Unverhoffte Nebeneffekte

Als ich am 21.12. Moni und Klaus an ihrer letzten Ruhestätte besuchte, war dies gleichzeitig ein Ort, an dem ich mehrere Monate meines Lebens im Rahmen meines Wehrdienstes verbracht habe. Nur etwa 10 km entfernt liegt der ehemalige Militärflugplatz Drewitz-Süd. Ich diente dort in der Flugsicherungskompanie 1 des Jagdgeschawaders 7 der 1. Luftverteidigungsdivision der NVA. Klingt gut, oder? Mag sein, hat mich aber sinnlos 1,5 Jahre meines Lebens gekostet. Dies vor allem deshalb, weil wir ja sowieso einen eventuellen militärischen Konflikt innerhalb kürzester Zeit zu unseren Gunsten entschieden hätten. 😉
Wir wären ganz einfach am Wochenende oder nach 16°° Uhr aufmarschiert und hätten alle Kasernen ohne einen einzigen Schuß eingenommen. Da sind die Kasernen nämlich menschenleer, denn alle sind zu Hause.

Ich habe also den Flugplatz „geentert“ und in einem neuerbauten Empfangsgebäude des nunmehr Regionalflughafens nach langem Suchen 3 Männer gefunden, die Teil dieses Teams und damit kompetent genug waren. Auf meine Frage, ob man den Flugplatz und dessen Umfeld besichtigen könne, bekam ich negativen Bescheid. Das ist hier nicht vorgesehen. Allerdings meinte einer der Herren, er müsse sowieso anschließend noch eine Maschine testen und wenn ich mich mit reinsetzte, könne ich bestimmt auch einiges sehen.
Und so geschah es, daß ich eine halbe Stunde später an Bord dieser Cessna abhob.

Und – Ja, ich habe die Ruhestätte von Moni und Klaus zuerst von oben gesehen, weil ich mir das gewünscht habe. Danke, Hardy! – Ach so: Der Mann, der mich „lüftete“, war Hardy Kaffke. Bei seinen etwa 12.000 Landungen brauchte ich mir nicht wirklich Sorgen machen, denn

…es waren die ersten etwa 15 Flugminuten meines Lebens!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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