Danke!

Ich freue mich sehr, daß ich heute einmal einen Beitrag schreiben kann, in dem ich einem Kollegen einfach nur „Danke!“ sage. Ich bin ja sonst manchmal ein Schwein und schreibe solche Worte in purem Zynismus, aber heute meine ich es wirklich so. Und das kam so:
Als ich heute am frühen Nachmittag in der Nähe meines Zuhauses landete, während das Geschäft dem Nullpunkt entgegenstrebte, bin ich kurzerhand aus dem Rennen und zum heimischen Mittagessen gegangen. Ich glaube, das war in den letzten 10 Jahren das zweite oder dritte Mal(Ich kann nämlich nicht so weit zählen). Anschließend dachte ich mir: „Nimm doch auf dem Weg zum Geschäft einfach noch den Leergutsack mit, den kannst du unterwegs irgendwo loswerden.“ – Womit ich allerdings überhaupt nicht gerechnet hatte war die Tatsache, daß ich im Taxi sitzend sofort einen Auftrag bekam, der mich weit weg von zu Hause – und vor allem jeder Leergutrückgabestelle führte. Das Ergebnis war mehr als peinlich: Ich lade unter den Augen eines japanischen Paares deren Koffer in den Kofferraum – direkt neben den 120l-Plastesack mit dem Leergut – und fahre zum Flughafen. Wohin auch sonst, wenn´s denn schon peinlich wird! Deshalb stoppte ich trotz vorhandenen Platzes auf der „Platte“, um meinem Hintermann mittzuteilen, daß ich mal zum „LIDL“ müßte. Er meinte daraufhin: „OK, ich fahre hoch und lasse ein Loch“.
Als ich etwa nach 15 bis 20 Minuten zurückkam, um mich vor dem Terminal einzureihen, war ich entsetzt! Wo um alles in der Welt war mein Vordermann?! Dann entdeckte ich ihn – als Dritter! Und – ich konnte es kaum fassen – er hielt immer noch die Lücke! Tja, ich hatte ganz einfach unterschätzt, wieviele Wagen die Maschine aus Basel „zieht“. Ich also rein, nachgerückt, geladen und weg…
Natürlich habe ich mich bei ihm bedankt, aber ich muß es ganz einfach noch einmal auf diesem Wege tun, denn was ich sonst so manchmal von Kollegen erlebe, ist von ganz anderer Art. Dabei wäre ich auch nur auf mich selbst böse gewesen, wenn er schon ´zugemacht´ hätte. Mein Wiederauftauchen war ja nun wirklich schon grenzwertig. Gern würde ich ihm an dieser Stelle nochmals namentlich danken, aber leider weiß ich nicht, ob ihm das recht ist, denn es gibt gewiß Kollegen, die das anders sehen.

Deshalb also anonym: Danke, lieber Kollege! Du hast mir eine Riesenhucke Glauben wiedergegeben.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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Eine Antwort auf Danke!

  1. Steffen sagt:

    Da sieht man mal wieder das es doch noch nette Kollegen gibt ..

    Da kannste wirklich froh sein, dass Du da nicht ins leere gefahren bist. 😉

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