Offener Brief an Katja Kipping

Liebe Katja,

es ist jetzt die Zeit, die WordPress als Erstellungszeit dieses Artikels anzeigt. Hat es nicht vielleicht vor einigen Minuten „PING“, „PLING-PLONG“, „Urks“ oder irgendetwas anderes in dieser Form gemacht? Nein?! Dann weißt du ja bis jetzt noch gar nicht, daß die LINKE gerade einen Sympathisanten und Wähler verloren hat!
Also hier noch mal ganz offiziell: Deine Partei hat gerade einen Wähler verloren! Leider geschah das wegen dir bzw. wegen deines „netten“ Artikels in der SZ. Ich meine diesen hier:

Pegida1

Aus der ´Sächsischen Zeitung´ vom 20.12.14

Ich habe bisher immer DIE LINKE gewählt, weil sie für mich die einzige Partei ist, die wirklich die Interessen des Volkes vertritt. Leider muß ich nun feststellen, daß auch diese Partei nicht anders agiert als andere, die sich mit ungeliebten Themen nicht auseinandersetzen, sondern sie einfach verteufeln und damit deren Verteidiger in Erklärungsnot zwingen. In diesem Fall ist es ja nun so, daß man 15.000 Menschen einfach so in die rechte Ecke stellt. Katja! – die passen da gar nicht rein! Dafür sind es zu viele! Selbst wenn viele bekennende Neonazis sich diesen Umzügen anschließen, ändert das doch an den Zielen überhaupt nichts. Du siehst es doch an mir: Hat es denn der LINKEN geschadet, daß so ein Arschloch wie ich ihr anhing?!
Die Spitze ist ja, daß einige Gruppierungen wie Parteien oder auch staatliche Stellen „Beratungspunkte“ oder Informationsstellen für PEGIDA-Anhänger bereithalten. Wie wär´s denn mal umgekehrt? Ich empfehle hiermit der PEGIDA-Leitung, Informationsstellen für alle Interessierten einzurichten, damit diese einmal einen richtigen Einblick in die Denk- und Gefühlswelt von PEGIDA erhalten. Vielleicht würde uns diese Variante sehr viel weiter helfen.
Übrigens vermute ich, daß den Bürgern die bisherige Anwesenheit von „anderskulturigen“ Menschen sehr viel weniger Angst macht als die Sprüche der Politiker a la: „Wir brauchen Zuwanderung, um unseren wissenschaftlich/technischen Nachwuchs zu sichern.“

Liebe Katja, DAS ist in meinen Augen die Kapitulation des deutschen Bildungssystems in Reinstkultur!!! Wie kann es nur sein, daß man in Bezug auf unsere Jugend Aussagen zuläßt wie: zu uninteressiert, wenig motiviert, schlecht vorgebildet und was da noch an Phrasen durch die Gegend schwirrt. Wer ist denn daran schuld, PEGIDA? Oder vielleicht ein Bildungssystem, das den gegenwärtigen Anforderungen nicht gerecht wird. Man vergleiche doch mal bitte den Bedarf an ausländischen Fachkräften mit der Zahl der „unmotivierten, faulen, schlecht ausgebildeten“ einheimischen Jugend. Reichen unsere Kinder wirklich nicht?
Eines muß ich allerdings zugeben: Wenn denn unsere Kinder wirklich besser ausgebildet würden und bei den Firmen ihre Aufgaben auch wirklich erfolgreich lösen könnten, hätten sie immer noch einen entscheidenden Makel: Sie wollen anständig entlohnt werden! Ausländische Fachkräfte empfinden – je nach Herkunftsland – anständige Entlohnung jeweils anders. Und hier liegt der Hase im Pfeffer! Schon seit Jahrzehnten ist die Politik nur noch eine Hure der Wirtschaft. Wenn man in staatlichen – oder Parteidienststellen die Lobbyistenstühle vor die Tür setzen würde, bräuchte man für manche bestimmt nur noch halb so große Gebäude.
Und hier kommt schon wieder mein geliebter/gehaßter „Sudel-Ede“ in´s Spiel:

„Das ist – meine sehr verehrten Damen und Herren – ganz gewöhnlicher Kapitalismus… Guten Abend!“

Guten Abend auch für dich, Katja

PS: Ich überlege gerade: „Gehe ich die nächsten Male mit? – Ach, ich warte erstmal eine Antwort ab.“

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
Dieser Beitrag wurde unter Ethik, Internet, Politik, Privat, Regionales und Lokales abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten auf Offener Brief an Katja Kipping

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.