Sudel-Ede

Ich führe zwar kein ausschweifendes Leben, aber heute mal ein abschweifendes – Ich schweife nämlich vom Thema Taxi zur Finanzpolitik ab.
Ich habe mir heute in der ´Sächsischen Zeitung´ mit Inbrunst eine Erörterung zur griechischen Finanzkrise reingezogen. Das Interessanteste daran war für mich die Tatsache, daß alle in Europa ihren Teil zur Rettung der griechischen Finanzen beitragen. Alle??!! Nein! Ein ganz kleiner Teil von Europa macht dabei eine Ausnahme. Es ist diesmal nicht ein kleines gallisches Dorf, das sich widersetzt. Es ist – wir ahnten es schon – der private Bankensektor! Volles Rohr nach dem altbewährten Motto: „Was kümmert uns fremdes Leid?!“ stoßen diese cleveren Herrschaften massenhaft griechische Staatsanleihen ab, solange sie noch wenigstens ein paar Cent dafür bekommen. An wen verkauft man denn nun aber solche Zeitbomben? Na klar, an die Staatsbanken! So kommt es, daß die vor kurzem vom jeweiligen Staat geretteten Privatbanken diesem jetzt schon wieder in den Arsch treten und Otto Normalbürger schon wieder die Rechnung bezahlt.
An diesem Punkt nun kommt ´Sudel-Ede´ ins Spiel. Mit bürgerlichem Namen Karl-Eduard von Schnitzler moderierte er gefühlte Jahrhunderte die Sendung „Der schwarze Kanal“ im DDR-Fernsehen. Sein beliebtester Satz in dieser Zeit paßt wie die Faust auf´s Auge auf die eingangs beschriebenen Sachverhalte. Er lautete: „… das ist – Meine sehr verehrten Damen und Herren – nichts Anderes als Gewöhnlicher Kapitalismus!

Recht hat er, der Mann!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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Eine Antwort auf Sudel-Ede

  1. David sagt:

    Traurig, aber wahr. Gut geschrieben!

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