Fallobst

Nun stehen also wieder mal Möbeltransporte an. Das war hier schon mal so und ich hoffe, daß ich diesmal hinterher nicht ganz so geschlaucht bin. Da es diesmal nicht meine eigenen Möbel sind, werde ich mich ganz einfach zurückhalten und nur den Transporter fahren bzw. das Ein- und Ausladen überwachen. Außerdem werde ich gezielt darauf achten, daß mir ganz bestimmte andere Sachen nicht wieder passieren:
Es war damals eine Zeit, in welcher ich einen Mercedes Vito als Taxi fuhr. Sinnigerweise entlieh ich mir als Transporter einen Sprinter. Ich stellte schnell fest, daß die Sitzposition, die Fahrzeugbedienung und auch das Fahrverhalten fast genau dem des Vitos entsprachen. Deshalb glaubte ich, alles richtig arrangiert zu haben… Weit gefehlt! Wenn man nämlich über fast drei Jahre hinweg immer in demselben Fahrzeug sitzt, sind alle Handgriffe und sonstigen Körperbewegungen derartig automatisiert, daß man überhaupt keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Das ging im vorliegenden Fall allerdings in die Hosen. Nachdem ich nämlich mit dem Sprinter einige Kilometer gefahren war und bisher alles genau wie im Vito verlief, rangierte ich rückwärts ins Grundstück(wie mit dem Vito), parkte ein und sicherte(wie mit dem Vito) und stieg dann aus – Weiß Gott nicht wie aus dem Vito! Ich fiel nämlich raus! Aufgrund meines gewohnten Fahrgefühls war mir doch tatsächlich entgangen, daß der Sprinter ein ganzes Stückchen höher ist. Hierzu paßt ein Zitat von Horace Mann:

„Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen“

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Fallobst

  1. Huuh sagt:

    Ich kann vollauf bestätigen, was Du und Horace Mann über das Unheil sagen, das durch menschliche Gewohnheiten verursacht wird. Kürzlich stellte ich fest, dass über Nacht mein Pferd zu einem Einhorn geworden war, wie ein erfahrener Apotheker aus Leuben ja schon vorausgesagt hatte.

    Es verlief alles genau so wie bei Dir mit dem Sprinter und dem Vito. Ich sprang vom Einhorn mit dem gesicherten Wissen, dass man mit angewinkelten Knien Zeit hat, die Landung abzufedern. Diese Zeit stand aber nicht zur Verfügung. Ich landete auf den angewinkelten Knien, und vorn federten die Handflächen und der Kopf den Aufprall des Körpers ab.

    Das Einhorn beugte sich zu mir herab, um zu sehen, ob alles in Ordnung. Ich war in diesem Augenblick heilfroh, dass es ein Einhorn ohne Horn war…

    „Du hast da ein Horn“, sagte das Einhorn.

    • Bernd Bernd sagt:

      Da hattest du aber ein Riesenglück, daß du nur auf dem Kopf gelandet bist. Stell dir vor, du hättest dir wirklich wichtige Körperteile verletzt! Schlimm, schlimm.

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