Abgepritscht!

Im Moment herrscht ja relative Ruhe an der Taxifront. Die 8×8 ist kaum noch zu bemerken in Dresden, MyTaxi kann man vergessen und auch UBER kriegt hier kein Bein auf die Erde. Warum wohl?! Das muß doch irgendwelche Gründe haben, wenn „neue Ideen“ der Taxivermittlung nicht zünden. Auch wenn noch mehr „Erfinder“ kommen, die insbesondere die Taxi-Bestellungen revolutionieren wollen, werden sie genauso durch´s Eis brechen wie alle anderen vorher. Warum das so ist, sollte selbst dem Dümmsten klar werden: Es gibt kein besseres System in Großstädten als das Vorhandensein einer einzigen Zentrale für eine ganze Stadt. Mit besserem System meine ich auch nicht: „Besseres System für Taxifirmen“, sondern für den Kunden. Dieser hat bei uns alle etwa 530 Wagen der Stadt unter einer Nummer zur Verfügung. Das gibt es sonst nirgendwo in Deutschland. Fast alle Großstädte haben drei oder mehr Vermittlungen. Schon diese Tatsache allein umgeht die deutschlandweite Beförderungspflicht für Taxis. Das funktioniert ganz einfach: Ist dem Disponenten eine Fahrt zu unlukrativ, sagt er einfach, man habe im Moment keinen Wagen verfügbar. Wenn sie aber einträglich erscheint, sagt man sofort zu! Dabei ist es egal, ob gerade ein Wagen frei ist oder nicht. Es dauert dann halt etwas länger. Wenn der Kunde dann insistiert, wird er mit blumigen Worten vertröstet, daß der Wagen im Stau steckte, aber dieser jetzt aufgelöst ist und es gleich losgehen kann. Solche Faxen können ihnen in Dresden nicht passieren. Wenn Anruf, dann auch Taxi, fast immer innerhalb von 5 Minuten.
Auch die sogenannten „Chauffeurdienste“ sind mir äußerst suspekt. Es wird immer kolportiert, Fahrer im Anzug wären die besseren Fahrer. Das ist natürlich Unsinn! Hier kann ich wunderbarerweise wieder einmal meinen diesbezüglichen Standpunktspruch ablassen: „Ein Schwein im Frack bleibt ein Schwein!“.
Da in deutschen Großstädten die Taxis mehrheitlich in den Händen nichtdeutsch geborener Menschen liegt, vermute ich viel eher, daß die Liebhaber der Chauffeurdienste sichergehen wollen, daß sie einen deutschen Fahrer bekommen. Aber auch hier können sie „auf die Nase fallen“, denn zum Beispiel gibt es gerade bei der 8×8 einen „richtig“ schwarzen Fahrer, also einen, dessen Haut nicht nur dunkel, sondern schwarz wie die Nacht ist. Und wenn sich dann ein Kunde über ihn „schwarz“ ärgert, dann ist er schon wieder gearscht! 😀
Ich kenne diesen Fahrer nämlich persönlich und weiß, daß er mit sich selbst und seinem Wagen penibler umgeht als ich oder die meisten seiner eigenen Kollegen. Tja Leute: „Angeschissen rechts raus!“, kann ich da nur sagen. Wer ein Taxi will, sollte halt das Original wählen.
Ohne nun als rassistisch zu gelten frage ich doch auch mal, was dagegen spricht, daß im Taxibetrieb mehrheitlich regionale Fahrer tätig sind. Diese sind schließlich in der Regel die ersten, auf die ein Reisender trifft. Sollte er da nicht einen typischen Vertreter der angesteuerten Region vor sich haben?!

Was mich aber besonders ärgert, kommt zum Schluß: Da die meisten Ankömmlinge am Flughafen Vielreisende sind, kennen sie die Gepflogenheiten, Sitten, Unsitten oder auch Betrügereien aller vor allem deutschen Regionen. Ständig müssen wir uns hier Fragen und Anwürfe anhören, warum dies so und das andere anders ist, ob ein Großraumtaxi nicht per se teurer ist und vielleicht sowieso nur auf Gruppen wartet, „weil es ja sonst nicht rentabel ist“.

Leute! Vertraut uns und unserem Können und laßt euch körperlich in die Polster und mental in unsere Hände fallen. Wir machen das schon.

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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