Keine Mutter?

Der heutige Tag war in jeder Hinsicht durchwachsen. An Fahrten war von top bis Flop einiges dabei. Ebenso sah es bei Gefühlslagen aus: Lust und Frust nah beieinander. Dabei war es auch nicht zwangsläufig so, daß gute Fahrten Lust und weniger gute Frust gebracht hätten. Eine Kurzfahrt zumal brachte zwar Frust en masse, aber der hatte nichts mit der Kürze der Fahrt zu tun:
In Erwartung einer Krankenfahrt stand ich etwa 40min an der Geblerstr., freute mich schon auf die mindestens 15 € Umsatz, als es eine halbe Minute vorher klingelte und ich einen Auftrag von der Leipziger in der Nähe der Rankestraße erhielt, die schon am Elbcenter wieder endete. Der Frust kam sofort: Bei der Anfahrt sah ich eine alte Dame mit zwei Stöcken in Begleitung einer sehr jungen Frau am Hoftor stehen. Dieses Grundstück befand sich direkt an einer Straßenbahnhaltestelle, weshalb ich auch direkt am „Bahnsteig“ andockte, um der Kundin den Einstieg in mein hohes Fahrzeug enorm zu erleichtern. Während ich ihren Einstieg „managte“, wies mich ihre junge Begleiterin gönnerhaft-belehrend darauf hin, daß hinter der Haltestelle ein Fahrweg entlangführt, auf welchem ich beide hätte direkt und hautnah abholen können.
Tja, meine Gute, das hatte ich auch schon gesehen! Wenn du dann mal das Alter der Person neben dir erreicht hast, dann wirst du auch erkennen, welcher Anstrengungsunterschied zwischen 5 Metern Geradeauslaufens und dem Einstieg in einen T5 besteht!
So liebe ich Hilfspersonen: Hilfsbereit, liebevoll, engagiert…, aber keine Ahnung! (Frust 1)
Natürlich war ich über das dann angesagte Fahrziel auch nicht gerade erbaut, zumal es mit der Haß-Ansage einherging: „Es geht gar nicht weit!“. (Frust 2)
Beim Bezahlen von 6,50 € dann zückte sie ihre Taxi-Wertmarken für Behinderte, gab mir 2 Stück (a 2,50 €) und suchte dann im Portemonnaie nach Kleingeld. Darauf meinte ich: „Sie können mir auch 3 geben und ich gebe ihnen den Euro raus.“ Sie: „Ja gern, aber beim letzten Mal hat der Fahrer gesagt, er könne auf die Marken nichts herausgeben.“ – ???
Und nun hatte ich die Empfindung: Das ist der Moment, wo´s dem Radfahrer die Luft aus den Schläuchen treibt!! (Frust 3hoch3)
Sag mal – Herr Kollege – bist du Anfänger, Dummkopf oder einfach nur ein trinkgeldgeiles Arschloch?!

Hast du keine Mutter mehr?!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
Dieser Beitrag wurde unter Ethik, Gesundheit, Taxi abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten auf Keine Mutter?

  1. philipp sagt:

    ich habe zwar keine Ahnung von den bei euch gebräuchlichen Sozialmarken – aber ist es nicht eher üblich, dass Marken/Gutscheine/Restaurantschecks etc. nicht in Bargeld umgetauscht werden können? Genau das passiert doch beim Rausgeben von Rückgeld beim nur teilweisen Verbrauch

    • Bernd Bernd sagt:

      Daß sie nicht umgetauscht werden können, glaube ich nicht und daß sie nicht umgetauscht werden dürfen, weiß ich nicht. Eins weiß ich aber genau: Der Kollege, der eine Herausgabe von Bargeld verweigert, tauscht am Quartalsende mit Freude einen ganzen Posten 2,50 €-wertiger Marken zu je 1,00 € oder weniger um!

  2. Tobias sagt:

    Also ich Fahr seit 3 Jahren aber die Worte des Ausbilders in der Genossenschaft liegen mir noch heute im Ohr.
    Auf die Sozialmarken darf auf keinen fall Bargeld herausgegeben werden.
    Statt sowas hier zu schreiben:“ Sag mal – Herr Kollege – bist du Anfänger, Dummkopf oder einfach nur ein trinkgeldgeiles Arschloch?!Hast du keine Mutter mehr?!“
    sollte man sich bei unsere Genossenschaft informieren.

    MfG

    • Bernd Bernd sagt:

      Es täte mir wirklich leid, wenn ich unwissenderweise jemandem zu nahe getreten sein sollte, der sich an eine mir unbekannte Regelung gehalten hat. Umso mehr, falls es dann einer ist, der nicht einmal zum Quartalsende tauscht. Ich fahre in der „Neuzeit“ seit 10 Jahren und habe davon nichts gehört. Ich muß dazu ganz ehrlich sagen: „Es wäre mir auch Wurst!“ Für mich ist die Marke Eigentum des/der Behinderten und er kann damit machen, was er will. Das ist bestimmt wieder so eine dieser bevormundenden „außerordentlich wichtigen Amtsvorschriften“. Mit denen kennen wir uns ja inzwischen bestens aus.
      Bei der Gelegenheit: Falls einer eine sinnvolle aus dieser Kategorie kennt, dann raus damit! Das wollen alle wissen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.