Die Sitzenbleiber

Es gab bis vor ein paar Tagen einen Satz, über den ich nur den Kopf schütteln konnte: „Wir schaffen das!“. Den Muttermund – also den Mund unserer aller Mutti – der diesen Satz setzte, kennen wir alle. Ich war deswegen skeptisch, weil ich diesen Satz damit verglich, was sie politisch so tun will, um die Probleme Deutschlands in letzter Zeit zu lösen.
Nun habe ich seit langer Zeit wieder einmal Urlaub und damit Zeit, alles etwas ruhiger anzugehen und auch zu sehen. Und plötzlich wurde mir bewußt: Die Frau ist ja noch raffinierter als unser alter Helmut, als dessen „Mädchen“ sie ja gilt oder galt. Ich muß nun feststellen, daß sie ihren Ziehvater um Längen überholt hat.
Er hatte seine Vorgehensweise meistens deutlich deklariert und gesagt, dabei auftauchende Probleme sitze er aus. „Mutti“ geht nun einen anderen Weg: Sie sagt ihren Plan nicht an, sondern sagt einfach: „Wir schaffen das!“!? Man muß ganz genau hinhören. Sie sagt ja nicht: „Ich schaffe das!“, sondern „Wir schaffen das!“ Nun steht die Interpretation jedem frei. Die erste folgt auf die Frage: Wer ist „Wir“? Das nächste wäre: „Was ist „das“? Die Frage des „Wie“, die unbedingt dazugehört, wird vollständig ausgelassen. Was folgt daraus?! Ganz genau!!! Daraus folgt, daß WIR das aussitzen, was auch immer das ist! Mit „wir“ meine ich konkret das deutsche Volk, also die Gruppe von Menschen, auf die die Mutti ihren Amtseid geleistet hat.
Nun gehen wir zeitlich etwas weiter vorwärts. Deutschland hat natürlich derzeit große Probleme, nicht nur mit Asylanten. Bei einer Volkswirtschaft, die in Europa so beherrschend stark ist, wäre es aber doch sehr verwunderlich, wenn unser Land nicht auf irgendeine Art und Weise aus dem Schlamassel herauskäme. Es würde sich also auf jeden Fall alles irgendwie zum Guten wenden – jedenfalls für Deutschland.
Und in diesem Moment ertönt Fanfarengedröhn: TA-TARAT-TA TATTA TA

„Hurra, sie hat´s geschafft!!“

Und der geneigte Mitbürger überlegt: „Wieso ´Sie´, ich dachte ´Wir´ haben es geschafft?“ Die Mutti antwortet darauf: „Natürlich haben WIR das geschafft, also IHR unter Meiner Führung“. Darauf insistiert der Bürger: „Aber wie wir das geschafft haben, widerspricht doch total ihrem Plan!!!“. Sie darauf gönnerhaft: „Nein, mein Guter, das endgültige Vorgehen war doch mein Geheimplan, den hatte ich doch schon immer im Schubfach!“
Und so treten wir in den Bundestagswahlkampf 2017 mit einer Schauspielerin, die immer schon alles gewußt hat. Warum auch nicht, denn in den USA werden auch immer wieder Schauspieler zum Präsidenten gekürt, egal ob sie diese Berufsbezeichnung wirklich führen oder nicht!

Ta-TAAA

😉

 

 

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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