Kaufen, kaufen, kaufen!

Während im Taxigeschäft derzeit fast nichts passiert, gab es in anderer Beziehung gestern einen kleinen Paukenschlag: Nach der Diskussion über die Sonntagsöffnung der Geschäfte auch in Dresden siegten 2 Verkäuferinnen im Verbund mit ver.di vor Gericht mit einem Eilantrag, der den Wegfall aller verkaufsoffenen Sonntage zumindest in diesem Jahr bewirkt. Fast gleichzeitig beschließt der Landtag eine Gesetzesänderung, die den Sonntagsverkauf wieder ermöglicht, allerdings nun eben nicht mehr für dieses Jahr.Der Aufschrei vor allem im Handel ist natürlich riesengroß, wo doch die ach so vorausschauenden Manager schon alles für den großen Weihnachtsumsatz vorbereitet hatten. Aber ist nicht eigentlich derjenige ein guter Manager, der alle eventuellen Störungen mit einberechnet, vor allem wenn es sich um ein Gesetz handelt, das nicht verfassungskonform ist?! Ich finde es auch sehr bezeichnend, wenn sich ein solcher Manager dann hinstellt und sich öffentlich äußert: „Es ist erstaunlich, wie 2 Mitarbeiter ohne Konsequenzen eine Stadt lahmlegen können.“ Ich übersetze das folgendermaßen: „Wer das Maul aufmacht oder sich an seine Gewerkschaft wendet, gehört gefälligst entlassen!“, natürlich ganz abgesehen von dem Größenwahnsinn, das Nichtstattfinden von Sonntagsverkäufen mit dem Lahmlegen der ganzen Stadt zu interpretieren.

Und das ist nun einmal mehr der Beweis, wie es meistens in unserem Lande läuft, und mit ´Land´ meine ich nicht nur Sachsen. Anstatt eine Sache wegen erwiesenen Schwachsinns fallenzulassen (siehe auch Waldschlößchenbrücke) wird sie wegen irgendwelcher juristischer Spitzfindigkeiten verhindert.

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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