Wahl in Sachsen #5 – Zwischenspiel

Dieser Artikel ist eine Übernahme aus Spiegel-Online vom 1.9.14

Dresden/Hamburg – Wer wählt eigentlich die AfD? Und welche Partei ist bei jungen Frauen besonders beliebt? Die Meinungsforscher von Infratest dimap haben im Auftrag der ARD die Stimmenverteilung in den einzelnen Wählergruppen analysiert (Stand: Montag, 9.44 Uhr). Hier sind die auffälligsten Ergebnisse.

Altersstruktur1. Altersgruppen
Die CDU hat in jeder Altersgruppe die meisten Stimmen geholt, besonders erfolgreich ist sie jedoch bei den Menschen jenseits der 60 Jahre (45 Prozent), während sie bei den 18-24-Jährigen lediglich 24 Prozent der Stimmen holte. Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) hingegen hat ihr stärkstes Ergebnis gerade in dieser jungen Altersgruppe (13 Prozent), ebenso die rechtsextreme NPD.

2. Berufe und Bildung
Die SPD hat ihren stärksten Wert bei den Beamten (19 Prozent). Besonders auffällig: Selbstständige wählen nach der CDU (45 Prozent) vor allem die AfD (15 Prozent). 2009 hatte noch die FDP bei dieser Klientel punkten können. Die CDU findet in jeder Berufsgruppe Zuspruch, ihr schwächstes Ergebnis hat sie bei den Arbeitslosen. Diese wiederum wählen vor allem die Linke, mit 28 Prozent hat die Partei den größten Zulauf bei Menschen ohne Beschäftigung. Die Christdemokraten werden besonders häufig von Menschen mit niedriger Bildung gewählt (46 Prozent). Auffällig: Bei der SPD (14), den Linken (20), der FDP (4) und den Grünen (10) sind es die hochgebildeten, die den größten Wähleranteil ausmachen. Die NPD hingegen kann bei diesen Menschen überhaupt nicht landen, sie kommt nur auf zwei Prozent an hochgebildeten Wählern.

3. Geschlecht
Die Grünen konnten vor allem bei Frauen im Alter von 18 bis 44 punkten, die NPD ist hingegen bei jungen Männern beliebt, ebenso die AfD. Die CDU kommt vor allem bei Frauen gut an – und hier besonders bei den älteren: Die Partei hat bei Wählerinnen einen Stimmenanteil von 42 Prozent (bei den über 60-Jährigen sogar 49), bei den Männern sind es hingegen 36 Prozent. Grüne und SPD werden ebenfalls öfter von Frauen als von Männern gewählt.

4. Stammwähler oder Kurzentschlossene

Die meisten Wähler in Sachsen hatten ihre Entscheidung bereits vor längerer Zeit gefällt (30 Prozent), 16 Prozent wählen eh „immer gleich“. Doch bemerkenswert viele Menschen im Freistaat haben sich erst am Wahltag für eine Partei entschieden (17 Prozent). Von den Kurzentschlossenen wählten die meisten für die Grünen (40 Prozent), gefolgt von der FDP (39) und der SPD (37). Die wenigsten Leute, die erst am Wahltag wussten, wo sie ihr Kreuz setzen wollten, gaben ihre Stimme der NDP (25 Prozent). Die Wähler der Rechtsextremen sind größtenteils Frühentscheider.

Diesen Beitrag habe ich zwischen die Analysen der Parteien eingeschoben, weil man daraus interessante Erkenntnisse gewinnen kann. Wer dem Link ganz oben folgt, sieht es noch besser.

Also auf zum Spiegel!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Wahl in Sachsen #5 – Zwischenspiel

  1. Huuh sagt:

    Na, alter Statistikfreund, haste heute schon de Lieblingszeitung studiert?

    Der Angstindex(*) ist schon wieder um 2 % gesunken. Oder gefallen, je nach dem… Wie ist das bei Dir, haben die Leute plötzlich weniger Angst vor Dir, wenn sie einsteigen? Auch ungefähr 2 %?

    Ich habe das kürzlich an mir selbst festgestellt. Bin bei „blau“ einfach über die Straße gelaufen. Der Angstindex(*) der R+V-Versicherung kam nicht mehr hinterher.

    Die Deutschen, wer immer das sein soll, haben überhaupt mehr Angst als die Sachsen, die nur 43 % Angst verspüren. Allenfalls fürchten die Sachsen um ihr Geld, das sie nicht haben. Die Zahnärzte ausgenommen. Andererseits, wer will noch Zahnarzt sein, wenn der Angstindex immer weiter in den Keller geht…

    (*) Angstindex: mehr gaga geht nicht. Aber morgen gibt es sicher noch mehr. Ich liebe diese Zeitung…

    Auf die Umfrage des Verbandes der Deutschen Scherenschleifer werde ich weiter geduldig warten. Ich will wissen, wie lang in Sachsen im Durchschnitt die Nasenhaare sind. Irgendwo müssen wir mit unserem Waxdumm ja hin.

    • Bernd Bernd sagt:

      Recht hast du! Waxdumdum – oder wie das heißt, ist das Wichtigste! Denn wenn die Dummdummheit nicht noch wachsen würde, gäbe es doch nichts mehr zu kritisieren!
      Ich werde demnächst zum Zahnarzt gehen müssen und werde ihm deshalb ein Angstszenario vorspielen, das ihm solche Freude bereitet, daß er wieder glaubt, es gäbe keinen besseren Beruf!
      A propos blau: Blau ist ja jetzt die AfD… Nein! Ich meine, blau ist in der Statistik die Farbe der AfD. Das hat dir offenbar keine Angst gemacht, das läßt schon mal hoffen!
      Moment ma´… jetzt schnall´ich das erst: Lieblingszeitung studiert?! Nein!!
      Äähhh, ich muß mal schnell weg!

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