Büßergeldstelle

Wie das Leben halt so spielt, hatte ich im September vorigen Jahres das Pech, den neuen Blitzer auf der Radeburger Straße zu verschmecken. Ich hatte es natürlich gemerkt und dann eben auf die offizielle Mitteilung gewartet, um mit bekanntem Aktenzeichen zu bezahlen. Schließlich bin ich ja in Blitzerangelegenheiten ein alter Hase und weiß, wie selbiger läuft.
Leider lief er diesmal recht lange. Eigentlich zu lange! Er lief schließlich so lange, daß der Bußgeldverfahrensbescheid schneller da war als der Ordnungsgeldbescheid. Der war natürlich nochmals um 25 € teurer. Da soll noch mal einer sagen, im Amt wäre man langsam! Im Gegenteil, man ist dort sogar schneller als die Post!
Ich habe natürlich der Klärung wegen im Ordnungsamt angerufen. Dort wurde mir mitgeteilt, daß der Ordnungsgeldbescheid 2mal rausgegangen ist, aber beim ersten Mal zurückkam. Danach wurde er – diesmal mit korrekter Adresse(wurde mir gesagt) – nochmals verschickt, woraufhin er nicht zurückkam. Allein diese Tatsache veranlaßte das Ordnungsamt anzunehmen, daß das Schreiben auch angekommen sei. Oh unheiliger Kinderglaube!
Die ganze Sache ist für mich äußerst mysteriös. Es ist schließlich nicht einzusehen, warum alle bisherigen Schreiben an mich korrekt ankamen, hier allerdings plötzlich eines (oder zwei!) nicht. Wenn nämlich ein erstes Schreiben an die falsche Adresse ging und von dieser zurückgeschickt wurde und dasselbe Schreiben vielleicht nochmals an dieselbe falsche Adresse versandt wurde, dann hätte auch ich als unrichtiger Adressat keinen Bock mehr auf „Amtshilfe“. Ich würde den Brief einfach in die Tonne drücken und die Sache hätte sich erledigt.
Mein offizieller Einspruch gegen den Bußgeldbescheid hatte schließlich keinen Erfolg. Hierbei ist anzumerken, daß ich nur Einspruch gegen die zusätzlichen Gebühren erhoben habe, nicht aber gegen das Ordnungsgeld! Der Logik, daß einer seine Ordnungsgelder immer ordentlich bezahlt und somit keinen Grund hat, dies plötzlich nicht mehr zu tun, hat sich offenbar maßgeblichen Personen nicht erschlossen. Einen gerichtlichen Einspruch kann ich mir leider aufgrund meiner finanziellen Situation nicht leisten. Nur aus diesem Grund gehe ich diesen Weg nicht. Das hilft zwar dem Recht nicht auf die Füße, aber meinem Gelbeutel. Das hat mich nun gelehrt, daß man in manchen Fällen mit Logik nichts ausrichtet.
Geht es vielleicht mit Satire?

Liebes Ordnungsamt! Entschuldige bitte, daß ich dir Arbeit verursacht habe. Ich weiß, daß du das nicht magst, aber mußt du dir das jedesmal extra bezahlen lassen? Ich kann doch als Taxifahrer auch nicht extra Geld dafür verlangen, daß ich auch tatsächlich am Lenkrad gedreht habe und wir nicht am Baum gelandet sind! Wobei… Wir sind es doch eigentlich, oder?!   😉

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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