Tanzbären

Nun ist er also vorbei, dieser unsägliche 13. Februar. Uns wäre einiges erspart geblieben, wenn es die Geschehnisse an diesem Tag des Jahres 1945 nicht gegeben hätte. Ich starte mal den Versuch, alles Wichtige zusammenzubekommen.
Wir hätten nicht:

1. Die Opfer und das unsägliche Leid der überlebenden Bevölkerung,
2. Die Zerstörung der gesamten Innenstadt,
3. Die Heldenverehrung von Mördern,
4. Die Millionen- oder Milliardengewinne englischer und amerikanischer Rüstungskonzerne,
5. Die heutige Diskussion über die wunderschöne barocke Architektur und die absolut scheußlichen DDR-Bauten,
6. Die Inanspruchnahme dieser Vorgänge zur Auswertung durch die NPD und deren Anhänger und
7. Die Kindergartenaktionen unserer oberbürgermeisterlichen Kindergärtnerin zum Zwecke des Ausbuhens dieser bösen, bösen Rechten.

Ich bin mir erstens sicher, daß ich sehr viel vergessen habe und daß zweitens einige oder sogar viele den Punkt 7 nicht verstehen. Ich möchte meine Gedanken deshalb etwas genauer darlegen:
Dresdner Bürger und Aktionsbündnisse beschlossen, jährlich an diesem Tag eine Mahnung zum Erinnern an das Geschehen und ein Gedenken an die Opfer ins Leben zu rufen. Das lief zunächst ganz locker an. Dann aber bemächtigte sich die rechte Szene des Themas und pickte sich den Tatbestand des Kriegsverbrechens heraus. Obwohl die deutsche Kriegsmaschinerie mit dieser Art der Kriegführung begann, ist er schließlich unbestritten. Das Aktionsbündnis gegen das Vergessen hatte nun nichts Eiligeres zu tun, als ihre Aktionen nicht mehr FÜR ihre Gedanken durchzuführen, sondern GEGEN die der Rechten. Es waren also nicht mehr Aktionen, sondern nur noch Reaktionen. Besonders peinlich finde ich die Art und Weise der „Proteste“! „Menschenkette gegen rechts“ wird das genannt. Ich erinnere mich deutlich an meine Zeit im Kindergarten, der uns zeitig zu überzeugten Persönlichkeiten des sozialistischen Lebens erziehen sollte. „So, liebe Kinder, nun fassen wir uns alle an den Händen und drehen uns im Kreis…“. Ja, das war damals schön, was auch die Frau Orosz als ehemalige Kindergärtnerin weiß, aber inzwischen sind wir ein ganz klein wenig älter geworden und sind es leid, jeden Furz zu kommentieren, den irgendwer gelassen hat.

Wenn man die Köpfe der Menschen erreichen will, muß man schon vorangehen und eigene Gedanken zu Gehör bringen, anstatt sich als Tanzbär am Nasenring durch die Arena führen zu lassen!

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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