Dienstleister

In letzter Zeit habe ich wieder und wieder lesen müssen, was Leute so unter dem Begriff „Dienstleister“ verstehen. Zusammenfassend vermute ich, ein Dienstleister ist für viele Menschen einer, der ihnen minuten- oder stundenlang mit der Zunge in der Arschkimme auf- und niederfährt und zum Dank dafür auch noch Geld bezahlt. Einen Anflug solcher Meinung durfte ich live am Flughafen erleben:
Nach der Landung eines Jets aus der Schweiz tauchte am Taxistand ein – ja was wohl? – Schweizer auf, der die gesamte Reihe der wartenden Wagen ablief und lautstark nach einem Wagen mit verfügbarer Babyschale verlangte. Wir geben ja unser Geld ansonsten gern für den alten Fritzen aus, aber gerade heute hatte ausnahmsweise eben gerade keiner eine solche dabei. Angesichts seiner Erfolglosigkeit ließ sich der nette Herr zu dem Spruch hinreißen: „Und ihr schimpft´s eich nun Dienstleister und habt´s net amal eine Babyschale dabei?!“
Das konnte natürlich nicht unerwidert bleiben und unintelligent, wie wir Dienstleister nun mal sind, brachte ich es auch nur fertig, ihn halbwegs zu kopieren, indem ich ihm zurief: „Und sie nennen sich wahrscheinlich nun Vater und haben nicht einmal das Nötigste zum Wohle ihres Kindes dabei?!“

Es wird halt immer wieder gern genommen, eigene Versäumnisse anderen anzulasten.

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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