Ich als Psychologe

Es ist doch immer wieder schön, wenn man feststellt, daß die Welt noch in Ordnung ist. Das ist dann der Fall, wenn Dinge erahnbar sind und sogar die Klischees passen.
Ich hatte dieses Vergnügen heute, als ich ein älteres Paar chauffierte. Im Gespräch ging es um Bauen im Allgemeinen und Besonderen und ich erfuhr, daß deren Schwiegersohn Architekt ist. Ich warf dann ein, daß meine Tochter auf dem Weg zum Bauingenieur sei und somit eine der ersten, die die oft überspannten Wünsche der Architekten vom Kopf auf die Füße zu stellen gezwungen sei, denn Architekten seien nun mal nicht studierte Leute mit einem enormen Fachwissen, sondern „Künstler“. Die beiden bestätigten mir, daß sich auch ihr Schwiegersohn mehr so als einsamer Wolf fühle, der zwar keine Schafe reiße, diese aber ob ihres Schafseins bedauere und glücklich ist, daß sie ihn haben.
Nun aber schoß sofort meine hobbypsychologische Ader nach vorn und ich mutmaßte: Wenn das so ist, fährt er bestimmt einen Saab! „Jaa!“ Unisono fuhr dieses aus den überraschten Passagieren hervor. „Wie kommen sie darauf?“ Und so breitete ich meine Hypothese zum Autokauf vor ihnen aus:

Angelehnt an einen Radiobeitrag vor vielen Jahren, in dem es um Vorlieben bestimmter Charaktere für bestimmte Autotypen ging, habe ich diesen Gedanken immer bei mir behalten und auch versucht anzuwenden. So war damals davon die Rede, daß Mercedesfahrer häufig Leute sind, die ihren inneren Machtanspruch häufig im Beruf nicht ausleben können und deshalb im „Bonzenauto“ Kompensation suchen. Eine besondere Spezies in dieser Kategorie ist der „Stellvertretertyp“. Er ist der Meinung, daß er viel besser sei als sein Chef, aber trotzdem immer in der zweiten Reihe stehe.
BMW hingegen steht tatsächlich wie in seiner Werbung für Freude am Fahren und selbstverständlich für Geschwindigkeit.
Tatsächlich sagte eine Statistik, die die Prozentualität der Unfallursachen auf die Fahrzeugtypen umlegt:
50% der Unfälle wegen erzwungener Vorfahrt gehen zu Mercedes und etwa 40-50% wegen überhöhter Geschwindigkeit zu BMW.

Aber nun zu Saab. Wofür steht Saab? Wenn wir ehrlich sind, ist er weder besonders schön, noch repräsentativ, noch sportlich, noch… was weiß ich alles noch.
Eines aber ist er ohne Diskussion: anders! Dieses Auto signalisiert jedem: „Du kannst dich strecken, wie du willst, aber ich bin anders!“
Die Sache mit BMW und Mercedes belegte die Statistik, die mit Saab belege ich, … und zwar mit meinem Volltreffer!

Und nun sagt mal bitte ganz unparteiisch: Bin ich gut?!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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4 Antworten auf Ich als Psychologe

  1. Philipp sagt:

    Pastewka hatte doch einen Saab oder? Schönes Auto…

    Grüße aus Löbtau

    Philipp

  2. Stephan sagt:

    Auch wenn ich sonst kaum schreibe:
    Du bist gut!

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