Goldene Küche

Heute fühle ich mich doch noch zu einer Reminiszens an das vergangene Wochenende verpflichtet. Ich war am Freitag aus familiärem Anlaß in Langenau bei Ulm. Wir hatten Zimmer in einer Pension mit Frühstück gebucht. Als wir gegen Mittag ankamen, hatten wir noch Zeit für ein ausgiebiges Mittagessen. Der Pensionsinhaber empfahl uns das „Goldene Rad“ auf der Hindenburgstraße, da könne man gut essen. Dort angekommen, empfing uns von außen das Ambiente einer Fernfahrer- oder Dorfkneipe. Innen sah das genau so aus.
Eines verblüffte allerdings: Das Lokal war brechend voll! Allerdings war von Fernfahrern nichts zu sehen(fehlende LKW!) und auch bäuerlich sahen die Gäste nicht aus. Es hatte mehr den Anschein, als ob Angestellte und Beamte der ganzen Umgebung hier zu Mittag aßen. Als wir dann die Speisekarte lasen, war mir auch fast klar warum.
Eine solch große Auswahl an Speisen aller Art findet man eigentlich nicht in einer Dorfkneipe. Jetzt mußte es nur noch so schmecken, wie es sich las… Das tat es! Wir aßen Holzfällersteak mit gebratenem Bauchspeck und glasierten Zwiebeln und einer Beilage gebratener Kartoffelspalten: Ein Genuß! Es war genau das, was ich nach 5 Stunden Autobahn brauchte.
Der Zufall wollte es, daß wir abends wieder dort landeten. Dadurch hatten wir Gelegenheit, ein Essen zu genießen, das ich meinem Vater schon Mittags schmackhaft gemacht habe: argentinisches Steak mit Kräuterbutter, extra Salat und auf unseren Wunsch Kroketten. Besonders gefiel mir, daß der Wirt wegen der Kroketten ungefragt eine Terrine mit Soße dazustellte, an die ich noch nicht mal selbst gedacht hatte. Es sind eben gerade auch diese kleinen Details, die eine Küche liebenswert machen.
Eine Kleinigkeit habe ich noch vergessen zu erwähnen: Als wir das Lokal betraten, begrüßte uns der Wirt mit den Worten: „Euer Platz von heute mittag ist gerade wieder frei und wenn ihr Ente essen wollt, die haben wir heute auch“!
Angesichts der Tatsache, daß ich für die angebotenen Speisen anderswo auch schon andere Preise gesehen habe, kann ich nur sagen:

Kollegen der fahrenden Zunft, wenn ihr mal die A7 rauf oder runter fahrt, geht mal dort essen. Es lohnt sich wirklich!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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