Taxifahrer als Mißbrauchsopfer

Heute habe ich eine Geschichte gehört, die solch eine extrem unangenehme Schlitzohrigkeit erzählt, wie man sie selten antrifft:
Ein Kollege steht schon fast 1 Stunde am Stand und überlegt sich schon die Kapitulation, als es doch noch klingelt. Auftrag ist eine Adresse etwas am Rande der Stadt mit dem zusätzlichen Vermerk “Gepäckhilfe”. Das kling immer gut, denn das bedeutet reisen und das geht dann entweder vom Bahnhof oder vom Flughafen. Beides wäre eine lohnende Fahrt gewesen. Entsprechend freudig erregt kommt der Kollege dort an. Die ältere Kundin mit 2 Stöcken begrüßt ihn schon vor dem Haus und erklärt, sie fahre zur Kur nach XXX, das liegt etwa 150 km entfernt. In Hochstimmung bittet er sie, Platz zu nehmen, worauf sie sagt: “Sie müssen aber noch meinen Koffer von oben holen, der steht vor der Wohnungstür.” Die war nun leider in der 5. Etage, aber was tut man nicht alles in seinem Glück. Als er mit dem Koffer unten angekommen ist, zückt die Dame einen Autoschlüssel, nach dessen Drücken ein benachbartes Auto aufblinkt. “Dort hinein bitte. Ich fahre selbst. Vielen Dank!” SCHOCK!
Trotz der netterweise gegebenen 10 Euro ist diese Aktion noch unverschämter als der Transport von Umzugsgut mit dem Taxi für vielleicht 10,-€ Gesamtkosten, wo ein Transporter wahrscheinlich 50,-€ gekostet hätte.

Das ist glatter Mißbrauch von Taxifahrern!

PS:  Interessant ist ja nun folgender Aspekt: Wenn die Dame gar nichts gegeben hätte, welches Recht hätte der Kollege dann gehabt? Schließlich ist sie ja nicht einmal eingestiegen.

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Mülltouristen

Heutzutage kostet es Geld und/oder Mühe, seinen Müll loszuwerden. Deshalb sind manche Leute recht erfinderisch, was dessen kostengünstige Entsorgung angeht:
Manche füllen Nachbars Tonne.
Manche haben noch einen Kohleofen und verbrennen das meiste. Andere haben keinen Ofen, aber ein Grundstück, auf dem man ab und zu ein kleines Feuerchen macht.
Wieder andere lassen unterwegs unauffällig etwas aus dem Auto fallen.
Die richtigen Schlitzohren allerdings lassen unterwegs etwas ins Auto fallen! – Dummerweise ist das dann meist ein Taxi.
Ich machte zum Beispiel heute einen Fund in meiner unter dem Beifahrersitz befindlichen Kiste für Reinigungsutensilien. Ein solches offenes Behältnis lädt ja dazu regelrecht ein! Wer kann wissen, ob das nicht eigentlich ein Papirkorb ist, oder? Allerdings schmeißen wir da unseren Müll nicht einfach rein, sondern wickeln alle Speise- und Verpackungsreste sorgfältig in Papier ein und stecken das Ganze in eine Plaste-Einkaufstüte(die wir natürlich noch ordentlich verschnüren).

Schließlich sind wir ja nicht irgendwer und haben Stil!

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Einstiegsdroge

Der erste Tag im neuen Jahr war eine regelrechte Einstiegsdroge. 17 Fahrten in 10 Stunden muß man erst mal kriegen. Natürlich wäre es günstiger gewesen, wenn man sagen könnte: “Es kann nur noch besser werden.” Jetzt ist es vielleicht eher andersrum. Wenn man aber am vorhergehenden Abend um 22 Uhr ins Bett geht, ist man natürlich ausgeschlafen und fit für Höchstleistungen.  – Habt ihr es bemerkt?! Ich schrieb “Höchstleistungen” und will das auch so gesprochen haben und nicht wie auf allen Radio- und Fernsehsendern als “Höhstleistungen”. Ich hoffe jetzt natürlich, daß die Mehrheit der geneigten Leser den Unterschied bemerkt. ;-)
Im Laufe des heutigen Tages habe ich mich auch mit einigen Kollegen über den Jahreswechsel und seine Konsequenzen unterhalten. Einer fragte mich dabei, warum ich schon zeitig schlafen gehe und auch generell nicht auf der Feiermeile zu finden bin. Meine Antwort ist einfach und eindeutig: Pflichtbewußtsein, Menschenliebe und …Bescheidenheit.
Pflichtbewußtsein deshalb, weil man ausgeschlafen sicherer fährt. Und der Rest? – Nun ja, ich erklär´s euch: Wenn ein ehemaliger DJ als erprobter Salonlöwe im vorgerückten Alter auf dem Saale ist, hat doch der Nachwuchs keine Chance. Ich möchte aber der voranstürmenden Jugend keine unüberwindbaren Hindernisse in den Weg legen und verzichte deshalb vollständig auf Präsenz in einschlägigen “Locations”. Ich muß mich nicht in den Vordergrund rücken, das verbietet mir ganz einfach meine anerzogene Bscheidenheit.

Also keine Angst Leute, ich bleibe im Hintergrund!

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Tschüß!

Morgen nacht geht nun das alte Jahr zu Ende und weil ich morgen nicht fahre, ist doch mal Zeit dafür, diesem Jahr und allen mehr oder weniger treuen Lesern “Tschüß” zu sagen, um sie dann im neuen Jahr wieder begrüßen zu können.
Jetzt wäre auch mal Gelegenheit, mein “Starinterview” bei ´Radio Energy Sachsen´ preiszugeben.
Dieses findet man hier:   Coolster_Taxifahrer

Nach diesem lustigen Exkurs wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Testballon

Wie ich bereits mehrfach erwähnt zu haben glaube, fahre ich keine Nachtschichten mehr, weil ich dieses “Nachtvolk” nicht ausstehen kann. So kam mir das heutige Fehlen eines Nachtfahrers gerade recht, mal wieder einen dementsprechenden Testballon zu starten.
Ich vertrieb mir also die nachmittägliche Flaute mit familiärem Weihnachts-Kaffeetrinken und stieg erst danach wieder ein.
Nun – ich habe die junge Nacht bis gegen 22 Uhr genossen und bin dann befriedigt nach Hause gefahren, denn – ich wurde in meiner Einschätzung bestätigt. Von drei Touren waren zwei mit “angeheiterten” Personen.

Ich gestehe hier öffentlich, daß ich viel lieber mit psychisch behinderten Personen fahre als mit Bes… äähhh… Angeheiterten. Diese ersteren schnallen nämlich meistens mehr als die anderen und tun zweitens nicht so, als ob sie die größten wären.

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Gesichtsbuch

Ich habe hier schon einigen Schwachsinn aufs Korn genommen, aber heute muß ich wirklich einmal gegen einen der größten zu Felde ziehen. Anlaß dafür ist eigentlich Torsten, der dafür plädiert, vor gewissen Aliens oder Zombies auf ´Facebook´ alle Menschen zu warnen. Um Gottes Willen Torsten, dort sind sie doch gerade! Dieses Machwerk ist doch deren Erfindung! Man braucht sich nur den in die Öffentlichkeit gerückten Strohmann anzugucken, dann weiß man von der außerirdischen Herkunft. SIE wußten, daß Süßigkeiten und Geld immer verlockend sind und gaben ihm deshalb den Namen Mark(Dollar wäre zu offensichtlich gewesen) Zuckerberg. Das -berg halt deshalb, um die Menge der Süßigkeiten darzustellen, die geboten werden.
So kann es dann passieren, daß ansonsten unbescholtene Bürger ihre Mitmenschen im treuesten Glauben in die Netze der AlienZombies locken.
Vor allem ist doch die Grundidee gar nicht so originell: Früher hat man sich doch ganz ehrlich auf die Straße begeben, nach dieser oder jener ahnungslosen Frau geschaut und dann… blitzschnell den Mantel geöffnet! Heute sind doch die Menschen dafür viel zu faul. Sie machen sich lieber bei “FB” vor aller Welt nackig!

Ist das nicht oberpervers?!

PSssst: Hat jemand bemerkt, daß ich dieses Konstrukt überhaupt nicht like?

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Schuljungs

Heute habe ich meine Meinung bestätigt gefunden, daß man mit Humor wirklich jede scheinbare oder tatsächliche Barriere überwinden kann.
Ich bekam einen noch recht jungen Fahrgast aus einem nahöstlichen Land, das in den letzten Wochen stark in der Kritik steht. Dieser wollte zu einem Maschinenbauhersteller der Gegend. Anfangs war er recht unsicher und reserviert, was teilweise der Fremdartigkeit seines Gastgeberlandes geschuldet zu sein schien, teilweise aber auch meinem eigenen Äußeren, welches mich schon mehr als einmal in die Ecke der Türsteherszene rückte.
Unterwegs dann führte er ein Telefonat, das ständig abbrach. Daraufhin fragte ich ihn, in welches deutsche Netz ihn sein “ausländisches” Handy verbindet, woraufhin er meinte, daß das unterschiedlich sei. In Deutschland hierhin, in Italien dorthin usw.. Nur im Vatikan habe er überhaupt keine Verbindung gehabt. Wie mancher weiß, sitzt mir nun einmal permanent der Schalk im Nacken, deshalb erklärte ich, das könne im Vatikan gar nicht anders sein, denn dafür habe man eine erstklassige Verbindung zu Gott. ;-)
Das fand er nun auch lustig. Er hielt sein Handy ans Ohr und sagte: “Hello god, i´m here.” Daraufhin ich mit tiefer gestellter Stimme: “Yes, i can see you.” – “But I don´t see you.” – “Nobody can see me!”
Von da an waren alle Dämme gebrochen, wir haben unserem Affen Zucker gegeben und rumgekaspert wie die Schuljungs.

Das sind Fahrten, wie ich sie liebe!

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Der Feind von nebenan

Als Taxifahrer hat man es nun wahrlich nicht leicht, sein Geld zu verdienen. Nach jeder einzelnen Tour gibt es eine Jagd vergleichbar der nach dem goldenen Kalb. Es ist leicht vorstellbar, daß es einige juckt, ihren Umsatz mehr oder weniger legal zu verbessern, sei es auch um den Preis des Austricksens von Kollegen. Dieses ist, wenn es denn stattfindet, eigentlich schon ein Riesen-Ärgernis. Es ist aber nichts gegen die Tatsache, daß sich schon Kollegen untereinander unlauterer Methoden bezichtigen und nicht einmal auf die Idee kommen, daß es vielleicht ganz einfache oder halt auch etwas verworrene Gründe gab, die die betreffende Situation hervorriefen. So ungefähr nach dem Motto: Ich klage dich an und deine Unschuld mußt du beweisen!
So geschah es mir heute, daß ich mir eine Freigabe für einen 5-Sitzer an einem der hiesigen Hotels “angelte”. Als ich dort ankam, waren aber keine 5 Personen mehr anwesend, sondern nur noch zwei! Auf meine Anfrage: “Für 5 Personen?” antwortete einer: “Einige sind schon weg”. Somit nehme ich doch an, daß die fehlenden 3 irgendwie anders wegkamen. Während die beiden Herren einstiegen, fuhr ein weiteres Taxi vor (aus meiner eigenen Firma), was ich nicht weiter beachtete. Ich brachte die Herren zu ihrem Ziel und damit war es auch gut …oder eben nicht:
Etwa 3 Stunden später traf ich den Kollegen von vordem an einem stadtäußeren Taxistand wieder, wo er mich massivst beschimpfte wegen ´Wegladens´. Erst nach mehrfacher Nachfrage erfuhr ich, worum es eigentlich geht. Folgendes war passiert: Im besagten Hotel wollten 7 Menschen zum selben Fahrziel. Sie bestellten aber keinen 7-Sitzer, sondern zu je 5 und 2. So kam es, daß bei meiner Ankunft nur noch die beiden Herren anwesend waren, weil die anderen bereits mit einem “anliefernden” Großraumtaxi abgefahren waren. Mit ihrer Ansage: “Einige sind schon weg” glaubte ich natürlich, daß die 3 anderen gemeint sind. In Wirklichkeit waren aber die 5 anderen gemeint. Da ich nun keinen Einblick in die Vermittlung habe, konnte ich natürlich nicht wissen, daß es 2 Bestellungen gab. Die beiden Herren wären also die Fahrgäste meines Kollegen gewesen, während meine ´weggeladen´ wurden. Nun warf mir also mein Kollege vor, ich hätte das bewußt gemacht, denn ich hätte ja erst an der Rezeption fragen müssen. Na klasse! Mach das mal, wenn die Leute das Auto entern!
Und was lehrt uns das?

Um als Betrüger abgestempelt zu werden brauchst du keine schlagzeilenheischende Presse, auch keine mißlaunigen Fahrgäste, sondern nur solche Kollegen!

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Grauer Star

Heute habe ich meinen freien Tag und die Sonntags-Dienstverpflichtung meiner im Handel tätigen Frau genutzt, um mit einem Kind und ohne Kegel das neuerstandene Militärhistorische Museum in unserer Stadt zu besuchen.
Mein Libeskind, das war vielleicht eine Pleite! Ich wußte ja, daß die Gestaltung des Gebäudes vom obengenannten Architekten konzipiert wurde und fand es erstens unnötig, zweitens architektonisch neben der Spur und drittens nach den ersten Prognosen viel zu teuer. Was mich aber umgehauen hat war eine Erkenntnis erst kurz vor der Wiedereröffnung: Auch die Ausstellung wurde von ihm konzipiert!
Nun frage ich mich ernsthaft, ob man als Stararchitekt auch per se ein Star-Militärhistoriker ist. Mir graut jetzt regelrecht davor, ihn jemals in meinem Taxi befördern zu müssen, denn er wird mir sofort beweisen, daß er auch ein Star-Taxifahrer ist. Ich gebe ja offen zu, daß ich ein grundsätzliches Problem mit dem Wort “Star” habe. Ich weiß dann immer nicht: Ist es ein Stern, eine Augenkrankheit oder ein Vogel.
Deshalb habe ich mit meiner Titelzeile erst einmal zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn man bezeichnet ihn wohl als Stern und grauhaarig ist er auch. Das mit dem Vogel… nun ja, da könnte man sich vielleicht auf das Erscheinungsbild “seiner” Ausstellung beziehen.

Womit wir wieder daselbst angekommen wären.
Wir bekamen beim Eintritt die Empfehlung, mit dem Lift zur 4. Etage hinaufzufahren und die Ausstellung dann treppab zu erkunden. Das haben wir natürlich prompt getan und kamen zu der Erkenntnis, daß man eigentlich in der 2. Etage anfangen kann. In der vierten z. B. findet man Beweise für Zerstörungen durch Bombenabwürfe in drei verschiedenen europäischen Städten sowie einen Aussichtspunkt auf Dresden aus dem Inneren eines ziemlich blickdichten Käfigs heraus.
In der dritten wiederum befindet sich eine moderne Archivanlage mit elektronisch gesteuerten Rollregalen, die man über einen Touchscreen an der Vorderfront aufrufen kann. Dadurch fährt am aufgerufenen Regal eine Lücke auf, in die man dann hineingeht und die Exponate betrachtet. Leider ist die Steuerung schon (oder noch?) außer Betrieb, so daß die Rollregale von Hand so verschoben wurden, daß zwischen jedem Regal etwa ein halber Meter Platz zum Hineingehen bleibt. Das ist eigentlich kaum zumutbar, aber mir graust es bei dem Gedanken, die Sache würde funktionieren! Man stelle sich vor, bei den derzeit hoch bejubelten Besucherzahlen möchte jeder das Regal seines Interesses aufrufen und dann natürlich auch in aller Ruhe betrachten. Das ergäbe Anstellschlangen, gegen die der Verkauf von Bananen in der HO-Kaufhalle ein Scheißdreck wäre! Und wie wird eigentlich verhindert, daß nicht in der Zwischenzeit ein ungeduldiger Besucher die Regale anders positioniert, wodurch der gerade noch geruhsame Betrachter zwischen die zusammenfahrenden Regale gerät und somit Teil der Ausstellung wird?
Ab der zweiten Etage wurde es dann ein wenig interessanter. Allerdings bin ich auch nicht wirklich schlauer geworden. Lustig und mit “Aha”-Effekt versehen war natürlich die 1:1 Darstellung einer ´Stube´ der NVA. Positiv anzumerken sei auch ein Schaukasten, in welchem auf einer politischen Weltkarte die Bündnisse der NATO sowie auch der Staaten des ´Warschauer Vertrages´ farblich gekennzeichnet waren. Nun ist es ja nicht so, daß ich nicht wüßte, welche Staaten dies alles waren, aber es war das erste Mal seit 1990, daß ich in meinem Land den korrekten Begriff “Warschauer Vertrag” statt fälschlicherweise “Warschauer Pakt” lesen durfte.
Ein paar Schritte weiter durfte ich einen Fauxpas erleben, für den man im realen Alltag der NVA leicht nach Schwedt geschickt werden konnte (verständlich nur für Insider ;-) ): In einer Vitrine fand man lebensgroße Puppen in verschiedensten Uniformen. Darunter war auch ein Offizier des Kommandos LSK/LV . Zu seiner vollständigen Dienstuniform trug er ein Käppi. Dieses trägt man allerdings nur zum Kampfanzug, intern “Ein Strich-Kein Strich” genannt. Bis hierher wäre es noch mit einem mißbilligenden Kopfschütteln und dem erhobenen Zeigefinger des Vorgesetzten getan gewesen, aber jetze kommt´s janz dicke : Dieses Käppi war ein – Bundeswehrkäppi! Na wenn das kein Fall für den MiSt ist! – Ach so, wer es nicht weiß: MiSt ist die Abkürzung für ´Militärstaatsanwalt´(hihi).
Sehr erleichtert war ich auch, daß ich meine bisherigen Fahrgäste nicht belogen habe. Immer wenn ich auswärtige Gäste vom Flughafen am Militärmuseum vorbeifuhr, machte ich damit Werbung, daß wir in Dresden die einmalige Möglichkeit besitzen, Waffensysteme zu präsentieren, die sich in einem möglichen ´heißen´ Krieg im Anschluß an den kalten gegenübergestanden hätten. Dieses Thema hat man im Museum auch so umgesetzt, und zwar in 1 (in Worten “einer”) Vitrine mit Modellen. Mein Lob auch dafür!
Ein besonderes Schmäckerchen am Schluß war der Besuch des Ausstellungsbereiches “Schutz und Zerstörung”.

Hierzu steht auf der Website des MHM folgendes:

Totale Zerstörung

Am Ende des Parcours wird der Besucher mit der zerstörerischen Gewalt der Atombombe konfrontiert. Die Atombombe ist ein zeitloses Symbol für die potentielle Zerstörungskraft des Menschen gegen sich selbst. In einer Installation greift der Künstler Ingo Günther das Aufblitzen der 1945 über Hiroshima detonierten Bombe auf. Durch ein in zufälliger Zeitabfolge ausgelöstes Blitzlicht werden die Schatten der Besucher für einige Sekunden auf eine Wand projeziert. Der Besucher wird so in die Inszenierung mit einbezogen.

Dumm war nur, daß man das vor Ort nirgendwo lesen konnte und so war es für die Leute ein Riesenspaß, sich vor der (nachfluoreszierenden) Wand zu positionieren und anschließend den dadurch entstandenen Schatten ihrer selbst zu fotografieren – mit Blitzlicht! Atomschlag als Familienhappening – wie geil ist das denn!
Um es nun auf den Punkt zu bringen: Wir haben den roten Faden der Ausstellung nicht gefunden. Vielleicht ist es so, daß sich Herr Libeskind auf einer viel höheren Stufe der Erkenntnis befindet und mühevoll versucht hat, uns hinaufzuziehen. Bei genauem Nachdenken sage ich mir aber:

Nee laß mal, Daniel, ich bleibe lieber unten.

 

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Kuddelmuddel

Ich glaube, dieses Wort beschreibt den heutigen Tag am besten.
Nachdem ich am Morgen ewig lange wartete, bekam ich dann nach fast einer Stunde doch noch einen Auftrag –> Fehlfahrt! Eigentlich war es gar keine, denn ein Fahrgast war tatsächlich da… nur nicht dort, wo er laut Auftrag zu finden sein sollte. So kam es, daß mich die Zentrale über Funk ansprach, daß der Kunde doch dort wäre und gemahnt hat. Allerdings befand ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits an einem 5 km entfernten Taxistand, um dort mein Glück zu versuchen. Die bald folgende Fahrt war dann auch nicht die schlechteste. Nachdem ich an dessen Ziel beschloß, mir eine Krankenfahrt-Vorbestellung ganz am A… der Stadt zu angeln, begann eigentlich das Außergewöhnliche dieses Tages.
Die Fahrt ging für gutes Geld in ein Krankenhaus der Stadt. Nächste Fahrt von dort aus: Krankenfahrt in einen kleinen Ort nahe Dresdens(nennen wir ihn “R”). Dann zurück, Flughafen verschmäht, auf Krankenfahrt an nahem Taxistand gezockt und… gewonnen! Fahrt ging von “R” (!) zu einer Arztpraxis. Auf die Mitteilung des Patienten, es werde wohl nur 10 Minuten dauern, habe ich natürlich den nächsten Taxistand aufgesucht – Und schon wieder gewonnen! Und schon wieder ging es nach “R”. Beim Zurückkommen hatte ich zwar eine Vorbestellung an einem Taxistand am Rande der Stadt bemerkt, aber keine Hoffnung darauf. Um so erstaunlicher war es dann natürlich daß ich mir diese als Freigabe vom Flughafen aus “hacken” konnte. Der Fahrgast war ein junges Mädchen, das zum Abschlußball der Tanzstunde fuhr, und zwar ans andere Ende der Stadt. Das allein war ja schon prima, aber es kam noch viel besser: Im Gespräch erwähnte ich, in welcher Straße ich wohne, worauf sie erwiderte, ihr Vater habe auch einmal dort gewohnt. Nach weiterer Recherche des väterlichen Geburtsjahres und Vornamens war es klar: Sie war die Tochter eines meiner Klassenkameraden, den ich seit über 35 Jahren nicht mehr gesehen habe!

Mensch Eberhard! Zum nächsten Klassentreffen erscheinst du aber, und sei es in Handschellen!

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