Kopfsache?

Irgendwie lustig ist das schon: Ausgerechnet im Zeitraum meines Zwangs-Radfahrerdaseins findet die ´Tour de France´ statt! Das gibt einem doch glatt das Gefühl, dazuzugehören. Na gut, ich gebe zu, daß da ein paar ganz geringe Leistungsunterschiede bestehen. 😉
Im Grunde bin ich eigentlich der Meinung, daß es ohne irgendeine Form von Doping unmöglich ist, die Tour de France zu gewinnen. Sinnigerweise ist am Rande der diesjährigen Tour ein verlorener Sohn wiederaufgetaucht, den man schon lange in der Hölle verschmort glaubte: Lance Armstrong – natürlich nur rein privat im Rahmen einer Promotiontour seiner Care-Gesellschaft. Und wie schon früher während seiner aktiven Zeit, in der er sich schon mal erdreistete, einen attackierenden italienischen Fahrer zurechtzuweisen, was er sich eigentlich erlaube, ihn den König anzugreifen. Ob er denn nicht wisse, daß der ihn immer und überall dominieren könne, konnte er auch diesmal sein Schandmaul nicht halten. Er fände es doch höchst merkwürdig, wie der in Gelb fahrende Christopher FROOME nach einer mörderischen Etappe am nächsten Tag schon wieder voll da sein könne. Da hat er im Prinzip recht, aber… bei wem wohl habe ich dieses Phänomen zuletzt beobachtet? 😉
Heute nun gab es einen Etappensieger, dessen Sieg mich erstaunte: Es gewann Stephen CUMMINGS aus dem südafrikanischen Team ´MTN-Qhubeka´. Gleichzeitig ist heute der 97. Geburtstag von Nelson Mandela, einem wirklichen Helden vor allem der südafrikanischen Zeitgeschichte. Auf dieses Jubiläum nimmt der Fahrer auch würdigend Bezug.
Aber nun habe ich ein Problem, denn dieses Zusammentreffen wirft Fragen auf: Als Etappensieger bei dieser Tour muß man ja gut sein. Warum also hat er nicht irgendeine der vorigen Etappen gewonnen?! Und jetzt gehen die Vermutungen auseinander:
1. Die Mannschaft hat sich alle Kraft nur für DIESE Etappe aufgehoben,
2. Er hat explizit nur heute etwas eingeworfen,
3. Die Sache war abgekartet, oder
4. Erhat es einfach gewollt!
Und dieses letztere bin ich gewillt anzunehmen, denn das wäre eine schöne Parallele zum Fußball. Dort scheint mir das Credo von 70% der Spieler:

„Ich bin besser als Ronaldo oder Messie oder beide zusammen – WENN ICH WILL!!!“

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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