Kindsköpfe

Ganz genau diesen Titel muß ich heute vergeben. Diesen haben sich zwei Männer verdient – einer jünger als der andere.
Der jüngere von beiden kam zuerst:
Wenn man mit einem PKW (oder Kleinbus) an einer roten Ampel steht, kommt es oft vor, daß sich in der Mitte der zumeist 2 Spuren Biker nach vorn „schleichen“, um bei Grün „weg“ zu sein. Ich finde das nicht beklagenswert, sondern im Gegenteil klasse… , wenn man mit dem richtigen Material anrückt! Gegen meinen mit 100 PS befeuerten T5 genügt gewiß eine standardmäßige 150er Maschine, um mir zu entfleuchen. Selbst ein S50 von Simson, das mit nur einer Person besetzt ist, hat noch gute Chancen zum Davonkommen. – Muß man aber wirklich mit einem der heutigen 50 ccm Roller vor mich fahren und ernsthaft glauben, man würde mich nicht behindern?! Selbst wenn die Kiste „getürkt“ ist und bis zu 110 km/h laufen sollte, funktioniert das nur über die Drehzahl, – die man erstmal erreichen muß! Beim Anfahren ist der so lahm wie alle anderen auch. Ich erinnere hier an die StVO, in der Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer explizit unter Strafe gestellt wird. Ich erspare es mir an dieser Stelle, den exakten Paragrafen herauszusuchen, denn das wäre hier wirklich zu albern.
Ich habe dem Jüngling dann auch einen Fingerzeig gegeben, den er aber mit einer eindeutigen Einladung zu einem Rennen quittierte.
Oh, du Ahnungsloser! Der Himmel möge dir Erkenntnisse schicken. Vielleicht tut´s aber auch dein Vater.

Gegen Nachmittag dann entdeckte ich am Riegelplatz eine Vorbestellung für einen 7-Sitzer, dessen heimlichem Zauber ich mich nicht entziehen konnte: Also quer durch die Stadt nichts wie hin. Der dortige Taxistand besteht aus 2 getrennt angeordneten Parkbuchten, von denen die hintere für T5 mit langem Radstand in etwa so geeignet ist wie ein Besenschrank für ein Fahrrad. Ich war also gezwungen, den vorderen zu nutzen. Dumm war nur, daß dieser von einem Privatfahrzeug belegt war. Weil´s aber so schön kuschelig ist, habe ich mich direkt davorgestellt. Dank meines Abstandswarners kriegt man das auch so ziemlich zentimetergenau hin. Entgegen sonstiger Erfahrungen war aber der Eigentümer im selben Augenblick vor Ort und wollte auch wegfahren. Normal wäre ja nun gewesen, mich zu fragen, ob ich mal kurz nach vorn fahren kann, aber nichts dergleichen! Im Rückspiegel sah ich, wie er mir die Zunge herausstreckte (!), dann rückwärts in die Rabatte fuhr und abdampfte. Im Rückspiegel erschien mir sein Alter bei etwa 30 – 35 zu liegen, das wahre Leben überrascht einen aber immer wieder. Nach seinem Verhalten zu urteilen kann er nicht älter als 10 Jahre sein.

Kriegt man denn da schon einen Führerschein?!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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