Dialektik in (am) Brocken

Manche Dialekte sind wie eigene Sprachen. Das merkt man ganz besonders an gefragten Ausflugszielen.
Doch der Reihe nach: Unser heutiges Ziel war endlich einmal der Brocken. Lange gesperrt, seit über 15 Jahren wieder offen haben wir es heute endlich einmal geschafft, ihn zu erobern. Das Negative zuerst: Taxis ist es nicht erlaubt, den Gipfel anzufahren. Das wäre mal ein Ansatz für einen Generalangriff auf das Landrats- oder Gemeindeamt oder wen auch immer! Taxis gehören schließlich zum ÖPNV und warum sollte solch eine lukrative Strecke ausschließlich privaten ohne Bindung vorbehalten sein. Also auf in den Kampf, Kollegen!
Die Fahrt mit der Brockenbahn von Wernigerode aus dauert zwar etwas lange, aber entschädigt mit schöner Landschaft, abgelöst von einigen Zeugnissen des Baumsterbens. Mehr Leben ist in der Bahn. Da gibt es die unterschiedlichsten Altersgruppen, Lebenseinstellungen, Sprachen und Dialekte. Letztere versteht man manchmal derartig schlecht als wären es vorletztere! So stand ich folgerichtig nach einem Ausspruch eines Herrn im Abteil erst einmal vollständig im Wald: Nachdem die vorgespannte Dampflok mal wieder so richtig Qualm abgelassen hat, verstand ich folgenden Spruch: „Jetzt kriegen wir gleich alle eine KOHLENMOLOCHZÜNDVERGIFTUNG!“. Da denkt man nur: „Häähhh, wie jetzt!“. Nachdem ich meinen körpereigenen Audiorekorder auf Replay gestellt hatte und die Stelle nochmal durchlaufen ließ, kam ich auf die Lösung. Es sollte natürlich KOHLENMONOXIDVERGIFTUNG heißen. Na klasse!

Ein Glück, daß wir Sachsen einen verständlichen Dialekt sprechen!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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