Startabbruch

Der Leser ahnt es schon: Der Titel bezieht sich auf den vorhergehenden Artikel. Heute allerdings konnte ich den scharfen Start noch abwenden, und das kam so:

In Dresden findet derzeit ein Kongress der GWS-Branche statt. Wer damit nichts anfangen kann, der sei an den „Werner“-Film verwiesen: Gas – Wasser – Sch… na ja. Ich bekam also einen Auftrag von einem Hotel, ausgestellt auf einen persönlichen Namen. Dort angekommen kamen 3 Herren auf mich zu, die mir den Namen einer Firma nannten, also folglich nicht meine Fahrgäste waren. Als ich sie abwies erschienen 2 weitere Herren, die zu meinem Auftrag gehörten – , aber auch zur selben Firma, wie die anderen. Man hatte nicht gewußt, daß es auch große Taxen gibt(????!!). Es kam, was kommen mußte, nämlich daß alle bei mir einstiegen. Mein Versuch, das zweite Taxi abzubestellen, wurde sofort durch die Ankunft desselben erstickt. Ich machte mich also daran, dem Kollegen die Situation klarzumachen. Leider war er aber entweder nicht willens oder in der Lage, das Ganze zu verstehen. Deshalb sah ich mich kurz darauf den Vorwürfen des „Wegladens“ und „Betrügens“ ausgesetzt. Der gelindeste Satz war noch: „Das glaube ich dir nicht, daß du auch einen Auftrag hattest!“
Natürlich begann sofort der Raketenmotor zu laufen! Seiner allerdings auch, hervorgerufen durch meine energetisch bedingte Lautstärke, mit der ich ihn zur Kontrolle meines Funkauftrages aufforderte. Er tat dies dann auch, weil er mich ja wie gesagt für einen Betrüger hielt. Nach dem Durchlesen meines Auftrages schien er dann einigermaßen hilflos, woraufhin ich ihm die 5 Euro Großraumzuschlag anbot, die ja durch die Zusammenführung zweier Aufträge fällig wurden. Damit war schließlich die Situation gerettet, obwohl ich nicht weiß, ob er sich bewußt ist, daß ich da noch Verlust habe. Schließlich muß ich die 5 Euro ja auch abrechnen.
Was die ganze Angelegenheit für mich so unerträglich machte, war die Anschuldigung der Unlauterkeit. Bei so etwas bin ich in Sekundenschnelle auf der Palme.
Was es der Sache des Taxigeschäftes generell an Schaden antut ist die Tatsache, daß das schlechte Image des Taxigewerbes in der Bevölkerung auch auf die Kollegen selbst durchschlägt. So etwa nach dem Motto: ´Wenn die Leute uns für Betrüger halten, halte natürlich auch ich meine Kollegen für Betrüger!´
Oder aber es funktioniert nach dem anderen Sprichwort:

„Was ich selber denk´ und tu´ traue ich auch ander´n zu!“

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
Dieser Beitrag wurde unter Ethik, Finanzen, Taxi abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Startabbruch

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.