Was der eine tut…

Bei der ganzen Asylproblematik verstehe ich einen ganz wichtigen Aspekt nicht: Sind denn nicht bis vor kurzem Taxifahrerkollegen aus allen Gegenden Deutschlands wegen Beförderung illegaler Migration zu nicht sehr moderaten Strafen verdonnert worden?! Frau Merkel macht im Prinzip eigentlich momentan dasselbe und müßte quasi dafür ebenfalls verurteilt werden. Natürlich geht das wegen der Immunität nicht, aber eine Anklage wäre doch möglich, oder? Sie könnte ja prinzipiell die Schranken auf freie Fahrt stellen, aber auch dafür braucht sie die Zustimmung des Gesetzgebers, nämlich des Volkes. „Volk“! Das ist übrigens das Wort, das ihr seit ihrem Kanzlereid am schwersten über die Lippen kommt. Damals ging es konkret um´s  deutsche Volk und nicht um ´ihr´ Volk. Es kann sein, daß sie damit nicht klarkommt.
Sei es, wie es sei. Ich jedenfalls gebe zu, vor einigen Jahren ebenfalls einen illegal eingereisten Kurden gefahren und dafür noch nicht einmal Geld genommen zu haben. Nun bin ich mir nicht ganz sicher: Bin ich nun ein Held oder ein Verbrecher?
Müssen also unsere gemaßregelten Kollegen weiterhin als Vorbestrafte gelten, während sich die Kanzlerin im Lichte derselben Tat auch noch sonnt?!
Oder gilt hier der Spruch, der schon immer unser Land beherrschte:

„Was der eine tut, ziemt dem anderen noch lange nicht!“

Dies ist der erste meiner 570 Beiträge, bei welchem ich regelrecht um Diskussion bettle, denn es könnte für einige unserer Kollegen sehr wichtig sein.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Was der eine tut…

  1. Matze sagt:

    Oh, es gab Zeiten in der BRD, da wurden Schlepper sogar unterstützt (auch finanziell) und bewundert – aber da ging es ja noch gegen den Klassenfeind im Osten.

    Dass die Länder der EU, bei der Vergabe von Posten und dem Einsacken von Fördermitteln sonst fast immer ein Herz und eine Seele, bei der ersten richtigen Bewährungsprobe, die sich nicht mit Drucken von virtuellem Geld lösen (scheinbar lösen) lässt, dermaßen egoistisch agieren, ist eine Schande. Zumindest in meinen Augen.

    Was ich aber leider in Deinem Beitrag vermisse, ist ein konkreter Vorschlag, wie mit den zehntausenden Flüchtlingen unmittelbar vor den Grenzen Europas, aber auch innerhalb vorallem der Balkanländer und damit fast auch wieder wie im vergangenen Jahr unmittelbar an der Grenze Deutschlands, verfahren werden sollte.

    • Bernd Bernd sagt:

      Deinen letzten Absatz kann ich schnell beantworten: Dieses Thema war einfach nicht dasjenige dieses Artikels. Wieso auch sollte gerade ich eine Lösung für etwas haben, was nicht einmal alle Regierungen Europas auf die Reihe kriegen!

      Auch in der DDR tauchten manchmal Leute auf, die genaueren Prüfungen nicht standgehalten hätten. So hatten wir in unserer Berufsschule mal 2 Algerier, bei denen ich einfach mal blindlings auf irgendeine Guerilla tippe. Die Technologie zum Bombenbau hätte man bei uns sehr wohl lernen können. In diesem Artikel ging es schlicht und ergreifend um ein- und dieselbe Tat, die den einen zum Verbrecher und den anderen zum Verbrecher machte. Das darf in einem Zeitraum, in dem genau die selben Gesetze gelten, eigentlich nicht passieren, sonst kriegt das Justizwesen so einen leichten Touch von Bananenrepublik.

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