„Ich weiß gar nicht, ob sie´s schon wußtnää…“. Na kennt ihr das? Na klar, das war Rüdiger Hoffmann! Aber trotzdem mache ich da weiter: …daß ich vor dem Taxifahren mal so etwas wie DJ war. So in der Mitte der 80er war ich 30 Jahre alt und langsam auf dem Trip zum Aufhören damit. Es ist schließlich kein Highlight für die Psyche, wenn da so ein Rotzlöffel daherkommt, der gerade mal halb so alt ist wie man selbst und sich hinstellt und sagt: „Was spielst du denn für eine Scheiß-Musik, die ist ja zum Kotzen und deine Anlage kannst du auch vergessen, da habe ich ja in meinem Zimmer eine bessere stehen!“ Beides glaubte ich ihm aufs Wort. Wenn ich nämlich auf der Disko Tanzmusik spiele und der Kumpel auf Udo Lindenberg steht und er außerdem reiche Westverwandtschaft hat, die ihm HiFi-Technik erster Güte schickt, kann er das nicht anders ausdrücken.
Jedenfalls traf ich bei einer meiner Muggen einen jungen Mann, der etwa 5 Jahre jünger war als ich und den ich aus meinem Wohngebiet kannte. Er erzählte mir, daß er inzwischen bei der NVA Oberleutnant und Zugführer war, und zwar nicht irgendwo, sondern in Marienberg bei den „Muckern“. Das war ein etwas härteres Pflaster, wenn man den Erzählungen Glauben schenken darf.
Weil ich selbst bis 6 Jahre vorher meinen Wehrdienst leisten mußte, konnte seine Geschichte gut nachvollziehen und dann herzlich ablachen:
Er hatte bei seinem Zug Politunterricht. Jeder hier im Osten weiß, wie so etwas läuft und alle anderen können ruhig ihre Vorstellungen benutzen. Wichtig wäre dort ja eigentlich exakt militärisches Auftreten und große Aufmerksamkeit… von allen! Aber was erzählt mein Bekannter:
Da steht doch plötzlich in der hintersten Bankreihe ein Soldat auf, kommt langsam die Hörsaalstufen herab und dreht beim „Defilee“ am Oberleutnant nur kurz den Kopf und sagte: „Schgeh ma pissn“! Dieser erzählte dann: „Ich war so entsetzt, daß mir das Wort im Halse steckenblieb.“
Ja und was lernen wir daraus?
Es geht nichts über eine knallharte militärpolitische Ausbildung!
