Die lieben Kleinen – Kleinigkeiten

Ja die lieben Kleinen, die erfinden Tag für Tag was Neues. Davon kann auch ich berichten. Natürlich geht es dabei nicht um meine Kinder, denn das sind nun schon lange nicht mehr meine lieben Kleinen, zum Glück aber meine immer noch lieben Großen. Gemeint sind in diesem Falle die kleinen Kleinigkeiten, die ein Auto so für seinen Besitzer bereithält.
Ich beobachtete schon seit Monaten an meinem Insignia immer mal wieder Gestank um das rechte Vorderrad herum. Ich glaubte auch, den Geruch analysiert zu haben: Kautasit! Na gut, das klingt nach einem Material,ist aber eigentlich ein Firmenname. Die gab es schon in der DDR und stellte alles Mögliche im Bereich Brems- und Kupplungsbeläge sowie Dichtungen her. Ich nahm also an, daß die Bremse meines Vorderrades irgendwie hängt und dadurch Bremsbelag verbrennt, obwohl ich nicht weiß, ob die heutigen Beläge nicht aus völlig anderem Material gefertigt sind. Dieser Tage nun machten wir einen Ausflug, bei welchem ich mir den Rückweg auf dem Beifahrersitz gefallen ließ. Man kennt das ja: Es gibt auf Ausflügen immer so Momente, da fährt man hinterher nicht mehr unbedingt Auto. Zu Hause dann sagte meine Frau, unterwegs sei die Meldung: „Waschwasserstand niedrig“ gekommen. Ich habe das erst mal abgespeichert, um es am nächsten Tag zu ändern. An diesem fuhr ich auch selbst und kaum hatte ich gestartet, kam schon die Meldung: „Kühlwasserstand niedrig“. ´Aha,´  dachte ich ´da hat das weibliche Verständnis also aus dem Kühlwasser mal schnell Waschwasser gezaubert! ´. Natürlich war Kühlwasser wichtiger und sofort zu bearbeiten. Also nichts wie an die Tanke und mal schnell einen Liter Wasser drauf. Dann fix neu gestartet und schon war die Meldung… nicht weg! Oder doch? Auf jeden Fall stand da jetzt „Waschwasser“, äähhh… „Entschuldige, Muddi!“ Na gut, als Mann kann man sich schon auch mal irren, wo Frauen doch so geheimnisvoll sind.
Also das Kühlwasserproblem hatten wir weg und Waschwasser hat Zeit. Dumm ist nur, wenn die Kühlwassermeldung am nächsten Tag wiederkommt. Also doch Werkstatt! Ich habe gleich auf die Diagnose gewartet und wollte dann erstmal wieder nach Hause und was soll ich erzählen: Ich hatte Glück! Ich durfte nach langer Zeit endlich mal wieder mit dem Taxi fahren. Jaa, auch das ist ein Erlebnis, zumindest für mich. Der Kollege, der mich abholte, hat mich gelobt, weil mir der Name seines Chefs nichts sagte. Er meinte, manch anderer hätte ständig mehr oder weniger mit ihm zu tun. Es gänge da um die Disziplinarkommission.
Heute abend gegen 19°° Uhr bekam ich den Anruf, daß das Auto fertig sei. Die Ursache der Reparatur war übrigens eine ähnliche, wie sie schon mal Michael Schumacher an seinem Ferrari erlebt hat. Dieser war in einem Rennen ausgefallen, weil eine Dichtung ebenfalls fertig war. Preisvergleich: Ferrari ca. 2-3 Mio, Dichtung ca. 10 Cent! Bei meinem Auto war das Verhältis wesentlich ausgeglichener. Die Dichtungen kosteten etwa 50 €. Der Werkstattkollege sagte mir auch schon den Gesamtpreis, damit ich schon mal ein Sparziel habe. Als ich dann zurückfragte, ob dieser auch schon mit den 16% MwSt gemeint wäre, trat kurz eine Sendepause ein. Dann bejahte er und ich sagte erleichtert: „Na da bezahle ich ja fast gar nichts!“ Hier gab er jetzt auch einen Lacher von sich und meinte, nach der Frage mit den 16% habe er erstmal überlegt, in welche Richtung das zielt.

Und natürlich konnte ich mitlachen!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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