Offener Brief an Stanislaw Tillich

Nachdem nun heute in der ´Sächsischen Zeitung´ wieder ein Artikel eines Regierungsmitglieds (Martin Dulig) über PEGIDA erschien, der ebenfalls vor Unwissenheit und Vermutungen strotzte, möchte ich nun mal nachforschen, ob man dort wirklich nichts weiß. Deshalb hier der Abdruck einer Mail, die ich soeben an den Ministerpräsidenten von Sachsen abschickte:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

leider zeigt mir jede neue Äußerung der sächsischen Regierung bzw. einzelner Mitglieder zu diesem Thema, daß sie NICHTS verstanden haben: Hier ein bißchen Angst, dort ein bißchen Rassismus, woanders Existenzängste oder was weiß ich noch für hanebüchene Vermutungen. Dazu dann noch die Verallgemeinerung, alle Ausländer, die nach Deutschland kommen, wären Flüchtlinge. Die Asylverfahren zeigen, daß mindestens 70% oder mehr keine Flüchtlinge, sondern eher Jäger sind. Sie jagen schlicht und einfach dem Mammon nach, wie viele DDR-Bürger früher auch. Ich weiß auch sehr wohl zu unterscheiden zwischen Kriegsflüchtlingen und Scheinasylanten. Und wissen sie, woran man die erkennt? Erstere kommen meist mit Familie und mit voller Identität, zweitere sind meist junge Männer, die vor Eintritt in die EU ihre Pässe wegwerfen. Mit diesem Wegwerfen entlarven sie sich als Verbrecher! Sie zeigen, daß sie nicht gewillt sind, deutsches Recht zu akzeptieren.
Ich persönlich möchte schlicht und einfach, daß in Deutschland Ordnung herrscht und Gesetze auch angewendet werden. Handlungen der Regierung samt seiner Ministerien müssen sowohl gesetzlich als auch moralisch unangreifbar sein. Unter diesem Aspekt verstehe ich nicht, wieso eigentlich Lobbyisten im direkten Umfeld von Parlament und Regierung geduldet werden! Diese Bagage gehört ausgekehrt! Für die Äußerung von Wünschen an beide Gruppierungen gibt es schließlich Dienststellen. Das hatte auch Frau Biedenkopf nicht begriffen. Leider hat sie ihr Mann zu sehr geliebt und hat sie mit ihrem „Büro Frau Biedenkopf“ gewähren lassen. So sieht direkte Demokratie nämlich nicht aus.
Sei es, wie es sei: Kommen wir zurück zu PEGIDA. Nachdem sich nun die Presse wochenlang mit dem Zerpflücken des Namens „Pegida“ beschäftigt hat und daraus schloss, daß das ganz, ganz böse Leute sein müssen, bringe ich jetzt die Programmpunkte von PEGIDA in´s Spiel, mit denen sich die Presse nie beschäftigt hat.
Ich bitte sie hiermit anhand der 19 Programmpunkte, mir den- oder diejenigen herauszusuchen, wegen deren Inhalts gut informierte ausländische Bürger (ganz besonders Moslems) Angst vor PEGIDA bekommen könnten. Ich gebe zu, daß diese Aufgabe nicht leicht ist, aber sächsische Intelligenz findet schließlich alles heraus. 😉
Als kleine Zusatzaufgabe für die laufende Regierungszeit bitte ich außerdem um Mithilfe oder sogar Einführung der direkten Demokratie in Sachsen, indem man die Bürger beteiligt und die Lobbyisten ausschließt.
Diese haben keinerlei Recht auf Einflußnahme!

Ich sage nur: „Ordnung, Herr Ministerpräsident, Ordnung!“

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Offener Brief an Stanislaw Tillich

  1. Huuh sagt:

    Du schreibst: „… leider zeigt mir jede neue Äußerung der sächsischen Regierung bzw. einzelner Mitglieder zu diesem Thema, daß sie NICHTS verstanden haben…“

    Nun, ich sehe das etwas anders, und ich würde auch das „leider“ am Anfang deines Satzes weglassen. Mir zeigt jede neue Äußerung der Parteien-Nomenklatur, dass sie nichts verstehen können, auch dann nicht, wenn sie es verstanden haben(!) – dass sie also nichts verstehen wollen. Neu daran ist das rasante Anwachsen der Zahl von Leuten, die nun verstanden haben, dass man sie nicht verstehen will. Hier spreche ich direkt von meinem Umfeld.

    Nimm den Dulig mit dem ganzen Gewicht seiner Volkspartei. Einfach mitreißend seine Ansprache an die „Teilnehmer und Teilnehmerinnen.“ Er wird mit seinem Verlautbarungsdeutsch nicht einen einzigen gewinnen können.

    • Bernd Bernd sagt:

      Jaah, du hast nichts mehr als einfach recht, Huuh!! Aber ich habe die Hoffnung auf Vernunft noch nicht aufgegeben und sage mir: „Haue immer und immer wieder drauf auf die Säcke, bis mal einer von denen irgendetwas merkt, und sei es nur dadurch, daß es ihm auf die Nüsse geht!“ Man muß das so lange betreiben, bis die Politiker merken, wo tatsächlich die MITTE des Volkes ist.

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