Handwerk und Service sind doch noch ein Paar

Ich bin sehr froh über diese Tatsache, denn ich glaubte das fast schon nicht mehr…

Vor einigen Jahren kaufte ich mir ein Brotmesser, dessen Design mir gefiel, wobei allerdings der Wellenschliff der Klinge nicht ganz meine Vorstellung traf. Statt der 4mm Wellenabstand hätte ich gern ca. 8 gehabt. Aber wozu gibt es denn Messerschleifer?! Ich also hin, die Sache dargelegt und Messer bearbeiten lassen. Groß war allerdings die Überraschung beim Abholen: Statt der 8mm waren es jetzt nur noch 2! Auf meine Reklamation antwortete mir die „Frontdame“: „Probieren sie es doch erstmal aus. Sie werden sehen, daß es wunderbar schneidet“. Fassungslos verschwand ich damals mit meinem Messer.
Nach einiger Zeit des Gebrauches nun hatte sich der Griff infolge von Spülmaschinenbenutzung in Wohlgefallen aufgelöst. War aber kein Problem, denn ich kaufte das nicht sehr teure Messer nochmals und schaffte es wieder zum Schleifen. Dieses Mal wußten wir ja um das Desaster mit den Millimetern. – Das hinderte aber den Schleifer nicht, mir abermals den engeren Schliff zu präsentieren! Und wieder bekam ich den Spruch mit dem Ausprobieren des schönen Schneidens zu hören, nur leider war ich jetzt auf diesem Ohr taub. Ich erwiderte ihr: „Stellen sie sich mal vor, sie stiegen am Postplatz in mein Taxi und wollen z.B. nach Leuben. Wenn sie dann gegen ihre Ankunft in Cossebaude protestieren, sage ich ihnen, sie mögen doch erstmal eine Weile hierbleiben. Sie würden dann sehen, wie schön es hier ist!“ Daraufhin holte die nette Frau die Keule raus: „Hier! Nehmen sie´s mit und bezahlen brauchen sie´s auch nicht! Sie brauchen aber auch nicht wiederkommen!“ – Nun, da bin ich mir ebenfalls sicher, daß ich diesen Fehler nicht noch einmal mache.
Allerdings gab ich mich auch nicht mit dem verschliffenen Messer zufrieden(Welches man mir eigentlich hätte bezahlen müssen, denn es war ja versaut!), sondern wandte mich in die Dresdner Neustadt zu einem anderen Schleifdienst. Und siehe da – es geht doch! Ich bekam exakt meinen Wunschschliff. Bei dieser Firma bekommt man als kleinen Spaß sowie auch als Versicherung zum frischen Messer auch ein Pflaster dazu. 🙂
Was soll ich euch sagen, ich hätte es um ein Haar gebraucht! Der Schnitt dieses Messers war dermaßen vehement, daß ich mir beinahe durch die Semmel hindurch die Hand aufgeschnitten hätte. Solche Schärfe war ich denn doch nicht mehr gewohnt.

Scheint so, als ob Cossebaude doch nicht so schön ist, wie behauptet. 😉

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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