Gaaanz, ganz neues Thema

Ich logge mich in meinen Blog ein und denke: „Was machen wir denn heute?“ Natürlich was ganz außergewöhnlich Neues – Radfahrer!
Die Einstimmung bekam ich nämlich live auf der Heimfahrt. Etwa 500m vor meinem Zuhause gibt es eine Kreuzung mit nach links abbiegender Hauptstraße(Koordinaten 51.011163,13.822173 ; Zamenhofstr. ist Hauptstraße). Als ich mich dieser im Dunkeln näherte, schwenkte kurz vor mir ein Radfahrer ohne Licht von links kommend in meine Richtung ein. Erschreckt hat mich das nicht wirklich, weil ich auf so etwas ständig gefaßt bin. Allerdings habe ich mich beim Überholen mal kurz auf seine Geschwindigkeit heruntergeschraubt und ihn mal gefragt, ob er denn eigentlich gemerkt habe, daß auch ich auf der Hauptstraße war. Erst wurde er immer langsamer, um nicht mit mir reden zu müssen oder weil er Bammel davor hatte. Das machte ihn mir aber sympathisch und auch ich wurde langsamer. Er hat sich dann der Konversation gestellt und sich entschuldigt. Das macht ihn natürlich noch sympathischer, weil er einen Fehler einsieht, aber eigentlich ist es voll daneben! Richtigerweise hätte er sich bei sich selbst entschuldigen müssen, daß er sich in Gefahr gebracht hat.
Als ich dann zu Hause meineZeitungsschau machte, ging es mit dem Thema Radfahren weiter. Hier ist der entsprechende Artikel:

´Sächsische Zeitung´ vom 20.3.2012

Zuallererst möchte ich die Aufmerksamkeit einer geneigten Leserschaft auf den Bildtext lenken. Der Verein ADFC will also der Landesdirektion Dresden eineMängelliste übergeben. Ich befürchte, diese Liste wird ins Leere laufen, denn Dresden ist eine Stadt (also eine Kommune und kein Land) und hat demzufolge keine Landesdirektion. Ganz abgesehen davon wage ich nicht zu beurteilen, welche Mängelliste länger ist, die zur Sanierung der Albertbrücke oder die zum gezeigten Fahrrad des ADFC-Sprechers.
Zu den Vorschlägen des ADFC muß ich sagen: Das ist ähnlich schlau wie bei Tarifverhandlungen oder auf dem Teppichbasar: Man stellt erst einmal Maximalforderungen, um dann nach Diskussion einen halbwegs akzeptablen Mittelwert zu erreichen. Recht lustig ist z.B. die Aussage: „Wenn Fußgänger zu dritt unterwegs sind, werden sie logischerweise auch den Radweg mitbenutzen“. Ich benutze die Albertbrücke nun wirklich zeitlebens. Ich kann mich nicht erinnern, jemals 3 Fußgänger nebeneinander dort gesehen zu haben. Selbst an zwei kann ich mich nicht bewußt erinnern, es sei denn, Spaziergänger am Wochenende.
Zum Kritikpunkt 2 kann ich nun nicht viel sagen, weil ich mich damit noch nicht beschäftigt habe.
Das muß man auch dem ADFC unterschieben, wenn er fordert, das Rechtsabbiegen in die Florian Geyer Str. komplett zu verbieten. Die Vermutung, der ADFC habe sich mit diesem Vorschlag nicht abschließend beschäftigt ist doch weitestgehend freundlicher, als den Leuten Dummheit zu attestieren. Dazu muß man ortsunkundigen Lesern erklären, daß dieses Rechtsabbiegen die Voraussetzung dafür ist, daß Fahrzeuge entlang der Elbe sowohl flußauf- , als auch -abwärts fahren können. Das heißt: Sperre ich diese Rechtsabbiegemöglichkeit, dann verhindere ich den Verkehrsfluß sowohl in Ost- als auch in Westrichtung.
Liebe ADFC-Mitglieder und Anhänger: Kommt bitte wieder zu Tal! Am besten im Sinne des eingangs erwähnten jungen Radfahrers:

Entschuldigt euch bei euch selbst!

PS: In der Online-Version der ´SZ´ fehlt merkwürdigerweise das Foto des ADFC-Sprechers. Hat man etwa gemerkt, daß man einen Bock geschossen hat?

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
Dieser Beitrag wurde unter Privat, Radfahrer, Regionales und Lokales, Taxi abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Gaaanz, ganz neues Thema

  1. Frank sagt:

    „Recht lustig ist z.B. die Aussage: “Wenn Fußgänger zu dritt unterwegs sind, werden sie logischerweise auch den Radweg mitbenutzen”.“

    Dennoch wäre es besser, den Radweg auf Straßenniveau zu führen. Das hat generell zwei Vorteile. 1. Fußgänger haben eine erhebliche Hemmschwelle, den Radweg zu betreten. Damit ist das beiderseitige Gefahrenpotential erheblich minimiert. Außerdem kommen so weniger Radfahrer auf die (wirklich bescheuerte) Idee, den Radweg entgegen der Fahrtrichtung zu befahren.
    Dann muss nur noch der Autoverkehr die durchgezogene Linie beachten (d.h. nicht auf ihr fahren) und die Sache läuft.

    Die Ausweisung des Radweges mit 2,10m ist etwas schlitzohrig, aber bei 1,60m verbleibender Breite sehe ich da kein großes Problem. Interessant wird es erst, wenn die gesetzliche Mindestbreite von 1,50m ausgewiesen wird, dann aber abzüglich Trennlinie und gepflastertem Straßenrand nur noch 80-90 cm übrig bleiben.

  2. Bernd Bernd sagt:

    Radweg auf der Straße fände ich auch besser, aber die Stadt eben nicht. Dort kostet er nämlich mehr! Es sei denn, man praktiziert solchen Schwachsinn wie auf der Chemnitzer Straße, wo man einfach auf eine Straße, deren Breite gerade gut genug ist, einfach links und rechts(!) noch den Fahrradweg aufmalt. Da passen dann gar keine 2 Autos mehr nebeneinander.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.