Die Herrschaft der Augen

Heute gegen mittag während einer Tour beobachtete ich die ständige Wiederkehr einer GRT-Anforderung am Olbrichtplatz. Ich hatte diese zuerst nicht direkt auf dem Plan, weil mir etwas anderes besser gefiel, aber als ich meine Fahrgäste abgesetzt hatte, war dieses andere passé und ich wandte mich Richtung Olbrichtplatz.
Auf halbem Wege plötzlich Wähltöne! Die Zentrale ruft mich an und fragt, ob ich das GRT am Olbrichtplatz abnehmen könne.  – Natürlich kann ich und bin sogar schon deswegen in der Spur… Nach Wiederholung dieser Einlassung kam dann doch Verständigung auf. Die Fahrgäste bestanden aus 6 Personen im Alter von ca. 10 Jahren bis Anfang 20 aus dem arabischen Raum. Da ich inzwischen mitbekommen habe, daß bei muslimischen Personengruppen mindestens 1 „dominierendes Männchen“ anwesend sein muß, um Schutz und Gesellschaftsfähigkeit der Gruppe sicherzustellen, begann ich, dieses zu enttarnen. Nun war das älteste anwesende „Männchen“ ein Etwas von etwa 18 oder 19 Jahren, dessen Leibesfülle mir selbst mit meinen 60 Jahren zur Ehre gereicht hätte. Mit dem Intellekt sah es dagegen umgekehrt proportional aus.
Ich stellte schließlich fest: Der Chef dieser Gesellschaft sind zwei Augen! Ich will damit sagen daß das Kommando von einer Person gegeben wurde, welche sich komplett in Schwarz hüllte und nur die Augen das Tageslicht erblicken ließ.
Sie wollten zum Dresdner Schloß, wobei ich ihnen noch den Eingang zur Schatzkammer erklärte. Beim Bezahlen der Fahrt gewann ich dann noch tiefere Einblicke in die islamische Kultur: Auf die Ansage von 17,40 € gaben mir „die Augen“ einen 20er, sagten „Thank you“ und schlossen die Brieftasche. Deutliches Zeichen für Trinkgeld! Ich bedanke mich also ebenfalls und gehe um den Wagen herum zur Öffnung und Verabschiedung… Nur das „Männchen“ stört…? Es stört sich an den gegebenen 20 für 17,40! Und da fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren! Im Islam kann eine Frau zwar bezahlen, aber niemals Geld entgegennehmen! „Die Augen“ gaben mir also die 20 € in der Gewißheit daß der Bruder(?) das Restgeld entgegennimmt – aber das entfiel ja nun. 😉
Nach der exakten Erklärung meinerseits erklärten die Augen lachensgeklärt das Ende des Problems.

Manchmal sind eben Augen intelligenter als ein ganzer Kopf. 😉

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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