Liebesbrief

Eigentlich wollte ich heute etwas ganz anderes schreiben, aber als ich meine E-Mails abrief, fand ich eine, die so lieb, privat – ja regelrecht intim war, daß… ich sie unbedingt veröffentlichen muß!
Hier also ist sie:

Sehr geehrter Kunde,

Wir sind ganz dankbar, dass Sie die Dienstleistungen unserer Bank benutzt haben.
Wir teilen Ihnen mit, dass vom 28.04.2014 die Schuld beim Konto #5097509217424869 4339.82 Euro beträgt. Wir bieten Ihnen an, die Rückzahlung der Geldmittel in vollem Umfang bis 14.05.2014 freiwillig durchzuführen.

Die freiwillige Rückzahlung der Geldmittel zum Vertrag #B0276462376C76632 bietet Ihnen an:
1) Ihre positive Kredit-Geschichte beibehalten
2) Die Gerichtsverhandlung vermeiden

Im Falle der Nichtzahlung 4339.82 Euro sind wir im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung berechtigt, die Gerichtsstrafe wegen der Schuldigkeit auszuführen.
Die Vertragskopie #B0276462376C76632 und Zahlungsangaben sind zu diesem Brief als ZIP-Datei „vertrag_B0276462376C76632.zip“ hinzugefügt.

Mit freundlichen Grüßen,
Leiter des Departments für die Arbeit mit den Schulden.
Mahza Kratzer
+49 (0) 30 320 202 90

Ach ja – dachte ich mir – die gute alte Mahza! Hat sie mir doch einen netten Brief geschrieben. Seit unserer frühesten Kindheit versuchen wir gegenseitig immer wieder, den anderen hereinzulegen, aber sie hat´s bei mir nie geschafft. Nun sind wir in die Jahre gekommen und nicht mehr ganz so fit. Deshalb denkt sie, jetzt könne sie mich drankriegen. Aber leider hat sie der geistige Abbau stärker erwischt als mich, weswegen dieser Versuch nun das reine Desaster darstellt. Dieser textliche Erguß ist nun wirklich der Ausdruck eines kranken Hirns. Ganz abgesehen davon weiß ich doch, daß du im Deutschunterricht nie so richtig mitkamst. In seiner Art ist dein Text allerdings auch wieder genial: Wenn ich den Anhang extrahieren und scannen würde, fände ich doch mit Sicherheit ein süßes, kleines Krankheitserregerchen, genannt Virus.

Alsdann, liebe Mahza: Es war ein netter kleiner Versuch, aber den kannst du dir von der Backe „Kratzer“n.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Liebesbrief

    • Bernd Bernd sagt:

      Von der Körpermitte bis zu den Schultern sieht dieses Einhorn ja ganz interessant aus, aber was darüber passiert, entzieht sich meinem Verständnis.

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