Gratwanderung

Wenn ich in den letzten Tagen die Diskussionen über Pegida speziell in Online-Foren beobachte, dann fällt mir auf, daß viele Kommentatoren den Weg des guten Geschmacks schon mehr als nur einen Schritt verlassen haben. Ihnen scheint nicht bewußt zu sein, daß es nur einer einzigen Beleidigungs- oder Verleumdungsklage bedarf, um auch den letzten Schleimschmeißer aus seinem anonymen Loch zu spülen. Derjenige, der sich bei diesen meinen Worten in´s Fäustchen lacht, weil er tatsächlich Anonymizer benutzt, (Man ist ja sowas von überschlau!) ist der größte Drecksack. Ich möchte hier ausdrücklich betonen, daß ich Kommentatoren aus beiden Lagern meine. Ich komme mir vor wie in irgendeiner Bananenrepublik, wo jeder jeden mit Sch… bewirft, allerdings immer mit der eigenen. Aber Vorsicht, auch aus ihr kann man ein DNA-Profil erstellen! :-D
Also immer schön Mund auf und sie herausfließen lassen

oder aber sich artikulieren wie ein Mensch!

 

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Taxi als Maßanzug

Was, gibt´s nicht?! Gibt´s doch! Edgar, ein Kommentator des heutigen Artikels von Sash hat den Ausschlag gegeben, daß ich mich heute einem Thema widme, das mich als Taxi-VAN-Fahrer eigentlich weniger tangiert: Behinderte Fahrgäste. Mit “weniger tangiert” meine ich natürlich nicht: “Die interessieren mich nicht”, sondern: “Die interessieren sich nicht für mich”. Tatsächlich, kein behinderter Fahrgast bestellt ein Großraumtaxi, wenn er nicht wirklich mit vielen Leuten zum Feiern fährt. Die Gründe dafür sind naheliegend. Darüber, in welch beleidigender Form mir manche Fahrgäste bei meinem Auftauchen begegnen, macht man sich gar keine Vorstellung. Am wenigsten akzeptiert man dann die eigene Unzulänglichkeit, indem man besagtes Großraumtaxi nicht einfach ausgeschlossen hat. Für viele ältere bis alte Leute gilt einfach noch die Vorstellung: “Ein Taxi ist eine Limousine und alles andere ist Betrug”. Manchmal ist es direkt ein Wunder, daß die Leute kein Pferdefuhrwerk erwarten.
Dabei ist es doch soo einfach! Für einen erfahrenen Taxifahrer gilt der Ratschlag: “Zeig mir deine ganze Gestalt und ich sage dir, welche Autos du bestellen mußt! Wenn die Leute das erst einmal wissen, dann ist es doch ganz einfach, es bei der nächsten Bestellung… – einfach wieder vergessen zu haben! Und dann komme wieder ich und höre Sprüche wie: “Ein größeres Auto haben sie wohl nicht gehabt? Ich habe doch extra gesagt, für eine Person! Wenn ich das nicht gesagt hätte, schicken die mir wohl einen LKW – oder was?!”
In Gedanken sehe ich dann immer meine Hand an dessen bzw. deren Hals. In der Realität allerdings machen wir meist schon nach 5 Minuten wieder Witze. Das kostet jedesmal unglaublich viel Nerven. aber auch die Einsicht:

Leute, bin ich nicht ein unglaublich guter Schauspieler des Real-Life-Formats?! :-D

PS: Eines habe ich vergessen zu erwähnen: Eine Frau mit starker Gehbehinderung jubelte: “Endlich mal ein Auto, wo ich richtig bequem einsteigen kann!” Die Dame war etwa 1,95m groß! :-)

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Blutfehde

Nun ist also schon der 20. Tag im neuen Jahr, an welchem ich bereits netto 14 Tage in meinem nicht ganz neuen neuen Dienstfahrzeug verbracht habe. Die Bilanz gegenüber dem T5 fällt durchweg positiv aus:
1. Ich komme ohne Klötzchen an die Pedale.
2. Ich habe immer warme Füße.
3. Ich habe 40 PS mehr.
4. Die Motorkennlinie gefällt mir viel besser, weil sie meinem privaten Astra ähnlicher ist.
5. Mein neuer Nachtfahrer fängt später an, wodurch ich viel Gelegenheit zum “Nachlegen” habe.
6. Im sozialen Umfeld gibt es einige Verbesserungen, die ich nicht näher kommentieren möchte.

Es gibt eine einzige Saccccccchhe…

Entschuldigung, ich mußte kurz einen Ouzo trinken gehen, weil mir vor Wut die Hand zitterte. Jetzt geht es wieder.

Was ich sagen wollte war: Falls ich in meinem Leben irgendwann einmal den für die Entwicklung des Start-Stop-Systems bei Mercedes verantwortlichen Entwickler treffen sollte, dann verspreche ich ihm, daß es sehr schnell gehen wird!

Diesen betrügerischen Schwachsinn hasse ich wie die Pest!!

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Versprecher

Eigentlich wäre heute gar nichts zu berichten gewesen, aber bei meiner allabendlichen Lektüre der Doppel-Kollegen (Taxiblogger) hat mir Sash mit seinem Artikel auf die Sprünge geholfen. Er erinnerte mich damit an einen Witz, den mir in dieser Woche ein jüngerer amerikanischer Fahrgast erzählte, in welchem es ebenfalls um eine freud´sche Fehlleistung ging:

Ein Mann geht zum Psychiater und klagt. “Herr Doktor, retten sie mich! Ich habe heute mein gesamtes Leben ruiniert nur wegen eines simplen Versprechers!” Darauf der Doktor: “Erzählen sie ruhig, lassen sie nichts weg.” – “Nun ja, heute morgen beim Frühstück habe ich statt ´Reichst du mir mal bitte die Butter, Schatz?´ gesagt:

´Du Schlampe hast mir mein ganzes Leben versaut!´”

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Gleich und doch nicht gleich

Momentan befindet sich eine meiner Töchter in der Fahrschule und ich kann sagen: Ich bin sehr zufrieden mit ihr. Ihr fahrerisches Vermögen ist zwar logischerweise nach bis dato 4 Fahrstunden noch im Babystadium, dafür ist sie mental besser drauf. Den Beweis dafür durfte sie live antreten:

Da es nun während der 3. Fahrstunde noch seeehhr langsam durch die Stadt geht, sammelte sich hinter ihr so manchesmal allerhand Volk an. Im Normalfall lösen sich solche Knoten sehr schnell auf, indem nachfolgende das Fahrschulschild sehen und wissen: Dieses Fahrzeug wird nicht spontan beschleunigen. Deshalb geht es auch ruck-zuck und alle sind vorbei – alle?! Nein nicht wirklich alle. Da gibt es ab und zu auch mal einen aus der Kategorie “Alter Sack”, der muß erst mal längsseits des Fahrschulwagens gehen, langgezogen hupen, mit der Faust drohen und mit grimmigem Gesicht schimpfen. Der möglichen Ursachen für solches Verhalten gibt es viele. Gehen wir doch mal einige durch und untersuchen, was sie bedeuten:

FS-Schild nicht gesehen -> Augenschädigung -> mediz. fahruntauglich
regt sich oft auf -> dauergereizt, jähzornig -> charakterl. fahruntauglich
hat irgendwas “böses” gesehen -> Halluzinationen -> psychol. fahruntauglich

Sei es, wie es sei: Wenn man das fahrerische Können und den Charakter eines Fahrers jeweils zusammen zählt und zu einem Wert verschmilzt, – Weil meine eigene Theorie ist, daß Fahren zu 30% aus Wissen und Können, aber zu 70% aus Charakter besteht. – dann sind meine Tochter und der Herr genau auf einem Level, nur halt auf verschiedenen Seiten des Berges namens “Fahrerkarriere”! Genausolange wie sie noch bis zur Erteilung des Führerscheins braucht sollte sich der Mann noch die Zeit lassen, den seinigen abzugeben.
Eines hat mir sehr gut gefallen: Die Reaktion meiner Tochter auf die besagte “Aktion”, denn es war dieselbe wie die des Fahrlehrers:

Beide haben spontan “abgelacht”.

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Silvestermärchen

Es geht die Kunde von einer Frau, die rechtzeit vor ihrer Silvester-Verlustierung in einer recht bekannten und recht historischen (weil schon sehr lange existierenden) Lokalität den Hin- und Rücktransport akribisch zu planen gedachte. Also rief sie bei Funktaxi Dresden an (wo auch sonst?!) und wollte beide Fahrten bestellen. Leider konnte sie nur die Hinfahrt vorbestellen, da wie jedes Jahr zum Jahreswechsel keine Vorbestellungen nach Mitternacht entgegengenommen werden. Für diese Fahrt wurde ihr ein Preis von 36 Euro genannt, was dann auch stimmte. Grund genug dafür, den Preis für den Fahrer “aufzuzehnern”.
Die Rückfahrt… na ja, die mußte man dann halt bei einem nicht näher genannten Chauffeurdienst erfragen. – Und… Heureka, angenommen! Für schlappe 77 Eulen, die sofort per Internet zu bezahlen waren! Tja, die eine Sache ist der Tarif und die andere Sache ist die Marktwirtschaft. Wer keine Tarifbindung hat wie wir, kann halt aus der Not eine (Un)Tugend machen! Dazu brauchte es nicht einmal 77 Euro,

Auch 8 mal 8 Euro wären schon zu viel gewesen!

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Tapetenwechsel

Nun ist es also so weit: Das neue Jahr ist da, der Mindestlohn ist da und… ein anderes Auto für mich ist da! Endlich kann ich wieder VITO fahren. Die Gründe für diese meine Freude liegen mehrheitlich in meinen unteren Extremitäten: Um im T5 die Kupplung ordentlich treten zu können, hätte ich mir eigentlich Klötzchen auf die Pedale schrauben lassen müssen, denn um einen ausgeglichenen Haushalt zu gewährleisten hat mir der liebe Gott zum Ausgleich für den höheren Intellekt wesentlich kürzere Beine mitgegeben. :-)
Außerdem scheint mir das Warmluftmanagement für den Fußraum im T5 nicht gut genug durchkonstruiert. Die Folge davon waren ständig kalte Füße! Das ist nun vorbei: Endlich wieder warme Füße trotz winterlicher Temperaturen!
Und noch einen wesentlichen Punkt gibt es, den T5 im Taxibetrieb zu hassen: die Gurte! So ist z.B. der vordere Doppelsitz nicht abgesteppt, weswegen auch niemand auf die Idee kommt, es könnten 2 Sitze sein. Folgerichtig versuchen sie den Sicherheitsgurt in das Schloß für den Mittelgurt zu stecken(etwa jedes 3.Mal). Auf der Mittelbank werden regelmäßig die Außengurte nicht gefunden, weil diese sich zwischen den Fenstern etwa 15 cm hinter den Sitzen befinden. Deshalb wird auch oft der Mittelgurt nach außen gezogen und sich dann gewundert, daß dort gar kein Schloß ist! Ich habe einfach keinen Bock mehr auf all diese Kaspereien! Laßt mich endlich mit diesem Gurtscheiß in Frieden, sonst flippe ich aus! :-(
Da mein bisheriger Nachtfahrer den T5 nun vorerst allein fährt, traf ich ihn heute auch vormittags. Er kann sich die Zeit ja nun einteilen. Bei der Gelegenheit habe ich ihm nicht ohne eine gelinde Häme mitgeteilt, daß ich nun glatte 40 PS mehr habe als er. Quittiert hat er das mit einem leicht säuerlichen Lächeln und dem Spruch: “Ja, du mich auch!”.

Wir verstehen uns halt nach wie vor. ;-)

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Tariferhöhung Finale

Nun also ist die Tariferhöhung einen halben Monat “am Werke”, aber bis jetzt kann man noch nichts genaues über ihren Erfolg sagen. Wahlerfolg hatte sie zumindest: Bei 33 Wählern siegte die Erhöhung mit 55% zu 42% bei 3% Enthaltung. Das ergibt ein gültiges Votum. Ich hoffe, daß uns das über das Jahr positiv begleitet. Die Wählaktion wird nunmehr mit diesem Ergebnis beendet.

Viel Glück und damit Erfolg mit dem Mindestlohn sowie “Prosit Neujahr” wünscht euch der “Taxiblog Dresden”!

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Trick 17

Die tägliche Arbeit eines Taxifahrers ist und bleibt nun mal die Jagd. Und wie im Wald ist es auch auf der Straße: Wer zuerst da ist, erlegt die Sau! Kein Wunder wenn es da so allerlei Tricks gibt, um trotz Überholverbot für Taxen untereinander kurz vor dem nächsten THP doch noch als erster zum Schuß zu kommen.
So mußte ich heute nachmittag am Flughafen leer abfahren, weil keine Chance auf Kundschaft mehr bestand. Als ich mich dem Zentrum näherte, kam die Meldung “NBf UV”. Also gab ich Gummi, um zum… HBF (!) zu kommen, denn der Nobi ist immer der Vorbote für den HBf. Unterdessen bemerkte ich schon einige Minuten lang, daß ein Kollege im Skoda ebenfalls diesen Plan verfolgte. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, er liefere sich mit mir ein Rennen. Kurz vor dem HBf war ich in der “richtigen” Spur und war vorn. Also überlegte ich mir die letzten Meter zum Ziel. Ich als Vorderer tat dann schließlich das Normale, indem ich mich in der Rechtsabbiegerspur anstellte. – Und siehe da: Der Kollege kannte auch den Trick 17! Bei diesem stellt man sich in der Linksabbiegerspur an, biegt auch links ab, aber macht auf der Strehlener sofort nach etwa 30 Metern die kurze Wende und kann dann in freigegebener Geradeausrichtung zum HBf “durchstechen”. Im Normalfall klappt das reibungslos, abgesehen davon, daß es verkehrsrechtlich illegal ist. In diesem Falle aber schaffte es der Kollege nur mit viel Risiko und auf der letzten Rille, weil ihm ein SanKra in die Quere kam. Er war nun also als erster am taxilosen HBf und trieb seine bereitstehenden Fahrgäste sichtlich zur Eile an, um weg zu sein, bevor ich da bin. :-)
Allerdings war er nicht schnell genug, denn auch ich lud so schnell(Großraum), daß ich an der nächsten roten Ampel neben ihm stand. Ich habe ihn hier einige Sekunden beobachten dürfen und festgestellt, daß er wahrscheinlich eine chronische Versteifung der Halswirbelsäule beklagt. :-(
Er konnte einfach nicht zu mir herübersehen. Oder hatte er etwa ein schlechtes Gewissen?!
Vollkommen unnötig, Herr Kollege, denn erstens hatte ich in diesem Fall meine 5 Personen sicher und zweitens kenne und liebe auch ich den Trick 17.

Man darf schließlich bei aller Jagd den sportlichen Aspekt nicht aus dem Auge verlieren. :-)

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Unverhoffte Nebeneffekte

Als ich am 21.12. Moni und Klaus an ihrer letzten Ruhestätte besuchte, war dies gleichzeitig ein Ort, an dem ich mehrere Monate meines Lebens im Rahmen meines Wehrdienstes verbracht habe. Nur etwa 10 km entfernt liegt der ehemalige Militärflugplatz Drewitz-Süd. Ich diente dort in der Flugsicherungskompanie 1 des Jagdgeschawaders 7 der 1. Luftverteidigungsdivision der NVA. Klingt gut, oder? Mag sein, hat mich aber sinnlos 1,5 Jahre meines Lebens gekostet. Dies vor allem deshalb, weil wir ja sowieso einen eventuellen militärischen Konflikt innerhalb kürzester Zeit zu unseren Gunsten entschieden hätten. ;-)
Wir wären ganz einfach am Wochenende oder nach 16°° Uhr aufmarschiert und hätten alle Kasernen ohne einen einzigen Schuß eingenommen. Da sind die Kasernen nämlich menschenleer, denn alle sind zu Hause.

Ich habe also den Flugplatz “geentert” und in einem neuerbauten Empfangsgebäude des nunmehr Regionalflughafens nach langem Suchen 3 Männer gefunden, die Teil dieses Teams und damit kompetent genug waren. Auf meine Frage, ob man den Flugplatz und dessen Umfeld besichtigen könne, bekam ich negativen Bescheid. Das ist hier nicht vorgesehen. Allerdings meinte einer der Herren, er müsse sowieso anschließend noch eine Maschine testen und wenn ich mich mit reinsetzte, könne ich bestimmt auch einiges sehen.
Und so geschah es, daß ich eine halbe Stunde später an Bord dieser Cessna abhob.

Und – Ja, ich habe die Ruhestätte von Moni und Klaus zuerst von oben gesehen, weil ich mir das gewünscht habe. Danke, Hardy! – Ach so: Der Mann, der mich “lüftete”, war Hardy Kaffke. Bei seinen etwa 12.000 Landungen brauchte ich mir nicht wirklich Sorgen machen, denn

…es waren die ersten etwa 15 Flugminuten meines Lebens!

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