Wechselgerüchte

Ständig kursieren Gerüchte über Wechsel! Da wird wohl Trainer X beim Verein Y bald gehen müssen, weil seine Mannschaft schon das 5. Mal in Folge verloren hat! Spieler A will gehen und zum Verein K gehen, weil er beim jetzigen keinen Bock mehr hat, seine Vertragsverpflichtungen zu erfüllen (damit haben´s die meisten Spieler im Allgemeinen nicht so). Vorstandschef R muß seinen Posten verlassen, weil er an der Börse Insiderwissen privat genutzt hat und von der Aktionärsversammlung nicht mehr geduldet wurde. Er wechselt deshalb mit doppeltem Salär zur XYZ-AG, die sich schon seit Monaten um ihn bemüht. Tja, so einfach sind Wechsel. Es sind zwar immer erst Gerüchte, aber fast immer stimmen sie.
Aber es gibt auch andere Wechsel oder Gerüchte um diese: So drang mir z.B. vor kurzem das Gerücht an die Ohren, die Straßenbettler in Dresdens Zentrum würden täglich abends 200 € und mehr bei den umliegenden Handeltreibenden gegen Scheine wechseln. Fast unglaubliches Gerücht, nicht wahr? Das würde bedeuten, daß dieser Mensch das 4 – 5fache meines Nettogehaltes einstreicht!
Und warum sollte auch dieses Gerücht zutreffend sein?

Nun ja, vielleicht erhielt ich es von einem der anderen Wechsler?!

PS: Wer ist denn hier eigentlich der Bettler, der oder ich?

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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7 Antworten auf Wechselgerüchte

  1. Fastdäne sagt:

    Moin, moin,
    deshalb haben wir das Dachschild schon vor 25 Jahren „Bettellampe“ genannt. Jetzt gehts nur darum, wer bettelt erfolgreicher? Ich gebe dir Recht, auch ich habe schon von sehr ordentlichen Stundensätzen gehört, die deutlich über den Einspielergebnissen von Straßenmusikern liegen.
    Gruß Frank

    • Huuh sagt:

      Tipp: Bettle mit einem abgemagerten Einhorn vorm Dynamo-Stadion. Vielleicht kommt dort gerade wieder ein Wechsler mit seiner Abfindung heraus. Stülpe dir aber vorher eine Gasmaske über (wegen Glücksgas).

      Wechsle dann zum Hauptbahnhof. Kann ja sein, dass gerade der Nachfolger des Wechslers zur Vertragsunterzeichnung kommt. Vergiss nicht den Dynamo-Schal um den Hals des Einhorns zu knoten. Und schnalle ihm an beiden Knien den Gipsverband um.

  2. Bernd Bernd sagt:

    @Fastdäne
    Siehst du, an das Schild hatte ich schon gar nicht mehr gedacht. Das beweist es doch!
    @Huuh
    „Dynamo-Stadion“ ist vielleicht zu schnell geschossen. Ich sprach doch gar nicht vom Fußball! Beispielsweise kann mit dem „Verein-K“ auch „Kegelverein“ gemeint sein. Dort werden unheimliche Profigehälter gezahlt! Die sind weitaus höher als beim Bowling, weil dieses schließlich auch nur die Nachgeburt des Kegelns ist.
    Mit dem Gipsverband an den Knien ist das auch nicht so die richtige Idee, denn dann kommt´s ja gar nicht mehr hoch. Wenn ich außerdem dem Einhorn den Fan-Schal so richtig um den Hals lege… also ich meine, nicht nur eben so, sondern so richtig, dann schafft es den Weg zum Hauptbahnhof sowieso nicht mehr, weder mit Maske noch ohne!

  3. felix sagt:

    „die Straßenbettler in Dresdens Zentrum würden täglich abends 200 € und mehr bei den umliegenden Handeltreibenden gegen Scheine wechseln.“

    Ist das nur ungenau wiedergegeben oder besagt das Gerücht gar nicht, dass da nur eine Person 200€ allein wechseln möchte. Wieviele Bettler gibt es denn in der Dresdner Innenstadt? 20? Dann wäre der „Tagesverdienst“ schon nicht mehr ganz so hoch…
    Naja wie das mit Gerüchten eben immer so ist.

    • Bernd Bernd sagt:

      Ja, ich gebe es zu: Ich bin auch manchmal ein Erbsenleser. Deshalb hier für dich zum besseren Verständnis: Wie erzählt habe ich die Mitteilung von einem, der die großen Scheine gibt. Wenn da am Abend 20 Mann kämen, um je 10€ zu tauschen, dann wäre das erstens nicht so erzählenswert und außerdem wäre der höchste Schein im Schnitt ein Zehner, also wenig bis nicht tauschenswert. Wenn von denen nur 7 kämen, dann hätte er das explizit erwähnt. Außerdem ist es wohl wenig wahrscheinlich, daß alle Bettler zu ein und demselben Gewerbetreibenden gehen, um Geld zu wechseln. Aus diesen Überlegungen heraus setzte ich einfachmal das Verständnis voraus, es könne sich dabei nur um Einzelpersonen handeln. …Weißt du, was weder ich noch der Gewerbetreibende wissen? Jaaaa, zu wie vielen Gewerbetreibenden geht denn der Mann abends?! Dann sähe der Tagesverdienst nämlich tatsächlich gaaanz anders aus.

      „Naja wie das mit Gerüchten eben immer so ist.“ 😉

  4. philipp sagt:

    Das ist doch eigentlich allgemein bekannt, dass die Bettler auf der Straße recht gut leben.

    Hier in Hamburg gibts eine Gruppe Bettler, die immer auf extrem behindert macht und sich tagsüber fest an die Krücken klammert. Morgens sieht man sie – zwar immer noch mit Krücken – aber doch recht beschwingt aus dem SUV aussteigen und zur S-Bahn laufen. Auf dem Weg wird noch ein Kaffee beim Bäcker gekauft…..

    SUV und Coffee-to-go zähle ich eher zum Luxus und nicht zum Überlebensnotwendigen.

    Aus dem Grund gibt es von mir auf der Straße auch für niemanden Geld, der dafür nichts tut – bei Bahnhofsmission, Tafel oder anderen lokalen helfenden Organisationen ist das Geld sicherlich besser aufgehoben als bei solchen Banden.

    • Bernd Bernd sagt:

      Recht hast du! Genauso sehe ich das auch. Hier in der Nähe der tschechischen Grenze trifft man auch sehr oft auf deren Bürger, die sich vor Wertstoffhöfen oder auch sozialen Abgabestellen postieren und einem regelrecht vor´s Auto springen, falls es darinnen nach „Ware“ aussieht. Seitdem sie mich einmal fast zur Schnecke machen wollten, weil ich nicht in ihrem Sinne mitspielen wollte, bekommen die von mir nicht einen einzigen Hosenknopf mehr, und wenn ich ihn extra zerkloppen muß! Das sind nämlich schon lange keine Bedürftigen mehr, sondern ausschließlich Händler.

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