Schwerer Junge

Frank, der „Taxiblogger“ aus Berlin hat in seinem Beitrag vom 18.1.11 über einen Haftentlassenen geschrieben, was mich in seelische Nöte brachte. Nicht daß ich damit irgendwelche Probleme gehabt hätte, aber ich habe überlegt, ob ich meine alte Story über einen Haftentlassenen überhaupt bringen kann. Es könnte schließlich sein, daß ich bei irgendwem anecke. Nichtsdestotrotz ist das Delikt, um das es hier geht, von allgemeinem Interesse und deshalb verfahre ich nach der Devise: Augen zu und durch!
Der besagte Entlassene war eigentlich kein schwerer Junge, gegen mich eher ein absolutes Leichtgewicht. Sein Vergehen allerdings war recht diffizil:
Es geht um einen Kindesmißbrauch. Der Betreffende ist allerdings nicht der Täter, sondern der Stiefvater des Kindes (zur Tatzeit 11 Jahre). Der Täter wurde gefaßt und erhielt eine ´Bla-Bla-Strafe´, weil er eine schwere Kindheit hatte(!). Damit kann sich der Stiefvater nicht abfinden und wird selbst aktiv. Er manipuliert im Hause des Täters die Gasleitung in der Form, daß eine Explosion zu einer Zeit eintreten muß, zu dem der Täter allein im Haus ist. (Ich kann hier leider nicht alles erzählen.) Durch unglückliche Umstände erreicht die Explosion nicht nur ihr eigentliches Ziel, sondern es gibt zusätzlich unschuldige Opfer. Daraufhin stellt er sich und bekommt dafür einige Jahre. Ich glaube, er hat ungefähr sieben abgesessen.

Und nun stand ich da vor mir selbst und fragte mich: „Soll ich ihn verachten oder ihm zujubeln?!“ Auch ich habe zwei Töchter.

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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