Hochprozentiges

Nahm ich doch letzte Woche am Flughafen eine ältere Dame auf, die aus der Türkei kam und laut ihrer Erzählung auch schon längere Zeit dort lebt. Die Tour, die sie mir ansagte, war nicht ohne Reiz, sprich Entfernung.
Als wir die Autobahn fast erreicht hatten, war plötzlich ein etwas schärferer Tritt „in die Eisen“ notwendig, woraufhin sich auf dem vorderen Mittelsitz ein Plastebeutel mit einem kompakten Gegenstand in Bewegung setzte. Nachdem ich diesen locker mit der Hand einfing, meinte die Dame erleichtert: „Ich dachte schon, ich bringe den Raki nicht heil nach Hause!“. Im weiteren gab es dann keine Gefährdungen für dieses spezielle Mitbringsel mehr.
Vor ihrem Haus angekommen, holte ich ihr Gepäck aus dem Kofferraum, während sie ihre Handtasche wieder einpackte und verschloß und alsbald samt dieser plus Beutel aus dem Wagen glitt. Irgendwie muß sie aber mit dem Beutel etwas unvorsichtig umgegangen sein, denn ich hörte plötzlich ein unangenehmes „Plock“ und ihren Kommentar „Jetzt hat es den Raki doch noch erwischt“. Ich schaute schnell in den Beutel und tatsächlich: Der Inhalt sackte unter kräftigem Glucksen rasend schnell nach unten. Mein beherzter Griff nach dem Flaschenhals samt Umdrehen brachte dann gerade noch die beliebten 100 Gramm zutage, aber ich bemerkte noch etwas „Leben“ im Plastebeutel. Also riet ich ihr, den Inhalt des Beutels schnell durch die recht große Öffnung im Boden der Flasche zurückzugießen.
Gesagt, getan: Nach dieser Aktion hatten wir mindestens 3/4 des Inhalts gerettet. Der Rest erreichte den Fußweg, natürlich nicht, ohne auf seinem Weg meine Hand begrüßt zu haben. Ich habe dort bemerkt: Hände waschen mit Raki – das geht!

Aber wißt ihr, wie tierisch das stinkt, wenn es trocken wird?!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Hochprozentiges

  1. opatios sagt:

    Nach Murphy’s Gesetz hätte in der folgenden Stunde eigentlich eine Polizeikontrolle stattfinden müssen, bei welcher Du die Fragen der Beamten zu dem unzweideutigen Geruch im Auto hättest beantworten dürfen… 😉

    • Bernd Bernd sagt:

      Na herrlich! Wenn ich denen meine Hand unter die Nase gehalten hätte, wären die doch spontan aus den Latschen gekippt!

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