Taxifahrer als Mißbrauchsopfer

Heute habe ich eine Geschichte gehört, die solch eine extrem unangenehme Schlitzohrigkeit erzählt, wie man sie selten antrifft:
Ein Kollege steht schon fast 1 Stunde am Stand und überlegt sich schon die Kapitulation, als es doch noch klingelt. Auftrag ist eine Adresse etwas am Rande der Stadt mit dem zusätzlichen Vermerk „Gepäckhilfe“. Das kling immer gut, denn das bedeutet reisen und das geht dann entweder vom Bahnhof oder vom Flughafen. Beides wäre eine lohnende Fahrt gewesen. Entsprechend freudig erregt kommt der Kollege dort an. Die ältere Kundin mit 2 Stöcken begrüßt ihn schon vor dem Haus und erklärt, sie fahre zur Kur nach XXX, das liegt etwa 150 km entfernt. In Hochstimmung bittet er sie, Platz zu nehmen, worauf sie sagt: „Sie müssen aber noch meinen Koffer von oben holen, der steht vor der Wohnungstür.“ Die war nun leider in der 5. Etage, aber was tut man nicht alles in seinem Glück. Als er mit dem Koffer unten angekommen ist, zückt die Dame einen Autoschlüssel, nach dessen Drücken ein benachbartes Auto aufblinkt. „Dort hinein bitte. Ich fahre selbst. Vielen Dank!“ SCHOCK!
Trotz der netterweise gegebenen 10 Euro ist diese Aktion noch unverschämter als der Transport von Umzugsgut mit dem Taxi für vielleicht 10,-€ Gesamtkosten, wo ein Transporter wahrscheinlich 50,-€ gekostet hätte.

Das ist glatter Mißbrauch von Taxifahrern!

PS:  Interessant ist ja nun folgender Aspekt: Wenn die Dame gar nichts gegeben hätte, welches Recht hätte der Kollege dann gehabt? Schließlich ist sie ja nicht einmal eingestiegen.

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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