Nachtrag der Lustigkeiten

In der Woche meiner informationstechnischen Abwesesenheit von der Welt war ich natürlich auch auf 4 Rädern unterwegs und hatte so meine Erlebnisse. Eine davon möchte ich heute nachtragen:

Irgendwann letzte Woche erhielt ich einen Auftrag an einem Hotel der Stadt. Heraus trat dann eine seeehhr schmucke Dame und schon jetzt gingen bei mir die Lichter an. Na klar, das ist sie, unsere herrliche Katrin Weber. Damit jeder weiß, von wem ich rede, zieht euch erstmal das Video rein. Ihr werdet Tränen lachen(so wie Wolfgang Stumph im Publikum bei der Gesangsdarbietung).

Na, seid ihr mit „herrlich“ einverstanden? Ich auf alle Fälle, denn sie ist genau wie ich ein Verfechter reinster deutscher Sprache sowie aber auch aller Dialekte. Und so verlief die Fahrt:

Als sie einstieg, habe ich ihr offenbart, daß ich sie sofort erkannt habe.  Standesgemäß kam von ihr natürlich gleich der kabarettgeeignete Spruch: „Donnerwetter! Und das schon am Mittag!“ Sie wünschte, zum MDR gebracht zu werden. Sie habe dort ein Interview und sei eigentlich noch auf der Suche nach einem typisch sächsischen Wort, welches noch nicht so „abgelatscht“ klingt. Bei Taxifahrern könne man immer wieder „Volkes Schnauze“ finden. Ich konnte ihr dann zwar 2 Wörter mitgeben, aber das Wort, das mir seit Wochen durch den Kopf schießt, fand ich nicht. Sie meinte, das kenne auch jeder, der auf der Bühne steht. Wird´s gebraucht, ist alles weg und hinter den Kulissen fällt dir alles wieder ein.
– Am nächsten Tag war ich „hinter den Kulissen“ und ich schrieb ihr diese E-Mail:

Hallo Katrin, meine liebste „Kollegin“,

ich bin der Taxifahrer mit Internetaffinität, der dich zu besagtem
Interview fuhr und dir zwei (halbwegs –> hallwääsche) interessante
Wörter mit auf den Weg gab. Ich hatte ja die Vermutung geäußert, daß mir das sächsische Wort, das mir vor einiger Zeit als sehr interessant aufstieß, bestimmt erst nach deinem Aussteigen einfällt. – Nun ja: Ich hatte recht! Allerdings fand der nächste Tag auch erst nach deinem Aussteigen statt. 😉 Will sagen: Es ist wieder da, hier eingebaut in einen Satz:

Waldspaziergang
„Oor gugge ma hier, Feiersalamander! Das is ja merkwirdsch. Die Viescher habbsch ja schonn eebsch ni mähr gesähn!.“
„Eebsch“ war das gemeinte Wort und vielleicht konnte ich dich damit erfreuen.

Iibrischns – meine Guude – ´sch hadde ja gesaacht, daß´sch disch glei erkannt habb un´ daß de schick aussiehsd. Aber´sch muß da noch was anfieschn, woosch ni weeß, obder daß gefällt oder ni: Isch
hadde nämsch das Gefihl, daßde sogar jinger aussahst als off de Bihne. Warum, das weeßsch o ni. Fleischt laachs an de Sonne, fleischt bist du – (Achtung, Wechsel des Akzents 😉 )
gangs rohmangtiesch gesaggd: ´La fille du soleil´? 😉

Alors: Bonsoir Katrin

PS: Eine offizielle Frage zum Schluß: Darf ich deine Anwesenheit in
meinem Wagen im Rahmen meines Taxiblogs erwähnen?

Gestern nun bekam ich Antwort. Sie schrieb:

… jetzt hätt ich’s doch fast noch vergessen, weil’s schon wieder ‚eebsch‘ her ist, natürlich darf meine Anwesenheit im Taxi erwähnt werden.

Grüße in die Residenzstadt!

Katrin Weber

Grüße zurück und: Immer wieder gern.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Nachtrag der Lustigkeiten

  1. Reinhold sagt:

    Super Fahrgast, Super Dialekt. Sollst weiterhin viele von solchem Kaliber fahren und davon berichten.

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