Späte Genugtuung

Schon seit Jahren schäme ich mich fremd für Leute, die unbedingt die Namen ihrer Kinder an der Heckscheibe ihres Wagens anbringen müssen. Hierbei hat man das Gefühl, daß sich diese Eltern im Grad der Bescheuertheit der betreffenden Namen möglichst überbieten wollen. Die Kinder können einem nur leid tun… und die Eltern eigentlich auch! Ich selbst habe auch Kinder, aber ich käme niemals auf den Gedanken, ihre Namen zur Hebung meines Selbstwertgefühls an´s Auto zu pappen. Den größten Fragezeicheneffekt erreicht man aber, wenn man den Namen mit dem unweigerlichen „an Bord“ in ein Warnschild verpackt und noch „Achtung“ davorsetzt. Da steht man dann nun hinter dem Fahrzeug und überlegt: „Was will mir dieses Schild sagen?“.
Ich interpretiere das folgendermaßen: „Lieber Hintermann, fahr mir bitte diesmal nicht hintenrein, denn ich habe ein Kind mit einem wunderschönen Namen an Bord und das soll doch gesund bleiben! Wenn ich sie aber in der Kita abgegeben habe, mache ich den Aufkleber ab und dann darfst du wieder.“
Lange habe ich den Plan vor mir her geschoben, einen Spaßaufkleber für mein Auto zu kreieren. Denkbar wäre z.B. ein Pfeife rauchendes Baby mit Bart auf dem Nachttopf und dem Schriftzug „Papi an Bord“.
Jetzt aber hat mich zum Glück das pulsierende Leben überholt, denn heute sah ich zum ersten Mal eine entsprechende Antwort auf die „ANBORDOMANIE“. Es war ein Aufkleber mit dem Text: „Kein Balg mit bescheuertem Namen an Bord„.

Nun darf ich mich leise lächelnd zurücklehnen.  🙂

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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