Epidemischer Fahrdienst

Ich bin heute quasi mit der Nase auf ein Problem „geditscht“ worden, was ich so noch gar nicht richtig auf dem Schirm hatte. Es geht darum, daß die in letzter Zeit zu Tausenden zu uns gelangten Asylbewerber irgendwie transportiert werden müssen, wohin auch immer. Dies geschieht in Dresden zumeist oder sogar ausschließlich per Taxi. So weit, so schlecht! Mehrere Kollegen haben es in letzter Zeit abgelehnt, solche Fahrten zu machen. „Diese verfluchten Neonazis!“ …würde Frau Merkel sagen, denn mehr hat sie nicht im Repertoire. Bis zur Darlegung des tatsächlichen Problems wäre sie wahrscheinlich schon längst zu einem anderen (Jubel)Termin abgerauscht.

Es geht um Folgendes:
Viele der Antragsteller bringen aus ihrem Heimatland Krankheiten mit, die in unseren Breiten längst ausgerottet sind und deshalb – natürlich auch aufgrund fehlender Impfpflicht – epidemische Ausmaße annehmen können. Sie sind nicht den Menschen anzulasten, sondern den schlechten hygienischen Bedingungen in ihrem Land sowie einem meist darbenden Gesundheitssystem. Auch aus diesem Grund kommen viele nach Europa. Wer also behauptet, er wisse, was jeder einzelne an Krankheiten mitbringe oder nicht, muß ein geradezu genialer Kartenleser sein. Taxis könnten also mit Krankheitskeimen kontaminiert werden. Der nächste Fahrgast dieses Taxis könnte dann z.B. ein Patient der Chemotherapie sein, der ein am Boden liegendes Immunsystem besitzt. Krankentransportfahrzeuge werden nach jedem Einsatz gereinigt und desinfiziert: Warum wohl?! Sollen wir das jetzt auch machen und wer bezahlt die Zeit und das Material dafür? Und wenn wir das nicht tun wollen oder sollen – Wer übernimmt die Verantwortung für jeden Neuerkrankten oder… Toten?

Aber was wäre eine provokative Fragestellung ohne Lösungsvorschläge:
Vorschlag 1. Die Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft
erklärt, daß sie verantwortlich zeichnet für jeden augenscheinlich durch den Transport kranker Menschen hervorgerufenen Schaden. Regressansprüche kann sie nur an die Bundesregierung stellen.
Vorschlag 2. Die Transporte werden ausschließlich durch die Fahrdienste der Bundesregierung sowie nachgeordneter dienstlicher Stellen durchgeführt.
Vorschlag 3. —–> Hier kommen all meine Leser in´s Spiel, denn ich habe im Moment gar keinen Plan, genauso wie die Bundesregierung: Also dann – Freunde und Kollegen –  auf zum Neuerervorschlag:

Wie entkriminalisiert man gesundheitsbewußte Kollegen?

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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23 Antworten auf Epidemischer Fahrdienst

  1. Leider habe ich diese völlig an den Haaren herbeigezogenen Panikmache gelesen. Bei solchen Postings bekomme ich echt solchen Ausschlag, der eigentlich schon lange in Europa und Anderswo ausgerottet geglaubt war!

    • mime sagt:

      ich auch! ausschlag!!! is ja ekelhaft!!! was is bei euch in dreden in der luft!? is eigentlich nich mein ding, aber vielleicht sollte „bomber-harris“ doch noch mal vorbeikommen .. ekelhaft!!!

      • Cuitlahac sagt:

        @mime.
        Mit deinem Verweis auf Bomber Harris liegst du weit unterhalb des Niveau’s, das du hier anprangerst!
        Auch wenn man mit dem Inhalt des Artikels nicht einverstanden ist, sollte man sich so eine Entgleisung verkneifen.

      • Bernd Bernd sagt:

        @mime
        Ja gut das ist DEINE Meinung. Ich z.B. finde es ekelhaft, wenn jemand seine Muttersprache nicht ordentlich beherrscht. Zum Inhalt deiner Einlassung muß ich nichts mehr sagen, das wurde schon erledigt.

    • Bernd Bernd sagt:

      @HerrTaxifahrer
      Ich weiß ja nicht, ob TBK und Krätze, die beide in Dresdner Lagern diagnostiziert wurden, unter „an den Haaren herbeigezogene Panikmache“ fallen. Leider war meine Mutter in ihrer Jugend an TBK erkrankt, weshalb ich diesen Artikel auch nicht für mich, sondern für viele andere Kollegen schrieb. Ich bin ja schließlich immun. Und das mit der Krätze? Nun ja, ich wollte zum Beispiel schon immer mal den recht selten hergestellten Milbenkäse probieren, da wird mich doch wohl so eine Krätzemilbe nicht abschrecken. Zumal wahrscheinlich meine Lederhaut jeder Krätzemilbe den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Und wenn sie dann doch nicht freiwillig geht, was soll´s? Die Kasse zahlt das doch.
      Es gibt aber eben auch Kollegen, die das anders sehen. So ist das halt mit Andersdenkenden, stimmt´s?!

      PS: Vorsicht übrigens mit dem Ausschlag! (siehe diese Kommentarantwort) 😉

  2. Thomas sagt:

    Taxis sind so schon die übelsten Keimschleudern aber dieser Gedankengang ist absolut richtig und einleuchtend. Würde mich mal interessieren was das Gesundheitsamt dazu sagt. Als Nasi würde ich ja jetzt gern noch etwas schreiben aber ich hab mir gerade auf die Zunge gebissen.

  3. Fastdäne sagt:

    Moin,
    ich frage dich einmal ganz sachlich, woher du deine Überzeugung nimmst, dass die Flüchtlinge über alle Maßen krank sind und gefährliche Erreger in deinem Taxi hinterlassen. Sicher gibt es da ein Restrisiko. Das ist bei einem Gast am Flieger aber doch nicht anders. Weißt du, wo der war und was er eventuell am Ende der Welt gemacht hat?
    Kommt da vielleicht jemand gerade aus Thailand und hat die Nächte in den Bordellen verbracht? War jemand in Südamerika und hat sich dort ohne es selber schon zu wissen, mit einem gefährlichen Virus infiziert oder wurde von einer Mücke gestochen, die ggfs. auch Krankheiten überträgt?
    Irgendwie kommt hier wieder latenter Alltagsrassismus zum Vorschein, wie ich ihn bei dir leider schon einige Male gelesen habe.
    Gruß Frank

    • Bernd Bernd sagt:

      Und ich antworte auch ganz sachlich, daß ich niemals kolportiert habe, daß ich eine Überzeugung von Krankheiten bei den Asylantragstellern hätte. Ich weiß nur, daß sie vorhanden sind, aber kann natürlich nicht die Menschen identifizieren, die sie tragen. Dagegen scheinst du aber der Überzeugung zu sein, daß sie KEINE haben. Sonst könntest du nicht so leichtfertig über die Sorgen meiner Kollegen hinweggehen.
      Und nun vergleichen wir mal Zeltlagerinsassen mit Weltreisenden: Letztere kommen aus der ganzen Welt hier an und man weiß weder, aus welchem Land noch was es dort für Krankheiten gibt. Erstere kommen aus einem Lager mit erwiesenen Krankheiten. Wo also ist der Verdacht höher.

      PS: Könntest du dir (und einige andere auch) in Bezug auf mich endlich mal diesen Begriff „Rassismus“ aus der Rinne kratzen? Es nervt nämlich und wird durch ständiges Wiederholen auch nicht wahrer. Kann sich denn von euch „Gutmenschen“ keiner vorstellen, daß man mit Leuten anderer Meinung auch auf Augenhöhe diskutieren kann? Ich praktiziere das schon mein Leben lang.

      • Fastdäne sagt:

        Moin,
        jetzt wird es dann doch noch mal deutlicher: Nein, ich streiche das Wort „latenter Alltagsrassismus“ nicht und auch nicht in diesem Kontext. In deinem Kommentar steckt doch schon die nächste Tatsachenbehauptung, die nicht zu belegen ist. Welche erwiesenen Krankheiten gibt es in welchem Lager? Und wenn ja in welcher prozentualen Verteilung?
        Ich hab nie nur ansatzweise geäußert, alle Flüchtlinge seien gesund.
        Und abschließend bin ich ja nicht der erste, der über einige Einträge bei dir ärgert, eben weil da latent etwas zu Ausdruck kommt, das eben Rassismus ist. In anderen Blogs ist der Link zu dir in einigen Fällen verschwunden. Warum wohl?
        „Bild dir deine Meinung“ hat eine Zeitung geworben. Ich zitiere mal den Magdeburger Handballpunk: „Lieber mehr Bildung als Meinung!“
        Frank

        • Bernd Bernd sagt:

          Mein lieber Scholli, jetzt reicht es mir aber auch bald! Habe ich nicht geschrieben, daß es in Dresdner Lagern die beiden besagten Krankheiten gibt? Und das wissen wir, weil wir es wissen! Oder glaubst du vielleicht im Ernst, du Ahnungsloser, daß auch nur ein einziger damit befaßter Angestellter oder Beamter, der seinen Job behalten will, auch nur ansatzweise Zahlen in die Öffentlichkeit gibt?! Solche Informationen bekommst du nur unterderhand und zwar aus erster Hand. Du denkst scheinbar, wir kaspern hier nur rum und klopfen Sprüche. Nein, das machen andere! Komm doch einfach mal her, verschaffe dir die Connections(wie das auf deutsch heißt) und damit dann die Informationen. Ich werde gewiß auch einen Teufel tun und irgendjemand „verzinken“, der Informationen gibt. Stasi läßt grüßen, schließlich haben wir eine FDJ-Aktive an der Regierungsspitze.
          Kretzsche hat recht, also verschaff sie dir bitte und beleidige nicht Leute, die du nicht mal ansatzweise kennst und deren Meinung du nicht in der Lage bist, richtig zu interpretieren.
          Also geh´ in dich, Frank! Ommhh!!! 😉

          • Fastdäne sagt:

            „Wir wissen das, weil wir das wissen „. Noch Fragen?
            Du machst das aber leicht, dich zu entlarven
            Tschüß

            • Bernd Bernd sagt:

              Noch bevor ich diesen Kommentar las, habe ich dir eine Mail geschrieben. Es war nicht nötig, daß du mir zustimmst. Also dann auf Wiederhören in 30 Jahren. Du wirst die Zeit brauchen.

  4. Dennis B. sagt:

    Meines Wissens nach müssen Asylbewerber vor der dezentralen Unterbringung ärztlich untersucht werden, um eben dieses Risiko der Infektion auszuschließen.
    Insofern ist das Problem gar kein Problem, sondern nur ein Gedanke.
    Das Risiko der Ansteckung durch Keime anderer Fahrgäste, die mit Husten o.ä. dort sitzen, dürfte im Vergleich sogar höher sein. Denn die Flächen eines Taxis werden nicht nach jedem Transport desinfiziert.

    • Bernd Bernd sagt:

      Ganz genau! Und zu diesen Untersuchungen bringen wir sie hin.

      • Dennis B. sagt:

        Hier kommt dann aber dazu das IfSG ins Spiel: sollte ein Patient/Fahrgast tatsächlich mit einer hoch ansteckenden Krankheit infiziert sein, werden Kontaktpersonen, sofern nachvollziehbar und notwendig (z.B. Postexpositionsprophylaxe bei einer Meningokokkenenzephalitis), informiert. So auch bei einer offenen Tuberkulose, die eher selten asymptomatisch sein dürfte.
        Die Dunkelziffer Mund/Nasen/Rachen-besiedelter MRSA Träger sollte da deutlich gefährlicher für den immunsuprimierten Chemopatienten sein.

        • Bernd Bernd sagt:

          Ääähh… mhh? Können sie das bitte mal in einer verständlichen Sprache kommunizieren, Herr Doktor?
          🙂

          • Dennis B. sagt:

            Entschuldigung, da bin ich wohl über mein Ziel hinausgesegelt.. 🙂
            Es gibt das Infektionsschutzgesetz, welches zum Ziel hat, Krankheiten mit hohem Infektionspotential einzudämmen. In diesem sind diverse Erkrankungen genannt, welche amtlich, entweder namentlich oder nichtnamentlich, meldepflichtig sind. Eine Erkrankung an einer offenen Tuberkulose, welche für Kontaktpersonen also ein hohes Ansteckungsrisiko birgt, muss also offiziell gemeldet werden. Ebenso wird in dem Fall versucht, Personen, die mit dem Infizierten in Kontakt standen, entweder zu isolieren bzw. zu informieren. Denn nicht bei jedem Kontakt ist eine Behandlung sofort notwendig.
            Im Falle einer Tuberkulose würde hier zuerst einmal die Beobachtung im Fokus liegen. Diese tritt nämlich nicht sofort auf, sondern kann mit zeitlicher Verzögerung auftreten.
            Bei einer infektiösen Hirnhautentzündung hingegen gibt es Mittel, die das Ansteckungsrisiko reduzieren.

            Solltest du also tatsächlich eine Person transportieren, die ernsthaft erkrankt ist, wird man rückwirkend versuchen, dich bzw. Angehörige darüber zu informieren, sofern das möglich ist.

            Mein letzter Absatz zielte darauf ab, dass bereits vorhandene Keime, so zum Beispiel Keime mit Multiresistenzen (MRSA), deutlich verbreiteter sind und seltener publik werden. Diese stellen für einen Chemopatienten ein höheres Risiko dar, als die potentielle Möglichkeit eines transportieren evtl. infizierten Asylbewerbers.
            Und du sagst ja wahrscheinlich nicht, dass du noch nie Entlassungen aus dem Krankenhaus gefahren bist.

            • Bernd Bernd sagt:

              Du hast recht, das mit den multiresistenten Keimen habe ich auch erst jetzt gehört. Da wird es einem ja noch nachträglich heiß und kalt. Da kriege ja sogar ich das Grübeln, denn die Dinger machen ja vor nichts halt.

  5. mime sagt:

    „das wissen wir, weil wir es wissen“ is cool! ich weiss zum beispiel; dass der ami nie auf´m mond war – die erde ne scheibe is – und der führer mit aliens in der antarktis flugscheiben baut. das weiss ich, weil ich´s weiss! (is mein doitsch gut genug?! weiss ich nich …)

    • Bernd Bernd sagt:

      Ist gut, mime, du kannst wieder spielen gehen. Wenn du dann in der Schule bist und „richtig“ lesen kannst (also auch zwischen den Zeilen) und dann vielleicht sogar willens bist, anderer Leute Meinung nicht übernehmen, aber verstehen zu wollen, dann schreib mir bitte.
      Entertainmentmäßig gebe ich deinem Kommentar eine 2+. Inhalt ist aber eher wie Luftsack. 🙂
      Und nun kümmere dich erst mal um uns´ Angela. Die ist nämlich plötzlich auch ganz, ganz böse und will keinen mehr reinlassen. 🙁
      Also dann tschüß.

  6. Cuitlahac sagt:

    Das ist das Problem bei solchen Diskussionen, es artet irgendwann aus. Man kann sachlich auf ein Problem hinweisen und schon geht das Geschimpfe los. Der Hinweis, man soll zwischen den Zeilen lesen ist da eher unglücklich, weil da kann man auch gleich hinschreiben was zwischen den Zeilen gelesen werden soll. Egal, ich will hier nicht die Auseinandersetzung weiter treiben, sondern in dem Zusammenhang mal ein anderes Problem ansprechen, was mir in den letzten Tagen in den Sinn kam. Da waren im Fernsehen Taxifahrer zu sehen, denen schleusen zum Vorwurf gemacht wurde. Nun ist das,soweit ich mich erinnern kann, in Ungarn gewesen, aber das Thema gab’s hier bei uns in den neunzigern auch schon mal, siehe hier: http://m.focus.de/magazin/archiv/schleuser-taxifahrer-auf-krummen-touren_aid_171229.html Mal angenommen, da steigt einer ein und will nach jwd, ihm ist anzusehen, das ist ein Flüchtling. Was machste da? Umsatz mitnehmen oder bleiben lassen?

  7. BB sagt:

    Berndi,
    ärger dich nicht weiter über diese
    „keine-Ahnung-haben-aber-trotzdem-unbedingt-ihren-Senf-dazugeben-müssen“-Kommentare!!!

    Es wird immer Menschen geben, die einiges nicht verstehen WOLLEN!

    Laß dir von denen nicht das ohnehin schon überstrapazierte Nervenkostüm
    (eines mit offenen Augen seine Umwelt realistisch wahrnehmenden Dresdners)
    noch mehr zertrampeln!

    Du weißt doch
    – aus sicherer Entfernung ließ es sich schon immer vortrefflich klugscheißen!!!
    Und neuerdings auch „gutmenscheln“! 😉

    LG

  8. Papierkorb Bhf. Reick sagt:

    In der Allgemeinbetrachtung muss ich zugeben, dass die Zahl der Gutmenschen tatsächlich höher zu sein scheint als ich bisher vermutet habe. Eigentlich Anlass, auch endlich ein Gutmensch zu werden, wären da nicht die Beobachtungen, die man so macht und das Kopfschüttelsyndrom, das sich dabei einstellt. Ich meine dabei nicht die Fremden, sondern das dröhnende Harfenspiel der Willkommenskultur all überall. Die Fremden sehen fremd aus, sage ich mal als mutmaßlich schlimmer Rassist. Was mich aber tatsächlich irritiert ist, dass die große Mehrheit der jungen Kriegsflüchtlinge nicht wie Kriegsflüchtlinge aussehen sondern wie Flüchtlinge aus dem Laden eines Friseurs, der gerade seinen Meisterbrief gemacht hat.

    Und ja, um nicht missverstanden zu werden, ich habe hier in Dresden auch schon ein paar elendiglich arme, unendlich fremd aussehende Menschen gesehen.

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