aller Welt man die Kinder versteckt hat und nicht die Überraschungen!

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Ghost-Guest

Manchmal erlebt man auch nach 20 Jahren Praxis Dinge, die noch neu sind, zumindest für einen selbst.
So landete ich heute am Mittag mangels Alternativen vor dem Krankenhaus Friedrichstadt, wo mir von den zwei anwesenden Kollegen eröffnet wurde, hier stehe man sich genauso die Räder in den Bauch wie an der Uniklinik. Insofern war meine Wahl ja richtig. Wenn überall alles gleich ist, kann man auch überall sein. Nach etwa einer halben Stunde waren wir nur noch zu zweit und ich beschloß, die verbleibende reichliche Zeit für einen kleinen Schönheitsschlaf zu nutzen…
…munter wurde ich durch Geräusche am Auto! Ein junger Mann versuchte die Beifahrertür zu öffnen, schaffte es aber nicht und ging daraufhin hinter das Auto. Ich rief ihn noch mal heran und fragte, was los sei. Schließlich war ich ja nicht der Erste, so daß er mit mir hätte fahren wollen. Er sah mich ausdruckslos an und meinte: „Nichts! Alles gut“. Daraufhin ging er über die Straße, setzte sich auf den Bordstein und guckte in die Gegend. Später legte er sich sogar aufgestützt hin.
Irgendwann stand er plötzlich auf, kam über die Straße und stieg wortlos bei mir zur Mitteltür ein. Auf meine Frage, was das soll, bekam ich keine Antwort. Darauf, was er jetzt hier drin machen wolle, kam nur „warten“.Was soll ich noch groß erzählen, er war quasi für jegliche Art von Kommunikation immun. Ich tat also, was zu tun war und rief unseren Freund und Helfer an. Man versprach mir, jemand zu schicken, sobald ein Streifenwagen frei wird. Dies geschah dann etwa eine halbe Stunde später. Hier wurde nun klar, was wir schon vermuteten: Der junge Mann stammte aus der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses. Er war weiß Gott nicht getürmt, sondern hatte einfach – Ausgang! Ich vermute, das war für ihn ähnlich, als ob man ihn zuhause rausgeschmissen hätte. Und so hat er einfach vor dem Krankenhaus gewartet, daß er wieder rein darf –

wahlweise natürlich auch in meinem Taxi, weil es da so gemütlich ist und ich so lieb aussehe! 😉

 

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Die Weisheiten der Leberwurst

Schon ewig gibt es in Asien den Brauch des Glückskekses, wo man mit der Nahrung sogleich auch die Weisheiten des Konfuzius konsumiert. Dies nach Europa einzuführen, ist eine wirklich nette Idee. So war ich heute sehr erstaunt, was mir die Rügenwalder Leberwurst zu sagen hatte:

zuhausesexIch finde, dieser Rat ist in puncto Logik nicht zu schlagen.

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Was der eine tut…

Bei der ganzen Asylproblematik verstehe ich einen ganz wichtigen Aspekt nicht: Sind denn nicht bis vor kurzem Taxifahrerkollegen aus allen Gegenden Deutschlands wegen Beförderung illegaler Migration zu nicht sehr moderaten Strafen verdonnert worden?! Frau Merkel macht im Prinzip eigentlich momentan dasselbe und müßte quasi dafür ebenfalls verurteilt werden. Natürlich geht das wegen der Immunität nicht, aber eine Anklage wäre doch möglich, oder? Sie könnte ja prinzipiell die Schranken auf freie Fahrt stellen, aber auch dafür braucht sie die Zustimmung des Gesetzgebers, nämlich des Volkes. „Volk“! Das ist übrigens das Wort, das ihr seit ihrem Kanzlereid am schwersten über die Lippen kommt. Damals ging es konkret um´s  deutsche Volk und nicht um ´ihr´ Volk. Es kann sein, daß sie damit nicht klarkommt.
Sei es, wie es sei. Ich jedenfalls gebe zu, vor einigen Jahren ebenfalls einen illegal eingereisten Kurden gefahren und dafür noch nicht einmal Geld genommen zu haben. Nun bin ich mir nicht ganz sicher: Bin ich nun ein Held oder ein Verbrecher?
Müssen also unsere gemaßregelten Kollegen weiterhin als Vorbestrafte gelten, während sich die Kanzlerin im Lichte derselben Tat auch noch sonnt?!
Oder gilt hier der Spruch, der schon immer unser Land beherrschte:

„Was der eine tut, ziemt dem anderen noch lange nicht!“

Dies ist der erste meiner 570 Beiträge, bei welchem ich regelrecht um Diskussion bettle, denn es könnte für einige unserer Kollegen sehr wichtig sein.

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