Mein Outing

Ja, ich gebe es zu: Ich habe ein Problem mit Vögeln. – Ich sagte, „mit Vögeln“ und nicht „beim Vögeln“, ihr Ferkel!
Das liegt daran, daß ich aus meinem Schlafzimmerfenster auf ein Areal schaue, das früher einmal aus Kleingärten bestand und nun infolge ´immobiler Finanzierunverträglichkeit´ (sehr feiner Begriff!) verwildert und zum Biotop geworden ist. Aus diesem Grund gibt es hier fast alles, was die Fauna in diesen Breiten so hergibt. Spatz, Amsel, Meise, Fink, Eichelhäher und viele mehr geben sich hier die Zweige in die Hand. Auch am Boden kräucht allerlei Getier bis hin zum Fuchs. Im Prinzip sind deren Lautäußerungen verträglich, nur bei einer Spezies habe ich Probleme: der Amsel! Jeden Morgen und jeden Abend sitzt eine auf dem Giebel meines Nachbarhauses und flötet, flötet,flötet! Bei Amseln ist es ja nun so, daß sie nicht vollkommen alleine flöten, sondern daß in deutlich hörbarer Entfernung, also ca. 50 bis 100m, eine andere Amsel gegenflötet. Es ist also ein Zwiegespräch. Und worüber unterhalten sich Vögel so im Allgemeinen? Am wahrscheinlichsten sind die Themen Futterangebot, Feinde im Revier, Gebietsansprüche und – Partnerschaft!
Und nun frage ich euch: Muß ich es erdulden, wenn sich irgendwelche bescheuerten Flugsaurier in aller Öffentlichkeit über´s Ficken unterhalten?! Also nun wirklich nicht!
Eine Chance gebe ich ihnen aber noch: Sehr häufig kommt bei Amseln eine Gesangssequenz vor, die man beispielsweise mit „PipiKacka“ beschreiben könnte. Das wäre natürlich eine Schweinerei. Möglich wäre aber auch die Interpretation als „TitiCaca“ oder aber auch „MichiBallack“. Heute aber hatte ich eine Vision: Was , wenn das nun alles falsch ist und man den Gesang als „TikiTaka“ interpretieren muß?!
Das würde nämlich bedeuten, daß die Amseln als amtlich bestellte Wahrsager den Sieg von Spanien bei der EM infolge ihrers TikiTaka-Spiels vorhersagen. Also dann, meine lieben Spanier, legt euch ins Zeug und gewinnt!

Ansonsten geht´s dem Amselvolk endgültig an´s Gefieder!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Mein Outing

  1. Bernd K. sagt:

    Du scheinst ein wenig der Natur entfremdet zu sein, aber gut, jeder hat so seine individuellen Vorlieben und Abneigungen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als jüngerer Jugendlicher einmal in den Oster- oder Pfingstferien früh, bei offenem Fenster von der Amsel auf dem Nachbarsgiebel geweckt, aufgestanden bin und mich eine ganze Weile ans Fenster stellte und dem Tierchen begeistert zuhörte.
    Als eher lästig empfinde ich Tauben mit ihrem nervigen guguu-guguu oder die Elstern.
    http://www.nordbayern.de/region/fuerth/sperrfeuer-im-morgengrauen-1.2171565
    (Die erwähnten Eulenkinder fiepen übrigens vergleichsweise sehr dezent)

  2. Bernd Bernd sagt:

    Für mich gab es auch mal eine Zeit, wo ich den Klängen der Natur fasziniert zugehört habe, aber das nutzt sich halt ab!

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