Hart an der Grenze

Mein heutiger Start ins Geschäft begann eher mau. Ich hatte 4 Fahrten mit eher mäßigem Ertrag. Aber wenn ich mir schon dachte, schlimmer kann´s kaum noch werden, dann sah ich mich getäuscht, denn es gibt für Taxifahrer noch schlimmere Dinge als ein schlechtes Geschäft…
Nach meiner 4. Fahrt stellte ich mich wieder brav an einen Taxistand, an welchem auch eine Vorbestellung wartete. Und was soll ich euch sagen: Ich hatte Glück! Es klingelte, die Vorbestellung erschien im Display und ich… – erstarrte augenblicklich! Adresse X – Frau Y!!!  …das Sodom und Gomorrha des Dresdner Taxigeschäftes.
Ich hatte diese Frau etwa vor 3 Jahren das letzte Mal gefahren und hatte schon gehofft, es gäbe sie nicht mehr – in Dresden. Schon ihr äußerer Eindruck ist erschreckend, dabei versucht sie , mit jedem Taxifahrer zu flirten. Gute Karten hat sie dafür nicht, denn sie ist oft sehr schlecht rasiert. – Ja, tatsächlich, ich meine das Gesicht!
Daß sie an extremem Übergewicht leidet und sich kaum noch vorwärtsbewegen kann, kann man eigentlich ignorieren, denn das erlebt man häufiger. Was mich aber im Zusammenhang mit ihr weit mehr beschäftigt, ist eine andere Frage: Wie ist es nur möglich, daß ein Mensch allein den Innenraum eines VW-Busses geruchlich vollständig dominiert, ohne Parfüm zu benutzen?!
Dies war eine Fahrt, deren Kürze ich mit Wonne genossen habe, denn so erhielt ich schon nach kurzer Zeit Gelegenheit, wieder voll durchzuatmen.

Ich bin stolz, daß ich dem Würgereiz paroli bieten konnte.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Hart an der Grenze

  1. Y. Yvonn von Pfannen-Oehler sagt:

    Sie haben mich drei Jahre nicht erlebt? Meinen Bart nicht gekrault? Tausend Tage nicht an mir gerochen?

    Das soll nun anders werden. Am Montag gehts von Tolkewitz via Heidefriedhof (wo meine Männer und mein Anwalt wohnen) zum Gericht. Und ich verrate Ihnen schon mal: bis dahin werde ich nichts als Kraut zu mir nehmen und mich nicht waschen.

    Man sieht sich, mein Lieber!

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