Auf hoher(m) See

Wer mich in dieser Woche noch nicht auf Dresdens Straßen gesehen hat, muß sich keine Gedanken machen, denn dort bin ich tatsächlich nicht. Ich kann zwar nicht in den Urlaub fliegen, wie es so mancher schafft, der seinen Angaben zufolge auch kein Geld hat, aber mit dem Auto an den Plauer See – das geht noch.
Nicht umsonst haben wir uns eine Urlaubsunterkunft gesucht, bei der die Benutzung eines Ruderbootes inklusive ist. Nicht, daß ich eine Vorliebe für´s Rudern hätte, aber schließlich habe ich mir ja schnell noch einen elektrischen Außenborder gegönnt.
Heute nun war wettermäßig der erste Tag seit Sonnabend, wo man rausfahren konnte. Die Sache war so eine Art Jungfernfahrt – für den Außenborder und für meine Erfahrungen damit. Ich kann voller Befriedigung sagen: Entjungfert! Ich hätte gar nicht gedacht, daß man mit einer relativ kleinen Batterie(55Ah) über 3 Stunden fahren kann und immer noch Reserven hat. Der Motor hat eine LED-Kapazitätsanzeige von 1 bis 10, von denen am Ende der Fahrt nur die 9 und 10 erloschen waren und die 8 blinkte. Alle Achtung für diesen sparsamen Vortrieb, das hätte ich nicht gedacht. Dabei hatten wir die letzte halbe Stunde mit „Vollgas“ zurückgelegt, weil sich ein Regenfeld näherte. Zum Glück zog das aber ab und so machten wir noch schnell eine nächste „Vollgastour“ zum gegenüberliegenden Ufer. Auf dem Weg dorthin hörten wir dann Polizei und/oder Feuerwehrsirenen, die erstaunlicherweise direkt in unsere Richtung zu fahren schienen. – Das war dann auch tatsächlich so! Am Rande der relativ schmalen Straße in unserem Urlaubsort baute sich ein Sammelsurium von 5 Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen auf. Etwas später tauchte auch noch ein Boot der Wasserschutzpolizei auf. Das Ganze schien recht mysteriös… , aber Erleuchtung nahte:
Nachdem wir nämlich mit voller Kraft das heimische Ufer erreicht hatten und der Regen noch weit genug weg war, wollte meine Frau unbedingt den Rest des Weges rudern. Gesagt, getan und ab ging´s per Muskelkraft. Merkwürdig war wenig später nur eins: Unsere weiß Gott sehr kleine Bugwelle schillerte in allen Regenbogenfarben! Mit der Nase knapp über der Wasseroberfläche glaubte ich dann einen Anflug von Altöl wahrzunehmen. Als alter Ostauto-Bastler vergißt man nämlich diesen Geruch nie. 😉
Es stellte sich heraus, daß die Einsatzkräfte exakt wegen dieses Ölteppichs kamen. Ich konnte ihnen sogar noch helfen durch die Mitteilung, daß wir das Öl schon etwa 200 Meter vor dem Hafen bemerkt haben. Bis dahin dachte man, daß die Quelle dort zu suchen sei, aber der Wind kam ja landwärts.

Ein Glück, daß so ein alter Seebär zur Stelle war!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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