Erinnerungen an die gute alte Fußballzeit

Jaaa…. die gute alte Fußballzeit! Das war ´ne schöne Zeit. Die Spieler haben ihren Sport nicht „vermarktet“, sondern gearbeitet. Damals ging es noch darum, gut zu spielen und das möglichst durch Können und nicht durch Brutalität. Es ist ja erwiesen, daß man als Angreifer einen Verteidiger entweder durch Ausspielen/Austricksen überwinden kann oder dadurch, daß man ihm möglichst wirksam, aber auch möglichst ungesehen in die Knochen hackt. Damals – soll heißen: zu DDR-„Amateurzeiten“ – wurde ersteres praktiziert, während man als Spieler heutzutage Gefahr läuft, seinen Job oder wenigstens seinen Stammplatz zu verlieren, wenn man zweiteres nicht zelebriert. Und siehe da: Bei meinen Gedanken über diese Tatsachen fiel mir wieder eine Begebenheit ein, die in meiner aktiven Taxizeit stattfand:

Irgendwann bekam ich irgendwo einen Auftrag mit dem Abholnamen „Geyer“. Ich lächelte in mich rein und sinnierte, daß es doch überaus erfreulich wäre, wenn es sich um einen Herrn Geyer handeln würde, der früher mal Fußball gespielt hatte. Ich fuhr also hin und klingelte. Es dauerte auch nur Sekunden, bis eine Familie das Haus verlies. Vornedran: …ich glaub´s ja kaum – Ede Geyer!
Im Wagen dann nach dem Losfahren sagte ich zu ihm… nein, nicht „Ede“, denn ich habe ja noch Benimm gelernt: „Das ist ja wirklich wunderbar, Herr Geyer, daß ich sie mal persönlich treffe. Da kann ich ihnen endlich einmal sagen. wie wunderbar ich ihren Spruch fand.“ Darauf er: „Welchen?“ Und ich vervollständigte: „Den mit dem: Die Spieler spielen heute überhaupt nicht mehr mannschaftsdienlich, sondern nur noch für die Galerie, so nach dem Motto:´Hacke, Spitze, Eins , Zwei, Drei!“ Darauf bestätigte er spontan: „Genau! Und heute haben sie auch noch die Haare schön!“, worauf die Stimme seiner Frau ergänzte: „… und goldene Schuhe.“ „Ja, das auch noch!“ bestätigte er. Das alles sagte mir, daß ich mit meiner Meinung gar nicht so falsch liege und – der Welt sei´s geklagt, deshalb auch kein Dynamofan mehr bin. Das ist sehr schade, aber trotzdem…

Mein Gott, kann ich gut analysieren!

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Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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