Gemeine Verlade

Heutzutage ist es nun mal „State of the Art“, wenn man besonders angefressen ist, sobald man privat verladen wurde. An diesem Wochenende nun kann ich das für mich selbst in Anspruch nehmen.
Aus Anlaß eines familiären Jubiläums wollte ich mit meiner Familie einen entspannten Nachmittag mit Bootstour im Leipziger Neuseenland verbringen. Zu diesem Zweck hatte ich mir einige Adressen von Bootsverleihern aus dem Internet gezogen. Es wurden derer insgesamt 6. Wenn man davon ausgeht, daß es darunter lediglich ein einziges faules Ei gibt, standen die Chancen für mein Vorhaben bei etwa 83,33 %.  – Es wurde ein Schuß in den Ofen! Das war aber kein Pistolenschuß, sondern mindestens der eines Sechzehnpfünders. Am besten gefiel mir nämlich diese Website. Dort kann man nachlesen, was für Boote vorhanden sind und was sie kosten. Besonders hatten es mir die Elektroboote angetan. Im Falle des vollständigen Ausleihs dieser hatte ich mir extra meinen eigenen Motor samt Batterie mitgenommen, um gegebenenfalls ein entliehenes Ruderboot umrüsten zu können. Das Entsetzliche war nur: Es gab kein  E-Boot, es gab kein Ruderboot… es gab überhaupt kein Boot! Und nicht etwa, weil sie schon vergeben waren, sondern weil es nicht einmal einen Bootsverleih gab! Merkwürdig war schon die Adresse auf dieser Seite, denn sie befindet sich mitten im Ort und nicht etwa am Seeufer, wo sie zu vermuten gewesen wäre. Außerdem hatte sie keine Hausnummer. Am avisierten Ufer befinden sich nur einige (stark geschmacksabhängige) Privathäuser, ein noch unbebautes Grundstück, ein recht aufwändig gestaltetes Privathaus und eine Segelschule. Wo also ist der Bootsverleih?! Laut Internet muß er ja aktiv sein. Was mir in diesem Zusammenhang sauer aufstößt, ist das einzeln stehende Privathaus, zumal ich erfuhr, daß für die Entwicklung der Infrastruktur an diesem See Fördergelder vergeben wurden. Aber Gott schütze uns vor übereilten Schlüssen! Ich frage einfach mal per E-Mail den imaginären Betreiber des Bootsverleihs, die“Wiggela Fun Cars“ (GmbH, GbR oder weiß der Teufel was). Bis zu deren Antwort ist alles paletti und danach entscheidet die Antwort.

Im Prinzip war also hier bereits bei der Ankunft am See schluß mit lustig. Der einzige Lichtblick an diesem Seeufer hielt uns aber noch eine Weile im Gelände. Es war dies eine schlichte „Imbißbude“ mit netter Chefin und angenehmem Flair. Diese befand sich auf dem noch unbebauten Grundstück und soll in nächster Zukunft durch ein festes Gebäude ersetzt werden.

hainerseeIch wünsche ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg. Und was unterscheidet sie vor allem vom Bootsverleih? Das ist doch ganz klar:

Wenn man einen Kaffee oder was auch immer haben will, dann bekommt man den auch!

PS: Wenn sich auf absehbare Zeit nichts tut, will sie sich selbst ein paar Boote zum Verleihen hinlegen. Für andere scheint das zu schwierig zu sein.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Essen und Trinken, Ethik, Natur, Privat abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.