Effizienz

Vor einigen Tagen hatte ich die unrühmliche Ehre, mich mit einer Fahrgästin in meinem Alter so richtig zu fetzen. Thema war: Die Kunst des Autofahrens. Jeder ahnt, daß eine solche Diskussion im Desaster enden muß. Aber auch ich bin nur ein Mensch und damit verletzbar. Das schützte mich allerdings nicht davor, noch eine und noch eine und dann noch eine “kleine” versemmelt zu bekommen. Ihr Grundtenor war, daß ihre Tochter viel besser als ich und auch sonst jeder andere Berufsfahrer führe. Das Wort “Profi” zählte bei ihr nicht und auch meine Nachfrage, ob sie sich als Ehefrau, Mutter und vor allem Hausfrau erdreisten würde, einem Sternekoch das Kochen beizubringen, stieß auf weitgehende Ignoranz. Als wir dann am Bahnhof angekommen waren und sie bezahlte, sah ich, daß sie am ganzen Körper zitterte. In diesem Augenblick bin ich fast vor Mitleid kollabiert, aber hat sie nicht noch vor Sekunden einen Erfahrungsvorteil langjähriger und vor allem -kilometriger Fahrer negiert?! Zumal in direkter Anfahrt zum Hbf ihr größter “Bolzen” startete: Wenn man aus Richtung Pirnaischer Platz am Hbf unter den Brücken ankommt, verlaüft der Radweg stets rechts der rechten Fahrspur. Sie umschifft dann auch noch die Bushaltestellen und führt dann im Bogen rechts neben die Rechtsabbiegerspur. Als ich nun am Ende der Bushaltestelle zwei Radfahrer überholte und in die Rechtsabbiegerspur wechselte, kreischte sie plötzlich auf: “Jetzt haben sie auch noch die Radfahrer geschnitten! Die hätten stürzen und sich verletzen können!” Oh heilige Einfalt, wie kann man nur so einen Schwachsinn von sich geben?! Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Die Frau kennt die Verkehrsführung am Hbf nicht und wenn doch, hätte sie auch keinen Plan. Sie selbst hat nämlich gar keinen Führerschein! – OK, erst mal sacken lassen…

Ich habe danach viele Minuten damit verbracht, die Ursachen dieser Diskussion zu ergründen und glaube, ich bin fündig geworden:

Ausgehend davon, daß die Dame der Regeln vollständig unkundig ist(Eigenaussage), besteht ihre Beurteilung von “Gut fahren” aus folgenden Prämissen: die Fahrt ist sanft; ich werde nicht durchgeschüttelt, es gibt keinerlei Risiken; meine Tochter fährt am besten; jeder der sie anhupt, ist ein Idiot; Geschwindigkeit ist egal, denn wir haben Zeit; was hinter uns passiert, ist auch egal, denn wir sind vorn…

Was nun aber sind meine Intentionen? Die Überschrift sagt es: Ich fahre auf Effizienz! Das heißt schlicht und ergreifend, daß ich überlege, was bringt es, wenn ich dies oder jenes mache und was bringt Verluste. Dabei kommt es auch nicht darauf an, ob es mir oder einem anderen Vorteile bringt, denn Kriterium ist das Gesamtergebnis. Man muß sich fragen: “Habe ich/haben wir so gehandelt, daß die geringstmöglichen Verluste auftraten, egal ob Zeit oder Ressourcen?”
Ein schönes Beispiel hatte ich gestern – schmale Straße, einseitig beparkt von einem einzigen PKW. Ich bin davon etwa 10m entfernt und mein “Widerpart” etwa 30m. Der Parker befindet sich auf meiner Seite. Mir ist bewußt, daß der andere etwas verlangsamen muß, wollen wir nicht zusammenstoßen, aber auf diese Weise verlöre das “Ereignis Ausweichmanöver” nur ca. 1 Sekunde, während ich etwa 3s hätte warten müssen. Also bin ich gefahren…, Weil es effizienter ist! Und damit niemand auf die Idee kommt, daß ich das nur aus Eigeninteresse mache versichere ich hiermit, daß das für mich generell gilt: Ich in seiner Position warte!
Eines ist allerdings unbedingte Voraussetzung: Man muß die zeitlichen Zusammenhänge auch auf die Reihe kriegen!!!

Womit wir wieder beim Profi wären PUNKT & Ausrufezeichen

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Nachtrag der Lustigkeiten

In der Woche meiner informationstechnischen Abwesesenheit von der Welt war ich natürlich auch auf 4 Rädern unterwegs und hatte so meine Erlebnisse. Eine davon möchte ich heute nachtragen:

Irgendwann letzte Woche erhielt ich einen Auftrag an einem Hotel der Stadt. Heraus trat dann eine seeehhr schmucke Dame und schon jetzt gingen bei mir die Lichter an. Na klar, das ist sie, unsere herrliche Katrin Weber. Damit jeder weiß, von wem ich rede, zieht euch erstmal das Video rein. Ihr werdet Tränen lachen(so wie Wolfgang Stumph im Publikum bei der Gesangsdarbietung).

Na, seid ihr mit “herrlich” einverstanden? Ich auf alle Fälle, denn sie ist genau wie ich ein Verfechter reinster deutscher Sprache sowie aber auch aller Dialekte. Und so verlief die Fahrt:

Als sie einstieg, habe ich ihr offenbart, daß ich sie sofort erkannt habe.  Standesgemäß kam von ihr natürlich gleich der kabarettgeeignete Spruch: “Donnerwetter! Und das schon am Mittag!” Sie wünschte, zum MDR gebracht zu werden. Sie habe dort ein Interview und sei eigentlich noch auf der Suche nach einem typisch sächsischen Wort, welches noch nicht so “abgelatscht” klingt. Bei Taxifahrern könne man immer wieder “Volkes Schnauze” finden. Ich konnte ihr dann zwar 2 Wörter mitgeben, aber das Wort, das mir seit Wochen durch den Kopf schießt, fand ich nicht. Sie meinte, das kenne auch jeder, der auf der Bühne steht. Wird´s gebraucht, ist alles weg und hinter den Kulissen fällt dir alles wieder ein.
– Am nächsten Tag war ich “hinter den Kulissen” und ich schrieb ihr diese E-Mail:

Hallo Katrin, meine liebste “Kollegin”,

ich bin der Taxifahrer mit Internetaffinität, der dich zu besagtem
Interview fuhr und dir zwei (halbwegs –> hallwääsche) interessante
Wörter mit auf den Weg gab. Ich hatte ja die Vermutung geäußert, daß mir das sächsische Wort, das mir vor einiger Zeit als sehr interessant aufstieß, bestimmt erst nach deinem Aussteigen einfällt. – Nun ja: Ich hatte recht! Allerdings fand der nächste Tag auch erst nach deinem Aussteigen statt. 😉 Will sagen: Es ist wieder da, hier eingebaut in einen Satz:

Waldspaziergang
“Oor gugge ma hier, Feiersalamander! Das is ja merkwirdsch. Die Viescher habbsch ja schonn eebsch ni mähr gesähn!.”
“Eebsch” war das gemeinte Wort und vielleicht konnte ich dich damit erfreuen.

Iibrischns – meine Guude – ´sch hadde ja gesaacht, daß´sch disch glei erkannt habb un´ daß de schick aussiehsd. Aber´sch muß da noch was anfieschn, woosch ni weeß, obder daß gefällt oder ni: Isch
hadde nämsch das Gefihl, daßde sogar jinger aussahst als off de Bihne. Warum, das weeßsch o ni. Fleischt laachs an de Sonne, fleischt bist du – (Achtung, Wechsel des Akzents 😉 )
gangs rohmangtiesch gesaggd: ´La fille du soleil´? 😉

Alors: Bonsoir Katrin

PS: Eine offizielle Frage zum Schluß: Darf ich deine Anwesenheit in
meinem Wagen im Rahmen meines Taxiblogs erwähnen?

Gestern nun bekam ich Antwort. Sie schrieb:

… jetzt hätt ich’s doch fast noch vergessen, weil’s schon wieder ‘eebsch’ her ist, natürlich darf meine Anwesenheit im Taxi erwähnt werden.

Grüße in die Residenzstadt!

Katrin Weber

Grüße zurück und: Immer wieder gern.

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Kunst

Täglich um etwa 7°° Uhr befahre ich die Kreuzung Pirnaischer Platz. Seit einigen Tagen steht dort vor dem Hochhaus ein Gerüst mit den aufgeschraubten Großbuchstaben “SIEG”. Da das keinerlei praktischen Sinn hat, kann es nur Kunst sein. Ich dachte mir also: Ist das etwa eine Bezugnahme auf die Schrift an besagtem Hochhaus zu DDR-Zeiten?! Dort stand nämlich damals ganz, ganz oben der Satz: “DER SOZIALISMUS SIEGT”. Alle Buchstaben waren groß geschrieben, weshalb auch der “SIEG” groß geschrieben werden konnte.

Ich habe also ein wenig herumrecherchiert und siehe da: Es geht tatsächlich um diese Schrift! Nun interessiert mich natürlich, wo man sich um das nächste derartige Projekt bewerben kann und vor allem:

Wieviele Euronen bekommt man für so etwas?!

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Absonderliche Feiertage

Daß heute Feiertag sein würde, wenn ich erwache, war mir bekannt. Aber erst, als ich auf der Piste war, wunderte ich mich darüber, daß es auch einen Totenmontag gibt! Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft, ein ganz klein wenig Umsatz zu machen und diesen vermaledeiten (oder gebenedeiten?!) Feiertag noch irgendwie über die Bühne zu ziehen. Gegen 16°° Uhr dann in etwa  wollte es der Herr (den Namen weiß ich nicht mehr), daß ich in der Nähe meiner heimatlichen Behausung aufschlug. Ich nahm also den Wink des Herrn an und begann aufzuhören. Hier aber gab ich wieder ein Zeichen der Unbeherrschtheit von mir, denn just in dem Augenblick, in welchem ich das Funkgerät ausschalten wollte, las ich dort: “GRT Raum Hülßestr.”. Nun kann man über mich vieles behaupten, aber nicht, daß ich nicht süchtig wäre! In einem Anfall von ´MUSS´ nahm ich den Fehdehandschuh auf und fuhr zum Panometer. Von hier ging es dann mit 6 Personen zum Hilton. Kaum 10 Sekunden, nachdem ich die Uhr gedrückt hatte, erschien im Funk die nächste Schreckensmeldung: “GRT Raum Hilton”. Es war vorauszusehen, daß ich auch dieser Versuchung erliegen würde, wenn auch mit wenig Hoffnung. Umso größer war meine Freude bei der Übernahme dieses Auftrages… Und nun fragt sich doch der (Halb-)Eingeweihte: “Wieso bekommt der den Auftrag, obwohl er besetzt ist?!” Dies nun ist einfacher, als man denkt:
1. Da ich meine derzeitigen Fahrgäste direkt am Hilton abliefere, weiß ich auch, daß die nächsten höchstens 10 Minuten warten müssen.
2. Ich war der einzige, der sich beworben hatte. :-)
Die Situation vor dem Hilton dann war so richtig nach meinem Geschmack: Ein bißchen Gratulation der bisherigen Fahrgäste für die gelungene Akquise, ein bißchen Konfusion bei den nächsten Gästen ob meiner Anfahrtstour und dann allgemeine Freude über das ordentliche Zustandekommen einer Taxivermittlung. Ganz genau so stelle ich mir gutes Arbeiten vor!
Daß der 8-Sitzer am Postplatz eine Viertelstunde später zum Flughafen ging, führt uns wieder einmal in Murphy´s Reich, denn eigentlich wollte ich nach Hause. Als ich dann sah, daß am Flieger auf längere Zeit nichts mehr zu holen ist, habe ich es gemacht wie ein erfolgloser Broker: Verlustmitnahme – Leerkilometer bei der Heimfahrt. Eines gibt mir aber in puncto Schicksal zu denken: Ich habe von 10°° bis 16°° Uhr einen Umsatz von X erzielt und von 16:30 bis 18:30 einen solchen von 3/4X!

Ist das gerecht?!

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Hilfreiche Gifte

Jeder weiß inzwischen, daß es nur auf die Dosis ankommt, ob ein Stoff schädlich ist oder nicht. Was in geringer Dosis heilend wirkt, haut dich in höherer auf die Bretter. So soll beispielsweise auch Arsen vor Zeiten als leistungssteigerndes Mittel eingesetzt worden sein. Für Männer gefährlich werden kann auch das “blonde Gift”, wobei hier die Eigenart auftritt, daß dieses auch gegen sich selbst giftig werden kann, sobald es einen Mann in höheren Dosen umgibt. 😉
Warum erzähle ich das? – Vor einer reichlichen Woche habe ich zu einem anderen Provider gewechselt, was eigentlich recht problemlos hätte vonstatten gehen sollen. Aber wie so oft hieß es: “Der Mensch denkt – Der Herr lenkt!” So kam es denn, daß ich nach getaner Arbeit von meinem Blog nichts außer einer weißen Seite zu sehen bekam. Jede freie Minute habe ich mich dann mit diesem Problem beschäftigt, aber aufgrund der Limitiertheit meiner Zeit und meiner PHP-Kenntnisse hätte ich wohl noch mehr als einen Monat gebraucht, um den Blog wieder an´s  Netz zu bringen.

Gestern aber große Überraschung: Ich erhielt eine SMS, in welcher ich gefragt wurde, ob die mehrtägige Abwesenheit meines Blogs auf technische Probleme zurückzuführen sei und ich Hilfe brauche! Ich habe augenblicklich zurückgerufen und die Anfrage mit einem lauten “JA” beantwortet. Wir haben uns sofort für heute verabredet und schon nach weniger als einer Stunde leuchtete der Blog wieder in alter Schönheit vom Bildschirm.
Was war nun die Ursache? Mein Backup der Dateien des Blogs umfaßte 56MB in 1906 Dateien, die ich beim neuen Provider wieder einspielte. Dazu nutzte ich die Autoerkennungsfunktion meines FTP-Clients. Das hat hervorragend funktioniert… bis auf eine einzige Datei!! Diese bei der Installation eines Plugins erstellte Datei war eine binäre, wurde aber als ASCII übertragen und war somit defekt. Anstatt aber nur das Plugin außer Betrieb zu setzen, hat es den Start des Blogs insgesamt verhindert. Verdammte Axt… oder so.

Was aber fasele ich hier von Giften?! Tja, der flinke Helfer in der Not war – ´morphium´! Er als ständiger Leser und Kommentator ist Profi im Umgang mit Linux, PHP und dergleichen Internet-Krimskrams und hämmerte die Codezeilen schneller in die Tastatur, als ich Texte schreiben kann.

Wenn man solch geballtes Morphium beobachtet, dann kann einem schon das Gesicht einschlafen!

😉

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Gemeine Verlade

Heutzutage ist es nun mal “State of the Art”, wenn man besonders angefressen ist, sobald man privat verladen wurde. An diesem Wochenende nun kann ich das für mich selbst in Anspruch nehmen.
Aus Anlaß eines familiären Jubiläums wollte ich mit meiner Familie einen entspannten Nachmittag mit Bootstour im Leipziger Neuseenland verbringen. Zu diesem Zweck hatte ich mir einige Adressen von Bootsverleihern aus dem Internet gezogen. Es wurden derer insgesamt 6. Wenn man davon ausgeht, daß es darunter lediglich ein einziges faules Ei gibt, standen die Chancen für mein Vorhaben bei etwa 83,33 %.  – Es wurde ein Schuß in den Ofen! Das war aber kein Pistolenschuß, sondern mindestens der eines Sechzehnpfünders. Am besten gefiel mir nämlich diese Website. Dort kann man nachlesen, was für Boote vorhanden sind und was sie kosten. Besonders hatten es mir die Elektroboote angetan. Im Falle des vollständigen Ausleihs dieser hatte ich mir extra meinen eigenen Motor samt Batterie mitgenommen, um gegebenenfalls ein entliehenes Ruderboot umrüsten zu können. Das Entsetzliche war nur: Es gab kein  E-Boot, es gab kein Ruderboot… es gab überhaupt kein Boot! Und nicht etwa, weil sie schon vergeben waren, sondern weil es nicht einmal einen Bootsverleih gab! Merkwürdig war schon die Adresse auf dieser Seite, denn sie befindet sich mitten im Ort und nicht etwa am Seeufer, wo sie zu vermuten gewesen wäre. Außerdem hatte sie keine Hausnummer. Am avisierten Ufer befinden sich nur einige (stark geschmacksabhängige) Privathäuser, ein noch unbebautes Grundstück, ein recht aufwändig gestaltetes Privathaus und eine Segelschule. Wo also ist der Bootsverleih?! Laut Internet muß er ja aktiv sein. Was mir in diesem Zusammenhang sauer aufstößt, ist das einzeln stehende Privathaus, zumal ich erfuhr, daß für die Entwicklung der Infrastruktur an diesem See Fördergelder vergeben wurden. Aber Gott schütze uns vor übereilten Schlüssen! Ich frage einfach mal per E-Mail den imaginären Betreiber des Bootsverleihs, die”Wiggela Fun Cars” (GmbH, GbR oder weiß der Teufel was). Bis zu deren Antwort ist alles paletti und danach entscheidet die Antwort.

Im Prinzip war also hier bereits bei der Ankunft am See schluß mit lustig. Der einzige Lichtblick an diesem Seeufer hielt uns aber noch eine Weile im Gelände. Es war dies eine schlichte “Imbißbude” mit netter Chefin und angenehmem Flair. Diese befand sich auf dem noch unbebauten Grundstück und soll in nächster Zukunft durch ein festes Gebäude ersetzt werden.

hainerseeIch wünsche ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg. Und was unterscheidet sie vor allem vom Bootsverleih? Das ist doch ganz klar:

Wenn man einen Kaffee oder was auch immer haben will, dann bekommt man den auch!

PS: Wenn sich auf absehbare Zeit nichts tut, will sie sich selbst ein paar Boote zum Verleihen hinlegen. Für andere scheint das zu schwierig zu sein.

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Insect Attacs

Noch heute abend habe ich mit meinem Privatwagen etwas gemacht, das ich mit dem Taxi nie mache: es nach einer langen Tour gereinigt! 😉
Hierbei geht es natürlich nicht um die Innen-, sondern die Außenreinigung. Ich glaube kaum, daß ein Fahrgast das Innere meines eigenen Wagens als das eines Taxis akzeptieren würde. Das liegt schlicht und ergreifend daran, daß ein PKW in meinen Augen ein Gebrauchsgegenstand ist und kein Kultobjekt. Die unterschiedliche Behandlung ist aber ganz logisch, denn wenn ich nach einer längeren Tour mit dem Taxi sofort die Insektenleichen an der Front beseitigen würde, dann wüßte doch keiner, daß ich weiter weg war!
Natürlich habe ich die Insekten nicht einfach so entsorgt. Ich habe sie vorher auch sorgfältig untersucht und analysiert:
Es waren genau 87 Insekten vornehmlich kleinerer Bauart. Hirschkäfer waren also keine dabei. 84 von ihnen wurden im Flug getroffen, wobei sich die eingeschlagenen Flugrichtungen gleichmäßig verteilt sahen. 2 Stück waren zu Fuß unterwegs, wurden durch ein vorausfahrendes Fahrzeug hochgewirbelt und gelangten so in den Gefahrenbereich. – Ein Exemplar allerdings war mit dem Fahrrad unterwegs! Bei dessen Anblick konnte ich mir das Mitleid verkneifen, die Häme allerdings nicht, denn…

jeder weiß doch, daß man auf der Autobahn nicht Fahrrad fährt!

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Menschlicher Präzisions-Telemeter

Heute am Nachmittag bekam ich einen Auftrag in der Nähe des Hauptbahnhofes, dessen Tour für ein Paar in der jüngeren Mittelklasse in die Freitaler Gefilde führen sollte. Zur konkreten Hausnummer waren es von der Straße her noch etwa 50 Meter, die aber keine Hindernisse aufwiesen. Also fuhr ich bis vor die Tür. Merkwürdigerweise war gerade das das Einstiegsthema unserer Unterhaltung. Der Herr fragte mich, warum ich dieses letzten Meter auf mich nehme, worauf ich wahrheitsgemäß antwortete, daß ich das immer so durchzieh, solange keine Gründe dagegensprechen. Nachdem im Fond etwas gedämpfte Kommunikation stattfand, fügte ich noch an, daß ich ja auch damit hätte begründen können, daß jeder Meter auf dem Zähler zu Buche schlägt. Als Text wäre hier natürlich ein Zwinkersmiley gefolgt, aber in der Realität sieht sowas immer aus wie ein unsittliches Angebot. Die Aussage selbst aber erregte Aufmerksamkeit in der Form, als ob man man genau dies vermutet habe. Dank meines Gespürs für solche Situationen war ich hier bereits angefressen!
Beim Zurückstoßen auf die Straße kam dann der nächste Disput. Die Dame meinte, ich hätte auch anders zurückstoßen können, um sofort zur *X-straße* hochzufahren. Ich brachte den Gag, daß ich erst mal rausfahren wollte um zu sehen, wie es dann weitergeht. In Wirklichkeit hatte ich mir natürlich gar nichts überlegt, sondern bin einfach rausgefahren, wie ich reingefahren bin. Nun sagte mir die Dame aber lieber gleich den folgenden Weg an, damit ich nicht noch einmal versuche, sie schamlos zu betrügen. Ihr absolut bester Weg war der über Münchner Straße, Nöthnitzer-, Altplauen und Tharandter. Mein Ratschlag über Coschütz und die Potschappler wurde als überhaupt nicht in Frage kommend abgeschmettert. Die folgende Fahrt ging dann ohne weitere Probleme vonstatten…
wenn man davon absieht, daß sich die Dame augenscheinlich in dem Wissen weidete, erfolgreich einen Abzockversuch vereitelt zu haben.
Nun ist es ja aber nicht so, daß ich es einfach so hinnehme, wenn das Ei klüger sein will als die Henne, besonders wenn es mich betrifft. Aus diesem Grunde habe ich mir zu Hause einen Stadtplan und einen Zirkel genommen und die Sache nachvollzogen…
Und was soll ich euch sagen: Sie hatte recht! Ihre Strecke war exakt 200 Meter kürzer, womit sie erfolgreich einem Betrug über 40 Cent entging. Welch ein wacher Geist! Fast wäre sie pleitegegangen.
Was mich allerdings fertigmacht ist die Tatsache, daß jemand auf einer Strecke von etwa 11,5 Kilometern eine Differenz von 200 Metern derart drastisch ablehnt, als ob es 5 Kilometer wären. Schon allein die Feststellung einer 200 Meter-Differenz auf diese Gesamtentfernung zeugt von fast übersinnlichen Kräften. Solch eine Kollegin könnten wir dringend gebrauchen. Ich denke, sie würde bestimmt auch gern zu uns wechseln, denn im Moment muß sie doch echt einen Scheiß-Job haben!

Wo sie doch hinter jedem einen Betrüger vermutet.

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Rennunfall

…ist eigentlich nicht der korrekte Name für das hier zu beschreibende Ereignis. Es ist eher ein in der Nähe der PferdeRENNbahn stattfindender UNFALL. 😉
Am vergangenen Freitag habe ich (mal wieder) die Endstellung eines Unfalles gesehen, den ich eigentlich genauso erwartet hatte wie meinen eigenen auf dem Sachsenplatz. Es geht dabei um Verkehrsregelungen und daraus entstehende Situationen, von denen man weiß, daß sie irgendwann in die Hose gehen müssen.
Im freitäglichen Fall nun geht es um die Einmündung der Oskar-Röder- in die Winterbergstraße. Es gibt dort nämlich eine Besonderheit. Für Fahrzeuge, die aus Richtung Innenstadt kommend an dieser Kreuzung auf einen Stau treffen sollte nämlich gesichert werden, daß nur diejenigen Fahrzeuge blockiert werden, in deren Richtung sich der Stau befindet. Deshalb wurden im Bereich zwischen der Rennplatz- und der O.-Röder-Str. auf der Winterbergstr. Pfeile für Rechtsabbieger bzw. Geradeausfahrer aufgemalt. Diese befinden sich aber in einer einzigen Spur und haben somit nicht die Funktion der Verkehrsleitung, sondern nur der Stau-Entflechtung. Somit ist es also völlig egal, über welchen Pfeil man das Fahrzeug führt! Wichtig ist nur eins: Blinkt er oder blinkt er nicht. Wenn ein Fahrzeug über den Rechtsabbiegepfeil fährt und NICHT blinkt, dann kann man auch nicht davon ausgehen, daß er abbiegt. Nicht umsonst heißt es deshalb sinngemäß in §1 der StVO, daß Fahrzeugführer immer die Regeln der StVO zu beachten haben und andere um ihn herum darauf vertrauen dürfen, daß dies auch geschieht. Besondere Vorsicht muß walten, wenn es Anzeichen gibt, daß einer seinen Pflichten(reale oder vermutete) nicht nachkommen wird. Wenn also einer über den Rechtsabbiegepfeil fährt und NICHT blinkt, dann ist das doch ein todsicheres Zeichen, daß hier etwas nicht stimmt, stimmt´s?

Im besagten Fall nun klemmten 3 Fahrzeuge unzertrennlich aneinander: Ein Linksabbieger aus Richtung Leuben sowie zwei Wagen aus der Gegenrichtung, denen plötzlich der Platz ausging.
Und nun geht der Streit über die von mir vorausgeschickte Problematik so richtig los! Und eines kann ich euch versichern: Es wird verhärtete Fronten geben, was aber weniger an der Verbohrtheit der Beteiligten, sondern an der Undurchsichtigkeit der “Leitbemalung” liegt.

Und wenn sie nicht inzwischen versterben, streiten sie auch noch in 8 – 10 Jahren. Amen

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Erwartungen

Ich bin schon seit Monaten, wenn nicht gar Jahren nicht mehr sonnabends gefahren und hatte das auch in Zukunft nicht wirklich vor, aber die ständigen Erzählungen von Kollegen über exorbitante Umsätze machen einem doch schon den Mund wäßrig. Deshalb habe ich es heute einmal versucht und siehe da: Es wurde ein voller… Kanonenschuß in den Ofen! Solch einen Totentanz wie heute habe ich nicht oft gesehen, auch nicht zu Zeiten, als ich noch regelmäßig am Sonnabend fuhr. Man lernt halt nie aus.

In Zukunft werde ich wohl lieber wieder meine Freizeit genießen.

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