Hyperaktivitäten

Am heutigen frühen Morgen war irgendwie alles anders als sonst. Das Verkehrsaufkommen schien doppelt so hoch wie an jedem anderen Arbeitstag. Gleichzeitig sank scheinbar die individuelle Aufmerksamkeit gegen Null. Das hatte zur Folge, daß jede Kreuzung komplett zugefahren wurde, weil man ja unbedingt jeden Zentimeter gewonnene Strecke sofort aufrücken muß.
So kam ich nach geraumer Zeit über die Hainstraße vor dem Bahnhof Neustadt an und mir bot sich das Bild einer „zugefahrenen“ Antonstraße. Das Schlüsselfahrzeug bei meinem Eintreffen bildete ein mit 2 Damen besetzter Kleinwagen. Dieser stand teilnahmslos in der Reihe der die Kreuzung blockierenden Fahrzeuge, wobei sich die Damen die Wartezeit mit intensivem Labern vertrieben, wie man an den pausenlos tätigen Mündern und den wichtigen Mienen erkennen konnte. Gerade als ich Grün bekam, konnte das Fahrzeug vor diesen beiden 3 Meter vorrücken und in meinem Inneren formte sich eine Art Gebet: „Bitte nicht nachrücken. Rückt bitte nicht nach! Labert bitte, was das Zeug hält, aber bleibt stehen!“
Ich wurde nicht erhört…
Auf das neben und hinter mir einsetztende Hupkonzert reagierten sie zuerst mit Unverständnis, dann jedoch mit einem gewissen Anflug von Schuldbewußtsein. Ich selbst habe mir das Hupen erspart, denn ab einer gewissen Verkehrserfahrung weiß man, daß dieses den IQ nicht hebt.
Fazit: Von mir aus kann jeder denkfaul sein, wie er will,

aber wie um Himmels Willen wollen wir mit solchen Kadern den Sozialismus aufbauen??!

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Hyperaktivitäten

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