Luftlos

Ja, kein Schreibfehler: Es geht wirklich um Luft und nicht um Lust.

Nachdem ich vor 4 Wochen meinen VITO unglücklich abparken mußte, bekam ich zeitweise einen TOURAN als Arbeitsgerät, was natürlich Kollegenkommentare nach sich zog, die von „Na, degradiert?“ bis „Wohl zu heiß gewaschen?“ reichten. Am Dienstag nun bestieg ich wieder einen VITO. Jetzt ging es natürlich andersherum. Auf Anfragen sagte ich diesmal: „Ja, ich habe den Wagen wieder aufgeblasen.“
So brachte ich also am Nachmittag zwei junge Damen zum Flughafen, kassierte und stieg wieder ein. In dem Moment, als ich den Fuß auf das Trittbrett stellte, erklang ein Geräusch, als wenn man auf eine hohle Haselnuß tritt. Nun lagen dort zwar 2/3 Steinchen, aber das Geräusch paßte nicht dazu. Sei es wie es sei, ich fuhr auf die Platte, wo mich von den dort stehenden Kollegen einer besonders entgeistert anguckte. Als er den Mund öffnete kam ich seiner vermeintlichen Frage zuvor und brachte den Spruch mit dem Aufblasen. Normalerweise bringt das einen kurzen Lacher, hier aber konterte er mit dem Satz: „Wieso aufgeblasen, der ist doch ganz unten!“ Ich dachte mir: „Wovon redet der Kerl und folgte seinem Blick zu meinem… platten Vorderrad! Ja Kruzifix noch eins, wie geht das?! Gerade bin ich noch über die Autobahn gedüst, da hätte ich doch was merken müssen!
Aber wie so oft hieß es jetzt: „Alles Jammern nützt nichts, anpacken ist gefragt.“ Also stellte ich meinen Wagen zur Seite und wechselte in aller Seelenruhe das Rad. Den heutigen Tag hatte ich schon abgehakt. Sehr nett war dann natürlich die Geste der Kollegen, mich wieder an die alte Stelle in der Schlange zu lassen. Vielleicht war es auch ein Dank für das Entertainment, das sie von mir geboten bekamen. So eine Liveshow von einem Kollegen bekommt man ja schließlich nicht alle Tage.
Es stellte sich heraus, daß das Ventil defekt war. Es muß also das bewußte Geräusch verursacht haben. Wie, das wissen allerdings die Götter.

Zumindest kann ich behaupten, daß ich nach ca. 30 Jahren das erste Mal wieder einen Defektwechsel vornehmen mußte.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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