Offene Worte

Es kommt nicht oft vor, daß Deutsche ehrliche Worte über Asylanten verlieren, weil sie Angst haben, sofort in die ultrarechte Ecke gestellt zu werden. Das ist übrigens in der DDR ganz ähnlich gewesen: „Was, du bist gegen unbezahlte Sonderschichten im Rahmen der Friedensbewegung?! Dann bist du auch gegen den Frieden!“ Auf diese Weise bekommt der betreffende damals wie heute ein Etikett draufgeklatscht, das ihm zwar überhaupt nicht gerecht wird, mit dem sich aber wunderbar von außen arbeiten läßt. Damit muß nun 25 Jahre nach der Einheit endlich Schluß sein! Einen guten Schritt vorwärts machte dabei die ´Sächsische Zeitung´ am gestrigen Tage. Der folgende Artikel stammt aus dieser Quelle:

Tunesier

Aus der ´Sächsischen Zeitung´ vom 18.2.15

Der Artikel ist schon in sich sehr interessant. Einen besonders wichtigen Satz aber habe ich angestrichen. Da steht tatsächlich: „Wenn gibt´s Arbeit, dann nicht klauen.“
Das muß man erstmal sacken lassen. Und dann sagt der extreme Rechte: „Ist doch klar, die Niggerbagage ist doch sowieso bloß auf´s Klauen aus! Muß man sich da wundern?!“
Nein, muß man nicht, aber aus einem anderen Grund. Betrachten wir doch mal die Vorgeschichte: Den Großfamilien in Tunesien geht es schlecht. Die jungen Männer könnte man schon noch mit durchfüttern, wenn man wollte, aber man hat da andere Pläne. Man schickt diese mit Hilfe der letzten familiären Finanzreserven nach Europa, wo sie für viel Geld arbeiten könnten und den Löwenanteil des Geldes der Familie schicken. Schlitzohrige Schleuser bestärken sie natürlich in diesem Vorhaben. Nun sind aber Luftschlösser keine sehr stabilen Gebäude und brechen bereits bei der Ankunft in Deutschland zusammen. Die Jungs sitzen nun im Asylantenheim, dürfen nicht arbeiten und haben dadurch viel Zeit. Es wird also nichts mit dem jugendlichen Helden, der im gelobten Land wie ein Verrückter „malocht“ und Euros über Euros an seine Familie schickt und sie glücklich macht. Er kann von dem, was er hier bekommt zwar leben, nicht aber zusätzlich noch die Familie in Tunesien. Also bleibt zur Geldbeschaffung zum Zwecke der persönlichen Reputation nur noch die illegale Variante. Diese beschreibt der markierte Satz. Er zeigt, daß die Hemmschwelle zum Verbrechen in diesem Fall nicht wirklich groß ist. Wobei… weiß man denn, ob diese Handlungsweise unter den Tunesiern nicht vielleicht ganz legitim ist?

Müssen wir das wirklich über uns ergehen lassen???

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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2 Antworten auf Offene Worte

  1. Huuh sagt:

    Gaaanz hinten in den Regionen meiner Rübe formt sich da eine anscheinend sinnlose Frage. Was ist eigentlich Arbeit? Als nächstes dann: Wieso haben die dort in Tunesien keine Aabeit? Darauf folgt: Wieso haben wir hier für diese Tunesier keine Aaaab beiß plätze?

    Und schließlich: Wie viele der bei uns vorhandenen Aaabeitsplätze beruhen auf tatsächlichen Notwendigkeiten, und wie viele machen wenig bis überhaupt keinen Sinn?

    • Bernd Bernd sagt:

      Tja, der Mensch hat viel von den Tieren gelernt: das schnelle Schwimmen, das Fliegen und was weiß ich sonst noch! Vielleicht auch das ´Heu-erschrecken´? Vielleicht fallen auch die Tunesier unter den Heuschreckenstatus für Finanzinvestoren? Schließlich entziehen sie doch dem deutschen Geldkreislauf Geldmittel und investieren sie in Tunesien in ihre Familien!

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