Öffentlicher Arbeitsstau

Wie das oftmals ist, so gab es auch heute kein Taxiereignis, das es wert gewesen wäre, hier Erwähnung zu finden. Wie gut ist es dann doch, wenn man abends fernsehen kann und die wirklichen „Gags“ des Lebens brühwarm serviert bekommt.
So bekam man heute zu hören, daß junge, gut ausgebildete Menschen im öffentlichen Dienst fast ausschließlich befristete Stellen bekommen. Wenn man bedenkt, daß ebendiese Personengruppe die neuesten Erkenntnisse gelehrt bekommen hat, ist das kaum zu verstehen. Wenn man sich aber vor Augen führt, wie öffentlicher Dienst funktioniert: dann schon!
Öffentlicher Dienst ist – wie soll ich sagen? – ganz einfach so wie DDR im Westen! Die beschriebenen jungen Leute machen im Prinzip die Arbeit, haben aber keine Chance aufzusteigen. Das liegt daran, daß sie den bereits vorhandenen, etablierten KollegInnen Bericht erstatten müssen, woraufhin diese ebenfalls die Kennung des Neuen, aber zusätzlich die Erfahrung haben. Sollte einer  dieser jungen Menschen besser erscheinen als ein Altgedienter, läßt man einfach den befristeten Vertrag auslaufen. So erreicht man, daß die altgedienten KollegInnen mit ihrem fe… etwas breiteren Hintern nicht vom Stuhl gestoßen werden können. Das funktioniert selbst auf die Gefahr hin, daß die Arbeit nicht mehr so richtig geschafft wird. Wenn nämlich das Amt mal richtig arbeiten muß, dann läßt es sich das auch extra bezahlen! Das merkt man zum Beispiel daran, daß man bei verspätetem Eingang eines Ordnungsgeldes für das folgende Bußgeldverfahren noch einmal extra zahlt, und zwar ganz egal, ob das schuldhaft geschah oder nicht.
Man kann also für die Arbeitsweise der öffentlichen Verwaltung konstatieren:

Erich, wir haben dich nicht vergessen!

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Öffentlicher Arbeitsstau

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