Dresden-View

Hurra, Dresden wird wahrscheinlich die erste Stadt der Welt sein, deren Streckennetz des „Öffentlichen Personennahverkehrs“ schon vom Weltraum aus ersichtlich ist!!!
Der Grund dafür ist schnell erklärt: Schuldenfreiheit einer Kommune bedeutet zwar, daß sie keine Minus-Gelder zu verwalten hat, aber gleichzeitig noch lange nicht, daß sie Plus-Gelder zu verwalten hätte. Aus diesem Grund kann man also nicht alle maroden Dresdner Straßen gleichzeitig sanieren. Normal wäre es nun, mit den schlimmsten Strecken zu beginnen und sich langsam durch das Straßennetz „hindurchzusanieren“. Warum aber sollte man dies tun, wenn es noch viel raffinierter geht, indem man nämlich zuerst diejenigen Straßen saniert, die nicht Geld verschlingen, sondern einfahren: Und das sind die Strecken des ÖPNV! Wenn diese dann durchgängig saniert sind wird sich bestimmt eine mitleidheischende Beamtenseele finden, die das Ende des Geldes und damit der Straßensanierung verkündet. – Und genau an dieser Stelle erhalten wir den eingangs beschriebenen Effekt:Die Strecken des ÖPNV sind dann in durchgängig gleichfarbigem Ton gehalten, während sich die restlichen Straßen in ihrem Erscheinungsbild kaum von den Stoppelfeldern unterscheiden, die Dresden umgeben. Somit kann man genau erkennen, wo Bus und Bahn entlangfahren.

Na wenn das keine Kundenfreundlichkeit ist!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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4 Antworten auf Dresden-View

  1. Matthias sagt:

    Hm, da würde mich als Dresdner jetzt doch mal interessieren, welche Straße nur saniert wird, weil darauf der ÖPNV fährt, und die es nicht ohnehin bitter nötig hätte.

    Am eben vergangenen Wochenende hat man es gerademal geschafft die allergröbsten Schäden auf der Borsberg-/Schandauerstraße im Gleisbereich zu beheben – jetzt muss die Bahn wenigstens nicht mehr stellenweise 10 km/h fahren – die Straße selbst ist immer noch unter aller Sau.

    Am Pirnaischen Platz hat die Stadt ordentlich Geld rausgehauen – die Begründung für den „Umbau“ war aber Unfallschwerpunkt des MIV.

    Die Sanierung der Königsbrücker Straße wird ja von unserem Wirtschaftsminister behindert und auch dort ist eine Verbesserung für den Autoverkehr wohl dringend nötig.

  2. Bernd Bernd sagt:

    Ein Beispiel aus meiner nächsten Umgebung wäre die Bismarckstraße. Diese war durchgängig mit Kleinsteinpflaster belegt, das mit der Zeit sehr wellig war. Deshalb galt eine Beschränkung auf 30 km/h. Vor kurzem wurde die Sanierung abgeschlossen – natürlich nur auf dem Stück zwischen Reis- und Bahnhofstraße, denn dort fährt der Bus! Im allgemeinen kann man übrigens feststellen: Pflasterstraßen sind zwar nervig laut, aber kaum kaputtzukriegen, es sei denn, man macht sie aus verschiedensten Gründen mal auf und wieder zu.

  3. Matthias sagt:

    Also soweit in den Osten (Dresdens) komme ich selten und kann zur Bismarckstraße nichts sagen (außer dass ich sie vor vielleicht 2 Jahren einmal befahren habe). Und ob man nun gerade die Bismarckstraße aus den Weiten des Alls sehen kann 😉

    Eigentlich wollte ich ja auch nur sagen, dass Dresden in letzter Zeit nach meinem Empfinden gar keine fällige, etwas größere Straße vernünftig saniert hat, da ich aber auch nicht überall rumkomme lasse mich da gerne belehren.

    Und richtig gepflastert wird doch in Dresden auch nicht mehr. Es werden Steine mit riesigen Abständen schön in Reihe gelegt und die Fugen mit Sand zugekehrt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Ritzenbergstraße an der Einmündung zur Könneritzstraße.

    • Bernd Bernd sagt:

      Du hast recht, neu gepflastert wird kaum noch, deswegen kann man ja gerade die Haltbarkeit der „Vorkriegsware“ umso besser sehen.
      Die Bismarckstraße kann man ganz bestimmt aus dem All sehen, wenn man weit genug ranzoomt, aber das Wichtige ist ja das Erkennen des Gesamtnetzes. 🙂
      Ein weiteres Beispiel ist übrigens die Gasanstaltstraße.

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