Wesens-Zwillinge

Irgendwann im Laufe des Tages hackte ich mir einen Auftrag aus dem Hotel, das in den 60ern das erste am Platze war. Fahrgast war eine extrem gutgelaunte junge Dame, die deutsch sprach, aber immer wieder mal in ein-zwei englische Worte fiel. Sie hatte einen naturwissenschaftlichen Doktortitel und wollte in ein Objekt in Dresden, das ihre Forschungen vorantreiben helfen sollte. Unnötig zu erwähnen, daß man sich mit extrem gutgelaunten Personen extrem gut unterhalten kann. Wir unterhielten uns also recht angeregt über eines ihrer Fachgebiete – den Kinderwunsch. Ich konnte ihr sogar zwei Varianten des Gegenteils präsentieren, nämlich der Empfängnisverhütung. Das hatte sie bisher in noch keiner Vorlesung gehört, daß die sogenannte „Pille“ schon seit dem Mittelalter existiert und sogar ein Apfel denselben Zweck erfüllt. Die Pille im Mittelalter war natürlich völlig andersgeartet als heutzutage. Sie bestand nicht aus irgendeinem mysteriösen Chemiemix, sondern war aus Stein, wog 3 Tonnen und wurde vor die Schlafzimmertür junger Damen gerollt. Genauso 100%ig verhütete das Essen eines Apfels, allerdings nur, wenn man ihn „stattdessen“ aß! Frisch gestählt mit diesen meinen Erkenntnissen verließ sie mich genauso gutgelaunt, wie ich sie aufgenommen hatte.
Und nun machen wir einen kleinen Sprung:
Nachdem ich gegen Abend blöderweise doch noch einmal zum Flughafen mußte, habe ich mich entschlossen, auch die Rückfahrt noch mitzunehmen, auch wenn das ein wenig dauert. Was ich dann bekam, war eine extrem gutgelaunte junge Dame, die deutsch sprach, aber immer wieder mal in ein-zwei englische Worte fiel… ?! – Moment mal! Habe ich mich jetzt verfranst? Nein tatsächlich, das hatte ich doch schon mal! Zumal wollte sie zu ebendiesem Hotel! Ich äußerte deshalb die Vermutung, dieses Hotel sei ein Pool für extrem gutgelaunte junge Damen, die deutsch sprechen, aber immer wieder mal in ein-zwei englische Worte fallen. Die Dame meinte sofort, das klänge sehr nach ihrer Kollegin… Es war die Kollegin!

Was ist das nun: Das Gesetz der Serie? Systematik des Zufalls? Oder einfach der Versuch des Schicksals, mich für meinen späten Feierabend zu entschädigen?

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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