Auf und nieder, immer wieder…

So wie dieses herrlich dämliche Schunkellied war mein heutiger Tag! Nachdem ich früh sofort rollte und eine Patientin ins Krankenhaus brachte, entblödete ich mich nicht, an ebendiesem stehenzubleiben. Als achter angekommen, keimte ich Minute um Minute so für mich hin.
Zwischendurch bekam ich noch eine Extravorführung an Blödheit: Am Ende der Straßenbahnhaltstelle war ein PKW so halb auf den Fußweg gefahren, um eine Frau aussteigen zu lassen und dabei den Verkehr nicht übermäßig zu behindern. Den Willen sah man also wohl, allein – ihm fehlte die Intelligenz. Die Frau stieg nämlich aus und schickte sich an, die Straße vor dem PKW zu überqueren. Hier erkannte sie aber die Straßenbahn, die gerade die Haltestelle verlassen wollte und beschloß, diese erst durchzulassen. Dummerweise stand nun aber der PKW so ungünstig, daß die Straßenbahn nicht vorbeikam. Der Teufelskreis sah nun so aus: Solange die Frau vor dem Auto steht, kann dieses nicht abfahren. Solange das Auto nicht abfährt, kann die Straßenbahn nicht weiterfahren. Solange die Straßenbahn nicht weitergefahren ist, geht die Frau nicht vor dem Auto weg! Klasse Situation, nicht wahr? Der Knoten löste sich erst in dem Moment, als der Mann im Auto laut – also ich meine so richtig doll laut – wurde. Hierauf hetzte die Frau sofort im gestreckten Galopp über die Straße.
Irgendwann waren 2,5 Stunden vergangen und ich ´bekam die Hupe´. – Für Outsider: Ich wurde vom Portier mittels einer Hupe zur Schranke mit Sprechstelle gerufen, um dort meinen Auftrag in Empfang zu nehemen. – Es ging auf Station zur Patientenentlassung nach – der Oberlausitz. Normalerweise sagt man dann über sein Schicksal: „Alles richtig gemacht!“, aber heute kam bei mir keine Freude auf. Es kann doch nicht sein, daß man in seinem Beruf zocken muß wie ein Spielsüchtiger, um einen wenigstens halbwegs erträglichen Lohn einzufahren!
Im weiteren Tagesgeschäft dann mal wieder etwas wirklich Lustiges: Als ich bei der Fahrt über das „Blaue Wunder“ gerade das andere Ufer erreicht hatte, wurde ich plötzlich vom Fußweg aus mit einer Spiegelreflex ins Visier genommen! Ich zeigte natürlich sofort mein fotogenes Pferdegebiß und lächelte ihn an, ohne den Sinn dieses Tuns zu verstehen. Nachdem er mit den Lippen Worte formte, öffnete ich das Seitenfenster und er sagte nur kurz: „Blogleser“. Ich fand das wirklich herrlich lustig. Nachdem ich ihn aber nicht als Kollegen identifizieren konnte, bin ich mal auf ein wenigstens halbes Outing gespannt. Immerhin kann es ja ein Nachtfahrer sein.

Von denen kenne ich ja nur… einen… zwei…, na eigentlich gar keinen.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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